Ob man ihn nun mochte oder nicht: Mit Helmut Kohl, dem am längsten amtierenden Bundeskanzler Deutschlands, verbindet eine ganze Generation die Erinnerung an eine besondere Zeit. Damals konnten wir noch zwischen Gut und Böse unterscheiden und auch ohne Facebook und Tinder entstanden Freundschaften fürs Leben. Für die meisten Familien war der gemeinsame Samstagabend heilig und der zweiwöchige Adriaurlaub war der Höhepunkt eines jeden Jahres. Es war eine Zeit des Friedens und der Sicherheit.
Andreas Hock erzählt anhand von politischen Ereignissen und persönlichen Erlebnissen aus einer Ära, deren tatsächliche Bedeutung wir erst jetzt, nach dem Tod Helmut Kohls, wirklich ermessen können. Generation Kohl ist ein Buch für alle, die sich angesichts der extremen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts und einer immer hektischer werdenden globalisierten Welt ein bisschen nach der langweiligen guten alten Zeit sehnen ...
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Analoge Zeiten Der Autor…
rem member aus munich am 30.03.2018
Bewertungsnummer: 2712239
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Analoge Zeiten Der Autor Andreas Hock lässt in seinem Buch „Generation Kohl“ die Ära Kohl Revue passieren aus seiner ganz persönlichen Sichtweise. Hock ist Jahrgang 1974 und besuchte gerade die Grundschule als Helmut Kohl 1982 Kanzler wurde. Er versucht anhand persönlicher Erlebnissen und Eindrücke aus seiner Jugend, die Politik Kohls in den 80er und 90er Jahren nachzuvollziehen, was ihn auf eine sehr amüsante und spannende Art und Weise gelungen ist. Das Buch liest sich eigentlich gar nicht wie ein Sachbuch sondern ist eine Zeitreise zurück in eine analoge Welt und es wurde mir auf eindringliche Weise klar wie schnell sich die Welt allein in den vergangenen 15 Jahren gewandelt hat! Als Kohl Kanzler wurde, war ich schon ein 15jähriger Teenager, schrieb Aufsätze über das Waldsterben, erinnere mich an einen langhaarigen Freund einer Kusine, mit seinem alten Kastenwagen und seinen „Atomkraft nein danke“ Aufkleber oder auch an die autofreien Sonntage! Nun, ich bewundere jedenfalls die außerordentlich gute Erinnerung und die fleißige Recherche von Autor Hock sehr und habe seinen Ausflug in die „guten alten Zeiten“;) sehr genossen. Dank des flüssigen Schreibstils und der interessanten Vergleiche mit unseren heutigen Probleme und unserer schnelllebigen und oft anstrengenden digitalen Zeit, hat sich das Buch fast von selbst gelesen und auch für manchen Lacher meinerseits gesorgt. Ein klasse Buch, nicht nur für Nostalgiker unter uns, sondern auch für junge Menschen die wissen wollen wie ihre Eltern vor ca. 40 Jahren auch ohne Internet klarkamen;) und das es in Deutschland einmal eine Mauer gab, die Kohl sei dank nicht mehr existiert. Absolute Leseempfehlung, ich fühlte mich wirklich sehr gut unterhalten:)
Bestseller-Autor und Sprachpur…
seschat am 11.03.2018
Bewertungsnummer: 2712083
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Bestseller-Autor und Sprachpurist Andreas Hock ist mit Bundeskanzler Helmut Kohl groß geworden. Geboren 1974, verbrachte er während Kohls Amtszeit (1982-1998) eine beschauliche Kindheit und Jugend in Bayern. Mit Wehmut denkt Hock heute noch an diese unbeschwerte Zeit ohne Internet, Terror, Markenkleidung und Globalisierung zurück. Damals hatte man noch Zeit und es herrschten Wohlstand wie Frieden. Die "Generation Kohl", zu der sich der Autor voller Stolz selbst zählt, habe zum netten Onkel aus Ludwigshafen aufgeschaut und dessen Bodenständigkeit geschätzt. Heimat- und Vaterlandsliebe, was heute bieder bis altbacken klingen mag, wurde noch groß geschrieben, so Hock. Die synchrone Darstellung von Andreas Hocks Werdegang und Helmut Kohls Kanzlerschaft hat mich aufgrund der persönlichen Einblicke ins Private beider Personen begeistern können. Spannend sowie gesellschafts- und kulturhistorisch interessant schildert der Autor auf insgesamt 175 Buchseiten seine Beziehung zum Saumagenliebhaber und überzeugten Strickjackenträger. Ob der Einzug der sog. Gammler-Grünen in den Bundestag, die erste miterlebte Wahlkampfrede Kohls oder Hocks Erfahrungen als Erstwähler, Kanzler Kohl war stets im jungen Leben des Autors präsent, wenngleich in einer anderen Intensität als in der heutigen, medial überfrachteten Zeit. Denn Presse und TV berichteten damals noch zeitversetzt und nur selektiv von politisch relevanten Ereignissen. Zudem wurde Politikern zur damaligen Zeit, gerade mangels technischer Mittel, noch ein Privatleben zugestanden und dieses weniger ausgeschlachtet als es heute der Fall ist. Auch Äußerlichkeiten spielten eine untergeordnete Rolle. Kurzum, für Andreas Hock stellte die Kohl-Ära trotz des späteren Spendenskandals und anderer politischer Missgriffe eine rundum sichere wie erfüllende Periode dar, die darüber hinaus die Wiedervereinigung ermöglicht hat. Als Fan von Andreas Hocks Literatur ist mir während der Lektüre natürlich die ein oder andere Anspielung auf dessen kritische Sprach- wie Gesellschaftsbücher (z. B. "Bin ich denn der Einzigste hier, wo Deutsch kann?" oder "Günther hat sein Käsebrot fotografiert. 342 Freunden gefällt das") aufgefallen, was ich marketingtechnisch, aber auch inhaltlich gut nachvollziehen konnte :-) LIEBLINGSZITATE "Erstens setzten wir uns nicht den gesamten Abend wahllos vor die Glotze und zappten uns vollkommen ziellos erst durch die dreißig Sender unseres Kabelanbieters, um danach die weiteren sechzig Kanäle des sündteuren Pay-TV-Angebots durchzusehen, ob sich nicht doch irgendwo zwischen all dem Blödsinn wie der "Bachelorette", den "X-Diaries", Formaten wie "Köln 50667", diversen Super-Chart-Shows, dutzendfach ausgestrahlten Tatort-Wiederholungen, gescheiterten Auswanderern, kasernierten C-Prominenten oder einer von Kai Pflaume moderierten Unterhaltungsshow ein sehenswertes Dreiviertelstündchen verbarg." (S. 90) "Ich (Andreas Hock) sehne mich auch deshalb zurück in jene Jahre, als selbst die kurzlebigsten Trends länger Bestand hatten als heute, der wechselnde Zeitgeist nicht die alleinige Richtschnur unseres Handelns darstellte un ein zwei Kilometer langer "Trimm dich"-Pfad ausreichte, um zu sich selbst zu finden." (S. 164) FAZIT Sehr persönliche Hommage an die Kohl-Ära, die sowohl Leser der "Generation Kohl" als auch Geschichtsfans gelesen haben sollten.
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