"A Room of One's Own", 1929 entstanden, erschien in
deutscher Übersetzung erst 1978, unter dem Titel "Ein Zimmer
für sich allein". Virginia Woolf greift auf ihre eigene,
erzählerisch-essayistische Weise eine ganze Reihe von Fragen zum
Thema Frauen und Literatur auf, die sie und ihre Zeit bewegten:
Warum haben Töchter aus gebildetem Haus nicht die gleichen
Möglichkeiten zur Universitätsausbildung wie ihre Brüder? Warum ist
die Literatur über Frauen fast ausschließlich von Männern
geschrieben? Hätte Shakespeare eine Schwester gehabt, ebenso begabt
wie er, wie wäre es ihr ergangen? Wie könnte weibliches Schreiben
in der Gegenwart aussehen? Was brauchen Frauen, um künstlerisch
tätig sein zu können: ein gewisses Maß an finanzieller, vor allem
aber geistige Unabhängigkeit, symbolisiert durch ein eigenes Zimmer
.
Virginia Woolf wurde am 25. Januar 1882 in London geboren und wuchs im großbürgerlichen Milieu des viktorianischen England auf. Der Tod ihrer Mutter 1895 und ihrer älteren Schwester führte zu einer schweren psychischen Krise, deren Schatten sie nie mehr loslassen sollten. 1912 heiratete sie Leonard Woolf. Zusammen gründeten sie 1917 den Verlag The Hogarth Press. Bereits in jungen Jahren bildete sie gemeinsam mit ihrem Bruder den Mittelpunkt der intellektuellen "Bloomsbury Group". Ihr Haus war eines der Zentren der Künstler und Literaten der Bloomsbury Group. Ihre Romane zählen zu den Meilensteinen moderner Literatur. Zugleich war sie eine der einflußreichsten Essayistinnen ihrer Zeit. Aus Furcht, geistig zu umnachten, nahm sie sich am 28. März 1941 nach einem Bombenangriff das Leben.
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