"Der Angelpunkt und das satirische Ziel des Romans ist das ius sanguinis des deutschen Staatsbürgerschafts-recht, welches nur denjenigen als Deutschen anerkennt, in dessen Adern deutsches Blut fließt. Warum soll, was den Russlanddeutschen zusteht, nicht auch für arabische Nachkommen der deutschen Kreuzritter vergönnt sein? Mansur jedenfalls versucht es, und er findet einen Anwalt, der verrückt genug ist, ihm beizustehen. Entlang dieses recht gewollt anmutenden Plots entspinnt sich eine hintersinnige Groteske über deutsche und ausländische Identität, die in der gegenwärtigen deutschen Literatur nur vergleichbar ist mit dem (viel ernster angelegten) Buch Gefährliche Verwandtschaften von Zafer Senocak. Der Humor ist die große Leistung des
Romans von Al-Mozany. Er umfasst alle Spielarten, die Parodie, die Groteske, die Satire, die Anekdote ebenso wie Sprachwitz und Ironie."
Die Zeit"Al-Mozany schreibt aus der Perspektive des germanophilen Fremdlings, frei von Verbitterung, Ressentiments und Klischees, aber mit sich und seiner neuen Heimat hadernd. Er ist stolz auf seine aus schüchterner Mimikry, erzwungener Assimilation und Sarkasmus geschmiedete neue Identität, aber noch stolzer auf die alte Hochkultur Mesopotamiens, von der die Kreuzritter in ihrem Hochmut nie etwas wissen wollten. Der burleske, derbe Ton dieses tragikomischen Bildungsromans sollte niemand täuschen: Unter den süßen Duft aus den Betten, Fleischtöpfen und Joints des Abendlandes mischen sich immer wieder die üblen Gerüche von kultureller Arroganz, bürokratischer Schikane und Ausländerhass."
Frankfurter Allgemeine Zeitung