Das Haus in der Rothschildallee - Zweig, Stefanie
thumb thumb thumb

Stefanie Zweig 

Das Haus in der Rothschildallee

Roman

Broschiertes Buch
 
Sofort lieferbar
versandkostenfrei
innerhalb Deutschlands
9 ebmiles sammeln
EUR 8,95
Alle Preise inkl. MwSt.
Empfehlen


Produktbeschreibung zu Das Haus in der Rothschildallee

"Ein faszinierender Familienroman." B.Z.

"Ihre Figuren werden immer farbiger und genauer." Frankfurter Allgemeine online

Keine dunkle Wolke scheint das Leben des jüdischen Kaufmanns Johann Isidor Sternberg und seiner Familie an 'Kaisers Geburtstag', am 27. Januar 1900, zu trüben. Doch die harmonische Idylle erfährt bald ihre ersten Brüche.

Produktinformation


  • Verlag: Heyne
  • 2008
  • Ausstattung/Bilder: 2008. 276 S.
  • Seitenzahl: 288
  • Heyne Bücher Nr.40617
  • Deutsch
  • Abmessung: 187mm x 118mm x 30mm
  • Gewicht: 238g
  • ISBN-13: 9783453406179
  • ISBN-10: 3453406176
  • Best.Nr.: 23817201
»Stefanie Zweig erzählt mit großer Wärme und Herzlichkeit." Cosmopolitan

"Ihre Figuren werden immer farbiger und genauer."
Stefanie Zweig, geb. 1932 in Leobschütz in Oberschlesien. Im Jahr 1938 zwng die Verfolgung der Nationalsozialisten die jüdische Familie zur Flucht. Sie emigrierte nach Kenia und kehrte im Jahr 1947 zurück nach Deutschland. 1952 zog die Familie in Frankfurt in das Haus in der Rothschildallee. Stefanie Zweigs Romane standen wochenlang auf den Bestsellerlisten, erreichten eine Gesamtauflage von über sieben Millionen Exemplaren und wurden in sechzehn Sprachen übersetzt.

Leseprobe zu "Das Haus in der Rothschildallee" von Stefanie Zweig

4 Deutsche Balkons (S. 97-99)

Frankfurt, Sommer 1914

Josepha stand auf dem Balkon. Ihre gestärkte dunkelblaue Kittelschürze mit der schmucken weißen Paspelierung, die sie sonst nur sonntags trug, zeigte an, dass sie nicht im Dienst, aber trotzdem bereit war, getreulich ihren Pflichten nachzugehen. Obwohl der Balkon um die Mittagszeit im Schatten lag, war die Luft angenehm warm.

Josepha atmete tief ein – wie es ihr der Posaunist Waldemar Mitalsky vom Kurorchester zu Bad Nauheim beigebracht hatte. In der Maienzeit, als die Kirschbäume und Fliederbüsche auch für sie geblüht hatten, war der Mitalsky jeden Samstagabend mit ihr tanzen gegangen, doch wegen der Aussteuer und weil Trudchen die einzige Tochter des Bauern Breitfuß und somit Hoferbin war, hatte er die mit den krummen Füßen geheiratet. »Richtig zum Anfassen«, murmelte Josepha. Sie meinte nicht ihre Erinnerungen, sondern das Sommerwetter im Allgemeinen und den Junikäfer, der auf einem Blatt Kapuzinerkresse saß und Glück versprach.

Ihr Lieblingssatz »Der Fleiß verjagt, was Faule plagt« war an diesem schönen blauen Montag eine Redensart ohne Bedeutung. Josepha, die sich gewöhnlich nur Ruhe gönnte, wenn ihr Kreuz zu brechen drohte, empfand es als eine Freude, die sie bis ins Innerste erwärmte, dass sie den Regulator im Salon eins schlagen hörte und sie sich so benehmen durfte wie die feinen Damen, für deren Wohl ausschließlich fremde Hände sorgten. Seit genau elf Tagen brauchte sich die von jedermann geschätzte Köchin im Hause Sternberg keine Gedanken zu machen, was in ihren Töpfen schmoren und in ihren Pfannen braten würde, ob sie die Kohlrabi mit oder ohne Grünzeug servieren sollte und ob sich am Sonntag zum feinen Bürgermeisterstück vom teuersten Metzger auf der Berger Straße eine Dillsauce besser ausnahm oder die mit Meerrettich, für die Erwin und Clara schwärmten. Es waren keine Kartoffelgratins vorzubereiten, weder Gemüseaufläufe noch Ragouts in den Ofen zu stellen. Für das Einwecken der Frühkirschen und die Zubereitung der Erdbeermarmelade hatte die fürsorgliche Hüterin von Küche und Keller noch mehr als drei Wochen Zeit, ebenso für das zugesagte Aussortieren der Töpfe und Kochlöffel, die der Hausfrau nicht mehr gefielen.

Josepha genoss ihren Urlaub von der täglichen Pflicht. Sie hatte ihre Hände eine halbe Stunde lang in Seifenlauge gebadet, die Fußnägel geschnitten, die Ellbogen mit Sandpapier abgeschmirgelt, ihr Haar gewaschen, mit Bier gespült und zu einem dicken Zopf geflochten. Der lag um ihren Kopf und wirkte wie eine Krone aus hellbraunem Samt. Abermals dachte Josepha, was sie merkwürdig fand, weil es so lange nicht geschehen war, an das Trudchen mit den krummen Füßen. Die hatte inzwischen sechs Kinder und einen Leib, der sie stets aussehen ließ, als wäre sie mit dem siebten schwanger. Im Ort erzählte man sich, ihr Mann hätte die Posaune verkauft und die Magd vom Nachbarn geschwängert. Zudem käme er nie aus den Federn, wenn die Tiere versorgt werden müssten oder ein Kind krank sei.

Die Frau, die der schöne Waldemar für zehn Schweine und zwei Kühe verraten hatte, stemmte ihre Arme in die Hüften. Ihre Haut roch angenehm frisch nach der guten Kernseife, die Frau Betsy eigens für ihr Personal zu kaufen pflegte. Gut gelaunt nickte sie dem Kanarienvogel zu.

Leseprobe zu "Das Haus in der Rothschildallee" von Stefanie Zweig

PDF anzeigen

Andere Kunden interessierten sich auch für

8 Marktplatz-Angebote für "Das Haus in der Rothschildallee" ab EUR 2,80

Zustand Preis Porto Zahlung Verkäufer Rating
deutliche Gebrauchsspuren 2,80 0,85 Banküberweisung, Selbstabholung und Barzahlung jbroichhaus 100,0% ansehen
3,00 3,00 offene Rechnung, offene Rechnung (Vorkasse vorbehalten), Banküberweisung Antiquariat Bach & Koch GbR 98,9% ansehen
leichte Gebrauchsspuren 3,99 1,00 Banküberweisung, PayPal metincelik 99,3% ansehen
leichte Gebrauchsspuren 4,50 1,10 Banküberweisung wortmotor - Antiquariat 100,0% ansehen
leichte Gebrauchsspuren 6,76 1,20 moneybookers, PayPal, Kreditkarte, Banküberweisung, offene Rechnung (Vorkasse vorbehalten) Buchhandlung Hoffmann 99,3% ansehen
leichte Gebrauchsspuren 6,76 1,50 Kreditkarte, offene Rechnung AHA-BUCH GmbH 99,5% ansehen
wie neu 7,00 0,85 Selbstabholung und Barzahlung, Banküberweisung Bettina2009 100,0% ansehen
wie neu 7,00 1,50 Banküberweisung Fachbuchhandlung für Psychologie 100,0% ansehen

Mehr von

Mehr zum Thema

Andere Kunden kauften auch