»Ich habe jetzt einen Gedichtband zusammengestellt unter dem Titel
"Silberne Saiten", der 50 Gedichte enthält, d. h. die
genaueste Auslese.« Mit Stolz konnte der neunzehnjährige Stefan
Zweig dies am 2. November 1900 Karl Emil Franzos, dem Herausgeber
der Deutschen Dichtung , schreiben. Im Februar 1901 lag sein erstes
Buch dann vor - die Presse beachtete es freundlich-kritisch.
Fünf Jahre später brachte er seinen zweiten Lyrikband, "Die
frühen Kränze", heraus, mit dem er seine Sprache schon fester
konturieren und »ein geschlossenes Gemälde einer Empfindungsperiode
geben« konnte, wie ein Rezensent erklärte. Später, als er die Prosa
zu seiner eigentlichen Ausdrucksform entwickelt hatte, formulierte
er nur noch gelegentlich Verse.
Diese Ausgabe nimmt den Titel des Erstlings wieder auf, faßt aber
alle Gedichte Stefan Zweigs, die er selbst zu Büchern sammelte,
zusammen.
Stefan Zweig (1881-1942) wuchs als Sohn einer jüdischen Kaufmannsfamilie in Wien auf. Er schrieb Gedichte, Novellen, Dramen und Essays, die 1933 der Bücherverbrennung der Nazis zum Opfer fielen. Er lebte von 1919 bis 1934 in Salzburg, emigrierte von dort nach England und 1941 nach Brasilien. Sein episches Werk machte ihn ebenso berühmt wie seine historischen Miniaturen und die biographischen Arbeiten. Am 23. Februar 1942 schied er in Petrópolis, Brasilien, freiwillig aus dem Leben.
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