melancholischen Ton dem Leser eine Welt nahe, die sich zu entdecken lohnt. In 20 Abschnitten, von denen jeder eine fast eigenständige Geschichten ist, lässt er seinen jugendlichen Held Matti vom Leben in jener Gegend erzählen, die weder zu Schweden, noch zu Finnland so richtig zu gehören scheint. Die Entdeckung des modernen Lebens durch den Rock`n`Roll ist nur eine dieser Geschichten. Sie ist aber bezeichnend, da sie eine Gesellschaft konterkariert, die von der extremen Sittenstrenge des Hausapostels Laestadius geprägt ist, jenem Prediger, der die Gegend einst von Sünde und Lotterleben reinigte. Aber wie jede strenge Gesellschaft hat sich auch die des Tornedal in der Vergangenheit die nötigen Ventile schon selbst geschaffen: Hochkomisch schildert Matti traditionelle Fress-, Sauf-, Rauf- und Saunagelage, die jeden Wikinger erblassen lassen würden. Als Matti eine verheerende, drastisch geschilderte Rattenvernichtungsaktion in Gang bringt, weiß er noch nicht, dass sie sein Leben verändern wird: sie bringt ihm die E-Gitarre ein, mit der er seinen Weg aus dem Tornedal beginnen wird, und ohne die dieses wundervolle Buch wahrscheinlich nie entstanden wäre.
Faszinierendes Bild einer untergehenden Welt
Niemi zeichnet hier das faszinierende Bild einer liebenswerten Minderheit, deren Sprache - das Tornedalfinnisch - nur gesprochen wird, und deren Identität wegen der wirtschaftlichen Außenseiterlage und den kargen Lebensbedingungen am Rande der Polarnacht vom Untergang bedroht ist. Wer Freude an liebevoll erzählten Anekdoten von wunderlichen Menschen und kuriosen Situationen hat, der wird dieses Buch lieben. (Andreas Rötzer)
"Dieses Buch ist einfach brillant. man lacht Tränen, wenn man es liest. Man kann gar nicht anders: man muß sich verlieben in jede Geschichte, in jede Figur. Am Ende ist man sogar ein wenig eifersüchtig. Ich habe mich jedenfalls dabei ertappt, wie ich mir gewünscht habe, auch dort oben aufgewachsen zu sein." (Tidningen Angermanland)