Eine große Zeit - Boyd, William

William Boyd 

Eine große Zeit

Roman

Übersetzung: Klobusiczky, Patricia
Gebundenes Buch
 
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Eine große Zeit

"Wien, 1913. Lysander Rief, ein aufstrebender junger Schauspieler, hat alle Zelte in London abgebrochen und sich nicht zufällig in die Stadt Sigmund Freuds begeben.

Vor seiner Hochzeit muss er sich einem delikaten Problem stellen. Doch als er im Wartezimmer von Dr. Bensimon Hettie begegnet, weiß er sofort, diese unergründlichen braungrünen Augen werden ihn nicht mehr loslassen.

Hettie Bull öffnet ihm alle Türen zum ausschweifenden Wiener Künstlerleben, sie betört, umgarnt und blendet ihn und drängt ihn in ein undurchschaubares Spiel, das ihn zur Flucht aus Wien und in die Arme zweier britischer Agenten treibt.

Boyds neuer Roman ist eine Erkundung der Tiefen menschlicher Psyche und ein Spionageroman zugleich. Mit meisterlicher Hand entwirft Boyd einen Kosmos, der die Unruhe und Rastlosigkeit einer Epoche zeigt, den schmalen Grat zwischen Brillanz und Scheitern. Eine große Zeit ist aber nicht allein ein Parforceritt durch Europa und die Kriegswirren des Ersten Weltkriegs, es ist ein großer wahrhaftiger Roman, den der Autor uns zu seinem 60. Geburtstag schenkt."


Produktinformation

  • Verlag: Berlin Verlag
  • 2012
  • Ausstattung/Bilder: 2012. 448 S.
  • Seitenzahl: 448
  • Deutsch
  • Abmessung: 222mm x 147mm x 35mm
  • Gewicht: 620g
  • ISBN-13: 9783827010667
  • ISBN-10: 3827010667
  • Best.Nr.: 34451444

Perlentaucher-Notiz zur TAZ-Rezension

Eigentlich hat William Boyd diesmal zwei Bücher geschrieben, findet Barbara Weitzel. In "Eine große Zeit" entdeckt die Rezensentin Weitzel viele Elemente, die sie von Boyd bereits kennt: düstere Agenten, schillernde Bars und Bühnen, Kunst und Krisen. Sie ist begeistert von der Sprache, lobt die Atmosphäre und - ärgert sich darüber, dass der Autor versucht hat, zwei Geschichten "mit grober Nadel" zusammenzuschustern: Der Theaterschauspieler Lysander Rief begibt sich 1913 mit einer Orgasmusblockade nach Wien, um Heilung in der Psychoanalyse zu suchen. Heilung findet er dann stattdessen im Bett einer Frau, berichtet die Rezensentin nicht wirklich überrascht. Seine Retterin Hettie wird schwanger und Rief verlässt Wien fluchtartig, wobei ihm der britische Geheimdienst unter die Arme greift und im Gegenzug seine Dienste einfordert. Hier beginnt die zweite Geschichte, schreibt Weitzel, die Geschichte eines normalen Menschen, der zum Agenten wird und sich immer wieder selbst überrascht, besonders durch seine eigene Fähigkeit zur Grausamkeit. Genau diese Verwandlung kauft die Rezensentin Rief und Boyd nicht ganz ab: trotz allen Könnens und aller "Fabulierlust" entsteht kein wirkliches Ganzes, findet Weitzel.

© Perlentaucher Medien GmbH

Eine große Zeit ist kluge und spannende Unterhaltung in der Tradition von Greene und Ambler. , STERN, 26.04.2012
William Boyd 1952 in Ghana geboren, gehört zu den überragenden europäischen Erzählern. Er schreibt Romane, Kurzgeschichten und Drehbücher und wurde vielfach ausgezeichnet. Im Berlin Verlag erschienen zuletzt Ruhelos (2007), Einfache Gewitter (2009) und Nat Tate (2010). William Boyd lebt mit seiner Frau in London ­und Südfrankreich.

Patricia Klobusiczky, 1968 in Berlin geboren, studierte Literaturübersetzen, arbeitete lange Jahre als Lektorin und ist seit 2006 freie Übersetzerin, Moderatorin und Lektorin. Sie übersetzte Werke von u.a. Lorrie Moore, Francis Itani und Louise de Vilmorin.

Leseprobe zu "Eine große Zeit"

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Kundenbewertungen zu "Eine große Zeit" von "William Boyd"

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Bewertung von Karthause am 14.03.2012 ***** ausgezeichnet
1913-1915. Lysander Rief, ein junger und kurz vor der Hochzeit stehender Schauspieler aus London, kam nach Wien, um sich durch eine Psychoanalyse seines sehr speziellen Problems zu entledigen. Im Wartezimmer von Dr. Bensimon lernte er Hettie Bull kennen und verliebte sich in sie. Hettie gewährte Lysander Eintritt die Wiener Künstlerszene und in ihr Bett, zeigte ihn dann aber wegen Vergewaltigung an. Zwei britische Agenten retteten ihn vor der Verurteilung und dem Gefängnis, fordern aber später Spionage für Großbritannien als Gegenleistung von ihm.
Mit „Eine große Zeit“ ist William Boyd ein wirklich großer Roman gelungen. Spannung, Zeitgeschichte und Unterhaltung verbindet der Autor auf sehr gekonnte Art und Weise. So war es nicht schwer, die Zeit um 100 Jahre zurückzudrehen, um sich in Lysander Riefs Welt zu orientieren. Detailliert und authentisch beschreibt Boyd seine Handlungsorte und schon nach kurzer Lesezeit baute sich die Kulisse des Romans vor dem inneren Auge auf. Dem „Kopfkino“ stand nichts mehr entgegen. Mit Lysander Rief wurde ein glaubwürdiger und sympathischer Held geschaffen, den man als Leser gern durch die Stationen seines Lebens begleitet, mit dem man mitfiebert und –hofft. Aber auch die anderen handelnden Personen waren gut gezeichnet und Kinder ihrer Zeit. Die Handlung war spannungsgeladen. Durch die zwei Erzählebenen, in einer berichtet ein Erzähler und in den „Autobiographischen Untersuchungen“ schildert der Protagonist seine persönlichen Eindrücke, erhält der Leser eine komfortable Außen- und Innenwahrnehmung der Handlung und der Persönlichkeiten. Dadurch wurde es förmlich möglich mit den Protagonisten die Handlung zu erleben. Das Zusammenspiel von fein gezeichneten Charakteren, spannender Handlung und hervorragenden Beschreibungen von Ort und Zeit erfüllen den Zeitraum von 1913 - 1915 mit Leben und lassen den Leser in der Vergangenheit auftauchen, so dass er das Gefühl hat, Augenzeuge zu sein. So schafft er es auf beeindruckende Weise ein wirklichkeitsnahes Zeitgefühl zu vermitteln. Wie nebenbei erklärt der Autor dabei auch noch politische Hintergründe und den Stand der Technik zu Beginn des Ersten Weltkrieges.
Sprachlich ist der Roman von William Boyd auf einem hohen Niveau angesiedelt, kraftvoll und mitreißend, das findet man bei diesem Genre eher selten, deshalb ist es besonders erwähnenswert.
„Eine große Zeit“ ist ein echter Boyd. Mich hat das Buch gefesselt und aufs angenehmste unterhalten. Dieser Roman bekommt meine uneingeschränkte Leseempfehlung.

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