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Klaus Theweleit
Broschiertes Buch
Der Knall
11. September, das Verschwinden der Realität und ein Kriegsmodell
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Der Knall
Klaus Theweleit, geboren 1942 in Ebenrode/Ostpreußen, ist Professor für Kunst und Theorie an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe, Lehrbeauftragter am Institut für Soziologie der Universität Freiburg und Schriftsteller.
Produktdetails
- Verlag: Stroemfeld
- 2. Aufl.
- Seitenzahl: 279
- Deutsch
- Abmessung: 205mm
- Gewicht: 406g
- ISBN-13: 9783878778707
- ISBN-10: 3878778708
- Artikelnr.: 10449402
Herstellerkennzeichnung
Die Herstellerinformationen sind derzeit nicht verfügbar.
Der Knall und sein Medienecho
Mittlerweile ist eine wahre Flut von Büchern über den 11. September erschienen. Dazu kommen unzählige Zeitungsartikel, Interviews, Reportagen usw.. Klaus Theweleit geht wie gewohnt seinen eigenen Weg und "analysiert die Analysen" anderer Publizisten. So beobachtet er Jean Baudrillard, Susan Sontag, Diedrich Diederichsen, Slavoij Zizek, Peter Sloterdijk, Georg Seeßlen u.a. bei ihrer Suche nach der Realität. „Realitätsbegriffe nach dem 11. September“ - das ist es, worum es Theweleit geht.
Die Meta-Analyse
Vielleicht liegt es einfach an der Fülle der Kommentare, Berichte und Statements, dass Theweleit nun die Zeit einer Meta-Analyse gekommen sieht. Er geht dabei ganz anders vor als beispielsweise
Mittlerweile ist eine wahre Flut von Büchern über den 11. September erschienen. Dazu kommen unzählige Zeitungsartikel, Interviews, Reportagen usw.. Klaus Theweleit geht wie gewohnt seinen eigenen Weg und "analysiert die Analysen" anderer Publizisten. So beobachtet er Jean Baudrillard, Susan Sontag, Diedrich Diederichsen, Slavoij Zizek, Peter Sloterdijk, Georg Seeßlen u.a. bei ihrer Suche nach der Realität. „Realitätsbegriffe nach dem 11. September“ - das ist es, worum es Theweleit geht.
Die Meta-Analyse
Vielleicht liegt es einfach an der Fülle der Kommentare, Berichte und Statements, dass Theweleit nun die Zeit einer Meta-Analyse gekommen sieht. Er geht dabei ganz anders vor als beispielsweise
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Henryk M. Broder in seiner Abrechnung mit den deutschen Intellektuellen, die ihm zu zögerlich-pazifistisch sind. Theweleit schreibt mit weniger Häme, manchmal auch mit weniger Sprachwitz und in einem leicht belehrenden Ton. Die Leitthese, die seinen Analysen und der Auswahl der zitierten Texte zugrunde liegt, lautet: Die Realität scheint durch die Omnipräsenz medialer Konstruktionen zu verschwinden. Theweleit denkt und schreibt assoziativ, er spielt mit Versatzstücken aus Kulturgeschichte und Popkultur. Auf Quellenangaben wird konsequent verzichtet.
Das Kriegsmodell
Neben Theweleits Grundthese ist das Buch vor allem wegen des einleitenden Essays lesenswert. In „Playstation Cordoba/Yogoslavia/Afghanistan etc. - Ein Kriegsmodell“ liefert der Autor eine aufschlussreiche Analyse des „Gegenangriffs“ nach dem "Knall", also des Angriffs der USA auf Afghanistan. Auch im Zusammenhang mit einem möglichen Irak-Krieg lohnt es sich, Theweleits Überlegungen zu folgen. Er spekuliert über Angriffsszenarien, „gesicherte Einflusssphären“ und propagandistische Schachzüge und wirft so einen kritischen Blick auf die Mechanismen der Macht und die Skrupellosigkeit ihrer Vertreter.
(Henrik Flor, literaturtest.de)
"...Theweleit erinnert an die Bildpolitik des Golfkrieges von 1991. Allabendlich zeigten uns grinsende Generäle Bilder von fröhlichen Bombardements, mit denen der böse Irak gemaßregelt wurde. Aber diese Bilder zeigten in Wahrheit nichts, ähnelten aufs genaueste entsprechenden Hollywood-movies, wo die diversen Ziele im grünlichen Licht elektronischer Kameraobjektive explodierten. Und genau diese Funktion hatten die Bilder. Es war zwar Krieg, aber der Krieg war wie Kino: Diese Bilder dienten der Versicherung des Zuschauers, seiner "Immunisierung": "Wer fernsieht, stirbt nicht." Doch den Attentätern vom 11. September ist eine Umpolung gelungen: Aus Immunisierungsbildern sind "Infektionsbilder" geworden. Unsere Medienrealität schützt uns nicht mehr vor der Realität unserer Kriege, sondern wird zum Medium der Kriegserklärung gegen uns...Mit Sicherheit bietet Klaus Theweleits Buch die eindringlichste Beschreibung der Verwundung, die das Attentat (vom 11.9.) in den Hirn- und Schreibströmen hinterlassen hat. Aber über diesen Anlass hinaus bietet es auch eine aufregende Besichtigung des Schauplatzes vervielfältigter Realitäten, auf dem unsere Wahrnehmungsweisen und Beschreibungstechniken seit geraumer Zeit schier durchdrehen." (Walter van Rossum,Deutschlandfunk, Politische Literatur,16.09.02)
Das Kriegsmodell
Neben Theweleits Grundthese ist das Buch vor allem wegen des einleitenden Essays lesenswert. In „Playstation Cordoba/Yogoslavia/Afghanistan etc. - Ein Kriegsmodell“ liefert der Autor eine aufschlussreiche Analyse des „Gegenangriffs“ nach dem "Knall", also des Angriffs der USA auf Afghanistan. Auch im Zusammenhang mit einem möglichen Irak-Krieg lohnt es sich, Theweleits Überlegungen zu folgen. Er spekuliert über Angriffsszenarien, „gesicherte Einflusssphären“ und propagandistische Schachzüge und wirft so einen kritischen Blick auf die Mechanismen der Macht und die Skrupellosigkeit ihrer Vertreter.
(Henrik Flor, literaturtest.de)
"...Theweleit erinnert an die Bildpolitik des Golfkrieges von 1991. Allabendlich zeigten uns grinsende Generäle Bilder von fröhlichen Bombardements, mit denen der böse Irak gemaßregelt wurde. Aber diese Bilder zeigten in Wahrheit nichts, ähnelten aufs genaueste entsprechenden Hollywood-movies, wo die diversen Ziele im grünlichen Licht elektronischer Kameraobjektive explodierten. Und genau diese Funktion hatten die Bilder. Es war zwar Krieg, aber der Krieg war wie Kino: Diese Bilder dienten der Versicherung des Zuschauers, seiner "Immunisierung": "Wer fernsieht, stirbt nicht." Doch den Attentätern vom 11. September ist eine Umpolung gelungen: Aus Immunisierungsbildern sind "Infektionsbilder" geworden. Unsere Medienrealität schützt uns nicht mehr vor der Realität unserer Kriege, sondern wird zum Medium der Kriegserklärung gegen uns...Mit Sicherheit bietet Klaus Theweleits Buch die eindringlichste Beschreibung der Verwundung, die das Attentat (vom 11.9.) in den Hirn- und Schreibströmen hinterlassen hat. Aber über diesen Anlass hinaus bietet es auch eine aufregende Besichtigung des Schauplatzes vervielfältigter Realitäten, auf dem unsere Wahrnehmungsweisen und Beschreibungstechniken seit geraumer Zeit schier durchdrehen." (Walter van Rossum,Deutschlandfunk, Politische Literatur,16.09.02)
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"...Theweleit erinnert an die Bildpolitik des Golfkrieges von 1991. Allabendlich zeigten uns grinsende Generäle Bilder von fröhlichen Bombardements, mit denen der böse Irak gemaßregelt wurde. Aber diese Bilder zeigten in Wahrheit nichts, ähnelten aufs genaueste entsprechenden Hollywood-movies, wo die diversen Ziele im grünlichen Licht elektronischer Kameraobjektive explodierten. Und genau diese Funktion hatten die Bilder. Es war zwar Krieg, aber der Krieg war wie Kino: Diese Bilder dienten der Versicherung des Zuschauers, seiner "Immunisierung": "Wer fernsieht, stirbt nicht." Doch den Attentätern vom 11. September ist eine Umpolung gelungen: Aus Immunisierungsbildern sind "Infektionsbilder" geworden. Unsere Medienrealität schützt uns nicht mehr vor der Realität unserer Kriege, sondern wird zum Medium der Kriegserklärung gegen uns... Mit Sicherheit bietet Klaus Theweleits Buch die eindringlichste Beschreibung der Verwundung, die das Attentat (vom 11.9.) in den Hirn- und Schreibströmen hinterlassen hat. Aber über diesen Anlass hinaus bietet es auch eine aufregende Besichtigung des Schauplatzes vervielfältigter Realitäten, auf dem unsere Wahrnehmungsweisen und Beschreibungstechniken seit geraumer Zeit schier durchdrehen." (Walter van Rossum,Deutschlandfunk, Politische Literatur,16.09.02)
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