 | Besprechung von 14.05.2008 |
Der Urknall in Genf
Gespräche über Teilchenphysik
Wenn im Sommer dieses Jahres am Europäischen Zentrum für Elementarteilchenforschung Cern der größte Teilchenbeschleuniger in Betrieb geht, werden die Physiker in aller Welt ihre Blicke nach Genf richten. In dem 27 Kilometer langen Speicherring werden Protonen mit ungeheurer Wucht zur Kollision gebracht. Dabei wollen die Forscher des Cern Bedingungen schaffen, wie sie millardstel Sekunden nach dem Urknall geherrscht haben. Mit gewaltigen Multifunktionsdetektoren will man die Sekundärteilchen, die bei den Teilchenkollisionen entstehen, registrieren und auf ihre Eigenschaften hin untersuchen. Welchen Fragen man mit dem "Large Hadron Collider", wie der Teilchenbeschleuniger heißt, nachgehen will, hat Rolf Landua - Physiker am Cern - in dem Buch "Am Rand der Dimensionen. Gespräche über die Physik am Cern" zusammengetragen. In der Lektüre, die wie ein Interview gehalten ist, erfährt man neben der Geschichte des Cern alles über Antimaterie, das Standardmodell, dunkle Materie und dunkle Energie oder über Schwarze Löcher.
mli
Rolf Landua: "Am Rande der Dimensionen. Gespräche über die Physik am Cern". Verlag Suhrkamp, Frankfurt am Main 2008. 105 S., 10 Euro.
Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
"In wenigen Monaten wird das größte und komplexeste wissenschaftliche Gerät in Betrieb genommen, das die Menschheit jemals gebaut hat. Es ist der "Large Hadron Collider" (LHC) des Europäischen Kernforschungszentrums CERN in Genf. Darin werden Protonen mit ungeheurer Wucht zur Kollision gebracht, um den bisher tiefsten Blick ins Innerste der Natur werfen zu können. Rolf Landua, Physiker am CERN, erläutert in einem auch für Laien verständlichen Frage- und Antwortspiel die physikalischen und technischen Grundlagen des faustischen Projekts. ... Die Reise der Physik iins Innere führt auch an den Anfang der Zeit zurück - als eine Billionstesekunde nach dem Urknall ähnliche Kräfte am Werk waren, wie sie jetzt künstlich erzeugt werden." Kurt Darsow Literaturen
»Seit 20 Jahren wird auf diesen Zeitpunkt hingearbeitet, an dem die Physiker sich mit ihrem Super-Teilchenbeschleuniger in die Nähe des Urknalls wagen wollen. Was dahinter steckt, ist kaum anderswo so wunderbar prägnant, umfassend und spannend auf wenigen - genau 99 Seiten - erzählt worden. ... Am Rand der Dimensionen ist ein Text, den man für einen Abend in die Hand nimmt und nicht mehr weg legen mag. Er gibt uns Einblicke in eine Welt des Denkens, die zugegeben nicht einfach aber dafür über alle Maßen faszinierend ist. Wer wissen will, was am LHC in CERN, von dem in der nächsten Zeit noch sehr viel die Rede sein wird, gemacht wird, der findet hier einen Schlüssel.«
Der Urknall in Genf
Gespräche über Teilchenphysik
Wenn im Sommer dieses Jahres am Europäischen Zentrum für Elementarteilchenforschung Cern der größte Teilchenbeschleuniger in Betrieb geht, werden die Physiker in aller Welt ihre Blicke nach Genf richten. In dem 27 Kilometer langen Speicherring werden Protonen mit ungeheurer Wucht zur Kollision gebracht. Dabei wollen die Forscher des Cern Bedingungen schaffen, wie sie millardstel Sekunden nach dem Urknall geherrscht haben. Mit gewaltigen Multifunktionsdetektoren will man die Sekundärteilchen, die bei den Teilchenkollisionen entstehen, registrieren und auf ihre Eigenschaften hin untersuchen. Welchen Fragen man mit dem "Large Hadron Collider", wie der Teilchenbeschleuniger heißt, nachgehen will, hat Rolf Landua - Physiker am Cern - in dem Buch "Am Rand der Dimensionen. Gespräche über die Physik am Cern" zusammengetragen. In der Lektüre, die wie ein Interview gehalten ist, erfährt man neben der Geschichte des Cern alles über Antimaterie, das Standardmodell, dunkle Materie und dunkle Energie oder über Schwarze Löcher.
mli
Rolf Landua: "Am Rande der Dimensionen. Gespräche über die Physik am Cern". Verlag Suhrkamp, Frankfurt am Main 2008. 105 S., 10 Euro.
Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
Rolf Landua, Physiker am Europäischen Kernforschungszentrum (CERN), Leiter der CERN-Abteilung für öffentliche Fortbildung; Mitinitiator der »Antimaterie-Fabrik« am CERN; Leiter des ATHENA-Experiments, bei dem erstmals Millionen von Antimaterie-Atomen produziert wurden. Landua arbeitet auch an der Erneuerung des naturwissenschaftlichen Schulunterrichts, mit dem Ziel, die Erkenntnisse der modernen Physik zu vermitteln. Er ist regelmäßig Gesprächspartner in Fernsehen und Radio. Für sein Engagement wurde er mit dem Kommunikationspreis der Europäischen Physikalischen Gesellschaft ausgezeichnet.