Perlentaucher-Notiz zur NZZ-Rezension
Die Kunst komme in dieser österreichischen Variante nicht allein vom Können, denn das Böse sei die eigentliche Muse dieses Wien-Romans. Auch ohne Freud, analysiert Rezensent Paul Jandl, entfalte die Autorin "wahrheitsgemäß und aufs Schönste erfunden" die Kriminalgeschichte um einen verschwundenen Gigolo Wiener Abart und eine ihn suchende Detektei gleicher Provenienz. Die Stadt Wien als Ort der Recherche werde dabei topografisch exakt benannt, gewissermaßen als Geschmacksverstärker. Alles was der Autorin in dieser Stadt an 'Kulturen' begegne, werde mit "virtuoser Häme" analysiert, einschließlich der naturgemäß abgründigen Familie des verschwundenen Gigolo. Hier setzt der Rezensent ein Ausrufungszeichen, um den Wiener "Witz" dieser Analysekonstellation nicht zu verschenken. Entdeckt werde von der Detektei die Geschichte von der einzigen Liebe im Leben des Gigolo, einer nackten Blassen, die er gleich zu Beginn des Romans vorm Selbstmord rette. Und Liebe, daran lässt Paul Jandl keinen Zweifel, bedeute hier wie bei Horvath "unerbittlich" das Böse. Wenn mit Lilian Faschinger nicht gelegentlich der satirische Gaul durchgehen würde, wäre das Glück des Rezensenten heillos.
© Perlentaucher Medien GmbH
 | Besprechung von 28.07.2007 |
Wie schön wäre Wien ohne die Wiener!Schluss mit Walzer- und Heurigenseligkeit: Lilian Faschinger, Spezialistin für die Vermählung von Passion und Verbrechen, betrachtet in ihrem Roman Wien mit den Augen einer Misanthropin.
Von Daniela Strigl
Sic erit: Haeserunt tenues in corde sagittae / Et possessa ferus pectora versat Amor." Matthias Karner, der Ich-Erzähler in Lilian Faschingers neuem Roman, Amateurmusiker, Sexmaniac, Freund reiferer Damen, ist keiner, dem die klassische Bildung nur so aus dem Maul rinnt. Aber in der Schule war er gut in Latein, und so fallen ihm zwei Verse aus Ovids "Ars amandi" ein, an deren Bedeutung er sich nicht erinnert. Gerade hat Vera seine Einzimmerwohnung betreten, die Frau, der er nach einem Selbstmordversuch das Leben gerettet hat und die aussieht wie Nicole Kidman.
Der Leser ahnt, dass Ovid einiges über den Fortgang der Geschichte verrät: "So wird es sein: Zarte Pfeile stecken in meinem Herzen, / und der wilde Amor quält die gefangene Brust." Ein Gigolo lebt davon, dass er seine sexuellen Beziehungen als rein geschäftliche definiert. Kommt ihm die Liebe in die Quere, verheißt das nichts Gutes, …
 | Besprechung von 10.04.2007 |
Ein Fall für die Neutronenbombe
Lilian Faschinger schöpft in „Stadt der Verlierer” aus dem
Vollen
Matthias Karner ist ein Frauenheld, blond, schlank, gut gebaut,
wenig behaart und mit heller Haut. Er hat es vor allem auf ältere
Frauen abgesehen, die von ihren Männern verlassen wurden: das macht
sie gefügig und demütig. Gerade kommt er aus der Wohnung einer
Wiener Geliebten, da findet er im Lainzer Tiergarten eine junge
Frau, äußerlich ist sie sein Pendant, ein Nicole-Kidman-Typ. In
anmutiger Haltung liegt sie da, in einem hellen wadenlangen
Seidenkleid mit Stehkragen, eine Brust entblößt, an ihrem rechten
Fuß ein aparter weinroter High-Heel. Neben ihr liegen drei
Medikamentenschachteln und zwei leere Whiskeyflaschen. Alles sieht
nach Selbstmord aus. Doch die Sanitäter treffen rechtzeitig ein.
Sie überlebt. Zum Dank besucht sie ihren Retter. Und eine
gefährliche Liebschaft beginnt.
Man kennt die 1950 geborene Österreicherin Lilian Faschinger schon
lange als eine leidenschaftliche und unerschrockene Erzählerin. Sie
liebt starke Plots, hat ein ausgeprägtes Gespür für dramaturgische
Kniffe und eine derb zugreifende Sprache, die kurz und …
"Man ist begeistert von ihrer subtilen Ironie und raffinierten Erzählkunst. ... Lilian Faschinger verwebt E und U, Triviales und Intellektuelles, knüpft an alte Mythen ebenso an wie an romantische Motive ... und vermischt sie mit den gegenwärtigen Mythen des Alltags." Christa Gürtler, Der Standard, 03.03.07 "Lilian Faschinger ist eine wunderbar verrückte Autorin. Nur wenige schöpfen so aus dem Vollen wie sie. Sie schreibt amoralisch und lebenslustig und weiß dennoch genau, was sie tut." Meike Fessmann, Süddeutsche Zeitung, 10.04.07 "Ebenso souverän, genüsslich wie ironisch spielt Lilian Faschinger mit den Versatzstücken des Genres von Krimi und Detektivroman. ... Ein unterhaltsames Vergnügen, mit der Autorin und ihren Helden in dieser schillernden "Stadt der Verlierer" zu flanieren. Eine höchst unterhaltsame Mischung und durchaus lustvolles Vergnügen, sich darin für ein paar Stunden aufzuhalten." Barbara von Becker, Frankfuerter Rundschau, 25.04.07 "Ein bitterböser Sommerroman gegen Biedersinn, Unterwürfigkeit und Demut im Leben - wohltuend unkorrekt." Der Spiegel, 23.04.07 "'Stadt der Verlierer' ist ein Kunststück literarischer Ökonomie. Lilian Faschingers brillant gschriebener Roman handelt vom bedrohlichen Selbstmitleid seiner Figuren und der zeitlosen Larmoyanz einer Stadt. Wirklich gut aber ist dieser Roman, weil er so böse ist." Paul Jandl, Neue Zürcher Zeitung, 22.05.07 "`Stadt der Verlierer`ist ein Buch von virtuoser Häme. Und in diesem Punkt stichhaltig auch über Kulturgrenzen hinweg." Paul Jandl, Neue Zürcher Zeitung, 22.05.07
"Man ist begeistert von ihrer subtilen Ironie und raffinierten Erzählkunst. ... Lilian Faschinger verwebt E und U, Triviales und Intellektuelles, knüpft an alte Mythen ebenso an wie an romantische Motive ... und vermischt sie mit den gegenwärtigen Mythen des Alltags." Christa Gürtler, Der Standard, 03.03.07 "Lilian Faschinger ist eine wunderbar verrückte Autorin. Nur wenige schöpfen so aus dem Vollen wie sie. Sie schreibt amoralisch und lebenslustig und weiß dennoch genau, was sie tut." Meike Fessmann, Süddeutsche Zeitung, 10.04.07 "Ebenso souverän, genüsslich wie ironisch spielt Lilian Faschinger mit den Versatzstücken des Genres von Krimi und Detektivroman. ... Ein unterhaltsames Vergnügen, mit der Autorin und ihren Helden in dieser schillernden "Stadt der Verlierer" zu flanieren. Eine höchst unterhaltsame Mischung und durchaus lustvolles Vergnügen, sich darin für ein paar Stunden aufzuhalten." Barbara von Becker, Frankfuerter Rundschau, 25.04.07 "Ein bitterböser Sommerroman gegen Biedersinn, Unterwürfigkeit und Demut im Leben - wohltuend unkorrekt." Der Spiegel, 23.04.07 "'Stadt der Verlierer' ist ein Kunststück literarischer Ökonomie. Lilian Faschingers brillant gschriebener Roman handelt vom bedrohlichen Selbstmitleid seiner Figuren und der zeitlosen Larmoyanz einer Stadt. Wirklich gut aber ist dieser Roman, weil er so böse ist." Paul Jandl, Neue Zürcher Zeitung, 22.05.07 "`Stadt der Verlierer`ist ein Buch von virtuoser Häme. Und in diesem Punkt stichhaltig auch über Kulturgrenzen hinweg." Paul Jandl, Neue Zürcher Zeitung, 22.05.07 "Man ist begeistert von ihrer subtilen Ironie und raffinierten Erzählkunst. ... Lilian Faschinger verwebt E und U, Triviales und Intellektuelles, knüpft an alte Mythen ebenso an wie an romantische Motive ... und vermischt sie mit den gegenwärtigen Mythen des Alltags." Christa Gürtler, Der Standard, 03.03.07 "Lilian Faschinger ist eine wunderbar verrückte Autorin. Nur wenige schöpfen so aus dem Vollen wie sie. Sie schreibt amoralisch und lebenslustig und weiß dennoch genau, was sie tut." Meike Feßmann, Süddeutsche Zeitung, 10.04.07 "Ebenso souverän, genüsslich wie ironisch spielt Lilian Faschinger mit den Versatzstücken des Genres von Krimi und Detektivroman. ... Ein unterhaltsames Vergnügen, mit der Autorin und ihren Helden in dieser schillernden "Stadt der Verlierer" zu flanieren. Eine höchst unterhaltsame Mischung und durchaus lustvolles Vergnügen, sich darin für ein paar Stunden aufzuhalten." Barbara von Becker, Frankfurter Rundschau, 25.04.07 "Ein bitterböser Sommerroman gegen Biedersinn, Unterwürfigkeit und Demut im Leben - wohltuend unkorrekt." Der Spiegel, 23.04.07 "'Stadt der Verlierer' ist ein Kunststück literarischer Ökonomie. Lilian Faschingers brillant geschriebener Roman handelt vom bedrohlichen Selbstmitleid seiner Figuren und der zeitlosen Larmoyanz einer Stadt. Wirklich gut aber ist dieser Roman, weil er so böse ist." Paul Jandl, Neue Zürcher Zeitung, 22.05.07 "`Stadt der Verlierer`ist ein Buch von virtuoser Häme. Und in diesem Punkt stichhaltig auch über Kulturgrenzen hinweg." Paul Jandl, Neue Zürcher Zeitung, 22.05.07
Lilian Faschinger wurde 1950 in Tschöran/Kärnten geboren. Sie studierte englische Literatur und Geschichte in Graz. 1975 promovierte sie in englischer Literaturwissenschaft. Sie lebt als freie Schriftstellerin und Übersetzerin in Paris.