Wohin steuert die Wirtschaftswissenschaft? Wie steht es gegenwärtig
um ökonomische Lehre, Forschung und Politikberatung? Und vor allem:
Welcher Wirtschaftstheorie bedarf es zukünftig?
Im Angesicht der multiplen Krise des Kapitalismus stehen auch in
der Bundesrepublik Grundannahmen und Leistungen der ökonomischen
Zunft auf dem Prüfstand. Keine Frage der von der Neoklassik
geprägte ökonomische Mainstream ist erschüttert. Doch ist er auch
gebrochen? Zeigt er ernsthafte Nachdenklichkeit angesichts des
Versagens bei der Voraussicht und Eindämmung von Krisen? Bedarf es
nicht einer vorurteilslosen Bewertung von Defiziten, Irrtümern und
bleibenden Erkenntnissen, anders als das mit der ökonomischen Lehre
und Forschung in der DDR nach der deutschen Einheit geschehen
ist?
Das vorliegende Buch umfasst zu dieser Problematik zum einen
Beiträge von Ökonominnen und Ökonomen einstiger akademischer Lehr-
und Forschungsinstitutionen der DDR. Sie bilanzieren in
selbstkritischer Rückschau "Soll undHaben" ihrer Arbeit,
verdichten neben Fehlerhaftem auch Aufhebenswertes und nehmen zu
aktuellen Herausforderungen an die Wirtschaftswissenschaft
Stellung. Zum anderen analysieren aus den alten Bundesländern
stammende Ökonomen kritisch die Situation im Alltag bundesdeutscher
wirtschaftswissenschaftlicher Fakultäten. Die Ost-West-Vergleiche
kommen einer Reihe überraschender Analogien auf die Spur.
Klaus Steinitz, Jahrgang 1932, Ökonom, war 13 Jahre in der Staatlichen Plankommission der DDR tätig. In den 1980er Jahren war er Mitarbeiter an der Akademie der Wissenschaften der DDR, von 1990 bis 1993 im Parteivorstand der PDS für den Bereich Wirtschafts- und Sozialpolitik verantwortlich und seit Bildung der AG Wirtschaftspolitik der PDS bis 2003 ihr Sprecher. Seit 2004 ist er Vorsitzender der "Hellen Panke" zur Förderung von Politik, Bildung und Kultur e.V. in Berlin.
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