Brief einer Unbekannten - Zweig, Stefan

Stefan Zweig 

Brief einer Unbekannten

und andere Meistererzählungen

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Brief einer Unbekannten

Unerhörte Begebenheiten versammelt dieser Band mit den schönsten Erzählungen Stefan Zweigs. Sein Interesse aber gilt vor allem dem inneren Aufruhr seiner Figuren, ihren Neurosen, ihrer Zerrissenheit. Mit großer Empathie, aber auch mit gelassener Distanz zeichnet der Meisternovellist das Bild der "guten" Gesellschaft zwischen Konvention und Rebellion. Er erzählt von der "comédie humaine", der menschlichen Komödie - mit meist tragischem Ausgang.


Produktinformation

  • Verlag: Diogenes
  • 2013
  • Ausstattung/Bilder: 2013. 544 S. 180 mm
  • Seitenzahl: 533
  • detebe Diogenes Taschenbücher Nr.24213
  • Deutsch
  • Abmessung: 180mm x 113mm x 27mm
  • Gewicht: 357g
  • ISBN-13: 9783257242133
  • ISBN-10: 3257242131
  • Best.Nr.: 35577849

Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Stefan Zweigs "Brief einer Unbekannten", eine kurze Erzählung aus dem Jahr 1922, ist die Geschichte einer Stalkerin avant la lettre. Eine Frau verliebt sich in einen Schriftsteller, der im selben Haus wohnt; zwar nimmt er sie wahr, zwar kommt es zu zwei Liebesnächten (mit Folgen), aber dann vergisst er sie wieder. Sie ihn jedoch nicht. Obsessiv bleibt sie auf ihn fixiert, was er aber nach ihrem Tod erst aus einem an ihn adressierten Brief erfährt. Diesen Brief, der den größten Teil der Erzählung ausmacht, liest Leslie Malton in diesem Hörbuch ein, und zwar, wie die faszinierte Rezensentin Sandra Kegel betont, "fesselnd" und mit "großer Meisterschaft", mit der sie die psychologische Subtilität dieser Erzählung ins andere Medium zu übertragen verstehe.

© Perlentaucher Medien GmbH
Stefan Zweig (1881-1942) wuchs als Sohn einer jüdischen Kaufmannsfamilie in Wien auf. Er schrieb Gedichte, Novellen, Dramen und Essays, die 1933 der Bücherverbrennung der Nazis zum Opfer fielen. Er lebte von 1919 bis 1934 in Salzburg, emigrierte von dort nach England und 1941 nach Brasilien. Sein episches Werk machte ihn ebenso berühmt wie seine historischen Miniaturen und die biographischen Arbeiten. Am 23. Februar 1942 schied er in Petrópolis, Brasilien, freiwillig aus dem Leben.

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Bewertung von MaWiOr aus Halle am 02.02.2013 ***** ausgezeichnet
Der vorliegende Diogenes-Band versammelt acht der schönsten Erzählungen von Stefan Zweig (1881-1942): von der Novelle „Brennendes Geheimnis“ aus dem Jahre 1911 bis zu seiner Meistererzählung „Schachnovelle“, die er zwischen 1938 und 1941 im brasilianischen Exil schrieb.

In allen Erzählungen kommen Zweigs unvergleichliches Einfühlungsvermögen und seine dichterische Sensibilität zum Ausdruck. In der Auftaktgeschichte schildert Zweig die psychischen Erschütterungen eines Pubertierenden, der erstmals mit Erotik und Sexualität konfrontiert wird. Feinfühlig werden die ersten Schritte des Heranwachsenden in die Welt der Erwachsenen zwischen Traum und Realität beschrieben.

Die Titelgeschichte aus dem Jahre 1922 ist eine sehr wienerisch anmutende Novelle. Es ist die leidenschaftliche Lebensbeichte einer Frau, die ihr ganzes Leben für einen Erfolgsautor und Lebemann geopfert hat. Für ihn war sie jedoch nur eine belanglose Geliebte, gewissermaßen eine Unbekannte. Da bekommt der berühmte Schriftsteller an seinem 41. Geburtstag einen sonderbaren Brief, der den größten Teil der Novelle einnimmt. Der Absender: eine ihm unbekannte Dame. „Ich klage Dich nicht an, mein Geliebter, nein, ich klage Dich nicht an“.

In der abschließenden Erzählung „Schachnovelle“ schildert Zweig die Ereignisse an Bord eines Passagierschiffes, das sich auf dem Weg von New York nach Buenos Aires befindet. Hier treffen der arrogante Schachweltmeister Mirko Czentovic und ein gewisser Dr. B., der in monatelanger Einzelhaft im Wiener Gestapo-Gefängnis saß, aufeinander. Mit dieser Erzählung veranschaulichte Zweig die Gefährdung der Kultur durch den nationalsozialistischen Ungeist.

Die weiteren Meistererzählungen des Diogenes-Bandes sind: „Der Amokläufer“, „Verwirrung der Gefühle“, „Vierundzwanzig Stunden im Leben einer Frau“, „Episoden am Genfer See“ und „Die unsichtbare Sammlung“. Der Band ist zum 70. Todestag des Schriftstellers eine wunderbare Begegnung mit seiner eleganten und doch fesselnden Sprache.

Manfred Orlick

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