"Für Deutsche kann Wien vor allem dann gefährlich werden, wenn
sie sich von der vermeintlich selben Sprache einen Startvorteil
erhoffen. Solch freudiger Erwartung wird hier mit allen Mitteln der
Garaus gemacht. Seit Jahren zirkuliert die Anekdote von der naiven
deutschen Studentin, die sich von ihren Wiener Bekannten mit einem
frohgemuten "Sakalaa" zu verabschieden begann. Sie soll
die mürrische Abschlussfrage der Supermarkt-Kassierinnen,
"Sackerlaaa?" ("'ne Tüte auch?") für eine
Grußformel gehalten haben; in einer Stadt, in der man sich mit
"Babaaa" verabschiedet, gar nicht so abwegig. Und was
taten die Wiener, als sie dahintergekommen waren? Sie grüßten die
Ahnungslose fortan feixend mit "Sakalaa"; eine
Eigenschaft, die der Philosoph Rudolf Burger in anderem
Zusammenhang "zähnefletschende Herzlichkeit" nannte. Für
das körperlose Quälen seiner Mitmenschen hat der Wiener übrigens
annähernd so viele Worte wie der Eskimo für den Schnee:
"sekkieren", "häkeln", "papierln",
"pflanzen", "buserieren", "tratzen",
"abschasseln" und so weiter. Und der Deutsche ist sein
liebstes Versuchstier."
Ausstattung/Bilder: 2011. 155 S. m. zahlr. Farbabb.
Seitenzahl: 157
Corsofolio
Deutsch
Abmessung: 307mm x 228mm x 22mm
Gewicht: 960g
ISBN-13: 9783862600182
ISBN-10: 3862600181
Best.Nr.: 32652754
Eva Menasse, geboren 1970 in Wien, begann als Journalistin bei "Profil" in Wien. Sie wurde Redakteurin der FAZ, begleitete den Prozess um den Holocaust-Leugner David Irving in London und arbeitete nach einem Aufenthalt in Prag als Kulturkorrespondentin in Wien. Die Autorin lebt seit 2003 in Berlin.
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