Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension
"Patrick Bahners liest das schmale Büchlein als Produkt einer Herausforderung. Kittsteiner hatte sich mit dem Historiker Hans-Ulrich Wehler angelegt und für eine Neubeschäftigung mit der Geschichtsphilosophie gestritten. Geschichtsphilosophisch fündig geworden ist Kittsteiner nun ausgerechnet am denkbar kleinsten Objekt, dem Komma, das, aus welchem Grund auch immer, in der Potsdamer Schlossinschrift zwischen das Sans und das Souci geraten ist. Dieser "welche Grund auch immer" ist justament das, was Kittsteiner interessiert. Er bietet mögliche Erklärungen - die Bahners "prima facie aberwitzige Hypothesen" nennt - und schreibt dann, wie er, forschend, an sie geraten ist: und so, im Mitberichten über ihre Entstehung, erhalten sie, meint Bahners, plötzlich "eine merkwürdige Plausibilität". Einzig der eine denkbare, aber eben sinnlose Grund, "dass sich eine böswillige Fliege auf dem Papier niedergelassen haben könnte", ist in Kittsteiners historischem Universum, in dem, geschichtsphilosophisch eben, alles seinen Grund haben soll, "nicht vorgesehen". So Bahners. Ob er jedoch Scherz treibt oder es Ernst meint mit seinem Lob für die Kittsteinersche Rettungstat, das wird in der schelmischen Rezension nie ganz klar.
© Perlentaucher Medien GmbH"