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Der Kanon, 20 Bde.
Die deutsche Literatur. Romane
Mitarbeit: Reich-Ranicki, Marcel
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"´Kanon´, klingt das nicht altmodisch? Und herrisch und verstaubt zugleich? Jedenfalls scheint es eine Vokabel aus einer vergangenen Epoche, eine, gegen die schon unsere Väter gelegentlich meist gelangweilt protestierten. Kurz: ein alter Zopf. Wirklich?Richtig ist: Ein Kanon für die Literatur ist kein Gesetzbuch und keine Vorschrift; jeder kann und soll lesen, was er will. Doch brauchen wir nicht, angesichts der wachsenden Bücherflut, auch und gerade in unserem dritten Jahrtausend eine Auswahl der literarischen Werke, die zum kulturellen Bestand gehören? ... Was aber unsere heutige Kanon...
"´Kanon´, klingt das nicht altmodisch? Und herrisch und verstaubt zugleich? Jedenfalls scheint es eine Vokabel aus einer vergangenen Epoche, eine, gegen die schon unsere Väter gelegentlich meist gelangweilt protestierten. Kurz: ein alter Zopf. Wirklich?
Richtig ist: Ein Kanon für die Literatur ist kein Gesetzbuch und keine Vorschrift; jeder kann und soll lesen, was er will. Doch brauchen wir nicht, angesichts der wachsenden Bücherflut, auch und gerade in unserem dritten Jahrtausend eine Auswahl der literarischen Werke, die zum kulturellen Bestand gehören? ... Was aber unsere heutige Kanon-Bibliothek von allen vergleichbaren Entwürfen aus der Vergangenheit unterscheidet, ist ihr Adressat: Dies ist ein Kanon für Leser. Vorrangig gilt für diesen Kanon, daß - was oft übersehen wird - Literatur jenseits aller Belehrung und Erbauung auch unterhaltend sein kann und soll, daß sie Spaß, Vergnügen, Freude bereiten, ja glücklich machen kann ... Jeder Kanon ist auch subjektiv und zeigt die Vorlieben dessen, der auswählt. Nur bin ich überzeugt, daß der Verzicht auf einen Kanon in einer zivilisierten Gesellschaft verhängnisvoll, ja unvorstellbar ist. Er wäre ein Rückfall in Willkür und Beliebigkeit, in Chaos und Ratlosigkeit, ein Rückfall in die Barbarei." (Marcel Reich-Ranicki)
Richtig ist: Ein Kanon für die Literatur ist kein Gesetzbuch und keine Vorschrift; jeder kann und soll lesen, was er will. Doch brauchen wir nicht, angesichts der wachsenden Bücherflut, auch und gerade in unserem dritten Jahrtausend eine Auswahl der literarischen Werke, die zum kulturellen Bestand gehören? ... Was aber unsere heutige Kanon-Bibliothek von allen vergleichbaren Entwürfen aus der Vergangenheit unterscheidet, ist ihr Adressat: Dies ist ein Kanon für Leser. Vorrangig gilt für diesen Kanon, daß - was oft übersehen wird - Literatur jenseits aller Belehrung und Erbauung auch unterhaltend sein kann und soll, daß sie Spaß, Vergnügen, Freude bereiten, ja glücklich machen kann ... Jeder Kanon ist auch subjektiv und zeigt die Vorlieben dessen, der auswählt. Nur bin ich überzeugt, daß der Verzicht auf einen Kanon in einer zivilisierten Gesellschaft verhängnisvoll, ja unvorstellbar ist. Er wäre ein Rückfall in Willkür und Beliebigkeit, in Chaos und Ratlosigkeit, ein Rückfall in die Barbarei." (Marcel Reich-Ranicki)