Schwejk - eigentlich wegen Blödheit für dienstuntauglich erklärt -
muss fürs Vaterland kämpfen. Doch er vollbringt keine Heldentaten,
sondern seine Vorgesetzten mit fröhlicher Einfältigkeit zur
Weißglut. Bestrafungen, unsinnige Rituale oder Schikanen können dem
notorisch gut Gelaunten nichts anhaben, er hat einfach für alles
Verständnis und kann alles erklären. Selten sind die Absurdität
militärischer Rituale und der Irrsinn des Krieges so respektlos auf
Korn genommen worden wie in der Geschichte des braven Soldaten
Schwejk.Mit wunderbarem Humor, liebevoll gestalteten Puppen in
stimmungsvollen Dekors lassen uns die Prager Trickfilm-Künstler in
Schwejks Welt eintauchen: diese aufwändige 10-teilige
Puppentrickserie ist wahrscheinlich die beste Verfilmung des
weltberühmten satirischen Romans von Jaroslav Hasek. Eine
urkomische, herzerfrischende Polemik gegen den Militarismus!
Gesprochen wird Schwejk übrigens von Fritz Muliar, der selbst
einmal Schwejk in einer Fernsehserie genial verkörpert hat.
Jaroslav Hasek (1883 - 1923), der Schöpfer des braven Soldaten Schwejk, war wie sein weltberühmter Held ein Prager Original. Er durchwanderte von 1903 bis 1907 ganz Mitteleuropa. Wie Schwejk handelte er eine Zeitlang mit Hunden und war Soldat der k.u.k. Armee. 1915, an der Ostfront, desertierte er und wurde des Hochverrats angeklagt. Er war Kommissar in der Roten Armee. Viermal glaubte man, er sei tot. Er gründete die "Partei des gemäßigten Fortschritts in den Grenzen des gesetzmäßig Erlaubten" und hielt über tausend Wählerversammlungen ab. Und er war dafür bekannt, daß er gern redete und sehr viel trank. Sein braver Soldat Schwejk wurde zum Sinnbild des Widerstandes gegen jegliche Obrigkeit.