Der Europäische Traum - Rifkin, Jeremy
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Jeremy Rifkin 

Der Europäische Traum

Die Vision einer leisen Supermacht. Ausgezeichnet mit dem Corine - Internationaler Buchpreis, Kategorie HypoVereinsbank Wirtschaftsbuch 2005

Herausgeber: Brandau, Birgit / Übersetzer: Schickert, Hartmut
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Produktbeschreibung zu Der Europäische Traum

Die USA haben als Vorbild ausgedient, für Rifkin ist Europa das Vorbild für die Welt. Europas Arbeits- und Sozialpolitik ist humaner als die der USA, die Lebensqualität der Menschen höher. Europa hat alte Feindschaften überwunden und vorbildliche Formen des Miteinanders entwickelt.
Der neue Wirtschaftsraum ist der größte der Welt, doch die leise Supermacht setzt auf Nachhaltigkeit und Ausgleich. Rifkin beschreibt Europa als gigantischen Laborversuch, der als Modell für die ganze Welt dienen kann. Sein Buch ist ein leidenschaftliches Plädoyer: Es ist Zeit, dass Europa seine Stärken erkennt und seine globale Verantwortung annimmt.


Produktinformation


  • Verlag: CAMPUS VERLAG
  • 2004
  • Ausstattung/Bilder: 2004. 464 S.
  • Seitenzahl: 464
  • Deutsch
  • Abmessung: 222mm x 151mm x 34mm
  • Gewicht: 757g
  • ISBN-13: 9783593374314
  • ISBN-10: 3593374315
  • Best.Nr.: 12738218

Perlentaucher-Notiz zur TAZ-Rezension

Jeremy Rifkin hat einen für einen Amerikaner untypischen Traum. Er träumt von Europa. Dem alten Kontinent mit seiner Kooperativität, mit seiner Polyperspektivität, mit seinem Gemisch aus Individualismus und Mehrfachidentitäten - europäisch, national, regional - gehört die Zukunft, meint der amerikanische Polit-Theorie-Tausendsassa. Europa wird den USA das Heft des Handelns auf lange Sicht aus der Hand nehmen. Der amerikanische Traum, so Rifkin, ist ausgeträumt. Allerdings dämpft Rezensent Robert Misik die transatlantische Begeisterung wieder ein bisschen. Er sieht in Rifkin den geschickten Promoter einer Idee, in die er sich verliebt hat. Und er sieht auch einen Bestsellerautor. Was, so Misik, ist denn beispielsweise mit der Tatsache, dass weltpolitisch nicht das gepriesene Europa, sondern Amerika den Takt vorgibt? Und ist wirklich alles so rosig-harmonisch-heiter in unserem Teil der Welt, wie Rifkin suggeriert? Und wollen wir Europäer nicht alle insgeheim Amerikaner sein? Und dann lässt Misik sich doch anstecken und beginnt auch zu träumen, vorsichtig, von dem Aufstieg einer neuen alten Weltmacht.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 30.11.2004

Flucht nach Europa
Schön sind wir sowieso: Jeremy Rifkin schwärmt vom sonst so gescholtenen alten Kontinent - ein amerikanischer Anti-Traum
Jeremy Rifkin, einer der produktivsten Essayisten und Sachbuchautoren Amerikas, ist ein Produkt der Woodstock-Generation, im übertragenen Sinne ein typischer Alt-68er. Vielleicht hat er deshalb gerade beim deutschen Publikum so viel Erfolg. Rifkins Talent liegt darin, dass er eine Fülle Einzelbeobachtungen und Daten aus Soziologie, Ökonomie und Kultur sammelt, zu (tatsächlich oder vermeintlich) Epoche machenden Trends verdichtet und diese dann zuspitzt - so lange, bis die Aussagen falsch werden. Das traf auf sein erstes ins Deutsche übersetzte Buch Entropie ebenso zu wie auf seine Veröffentlichungen über Gentechnik, Zeitökonomie und über moderne Netzwerke (Access). Und auch mit dem Europäischen Traum ist das nicht anders.
Jedenfalls holt Rifkin die deutschen Intellektuellen genau dort ab, wo sie sich nach dem Irak-Krieg aufhalten: weit weg von den USA. Amerika, so schreibt er, ist die Vergangenheit, Europa die Zukunft; der amerikanische Traum ist exklusivisch, das in der US-Verfassung garantierte Recht auf …

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Es klingt fast zu schön, um wahr zu sein: die Europäische Union als Zukunftsmodell, das Lebensqualität, Menschenrechte, Frieden in aller Welt sowie Arten- und Umweltschutz gewährleistet? Der europäische Traum von globaler Solidarität als Gegenentwurf zum alternden amerikanischen Ideal mit seinem hässlichen Individualismus und Turbokapitalismus? In Zeiten wirtschaftlicher Krisen in Euroland, gescheiterter Agrarreformen und stetigen Bauens an der Festung Europa wirkt diese Eloge auf den ersten Blick vielleicht wie ein schlechter Witz. Doch am Ende wird sie auch dem abgebrühtesten Euroskeptiker ein triumphierendes Lächeln hervorlocken. Recht hat er, der Rifkin: Wir Europäer haben es einfach besser! Die Frage, warum uns ein amerikanischer Intellektueller den eigenen Traum erklären muss, ist auch schnell beantwortet: weil es eigentlich Rifkins Traum von Europa ist. Der Autor bettet ihn ein in den ideengeschichtlichen Bogen vom Mittelalter bis zur Postmoderne. Wenn auch zuweilen redundant, steckt das Werk doch voller interessanter Fakten und Gedankenspiele. Am Ende ist man sogar geneigt, dem Träumer seinen glühenden Idealismus zu verzeihen. getAbstract.com empfiehlt das Buch allen, die in der politischen Debatte ein Wörtchen mitreden wollen.
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01.02.2005, Trend Wilfried Stadler las "Der Europäische Traum" "Das Buch ist flott und flüssig geschrieben und stärkt - durch dutzende Fakten belegt - das europäische Selbstbewusstsein. Eine aufbauende Lektüre, die Mut macht."

"Provokativ und lesenswert." (Die Welt)

"Ein Muntermacher für deprimierte Alteuropäer." (Neue Zürcher Zeitung)


01.02.2005, Trend Wilfried Stadler las "Der Europäische Traum" "Das Buch ist flott und flüssig geschrieben und stärkt - durch dutzende Fakten belegt - das europäische Selbstbewusstsein. Eine aufbauende Lektüre, die Mut macht."
Jeremy Rifkin, geboren 1945, ist Gründer und Vorsitzender der "Foundation on Economic Trends" in Washington. Mit seinen zeitkritischen Büchern bringt er die großen gesellschaftlichen, politischen und ökonomischen Trends auf den Punkt. Sein Bestseller "Das Ende der Arbeit" wurde in sechzehn Sprachen übersetzt und löste internationale Debatten aus. Nicht minder bekannt ist Rifkin für seine kritischen Thesen zur Biotechnologie. In den USA gilt er als einer der bekanntesten und gefürchtetsten politischen Journalisten. Jeremy Rifkin ist als Regierungsberater tätig und unterrichtet an der renommierten Wharton School.

Leseprobe zu "Der Europäische Traum" von Jeremy Rifkin

2. Das neue Land der unbegrenzten Möglichkeiten (S. 47-48)

Schickt mir eure Müden, eure Armen, eure gebeugten Massen, die frei zu atmen sich sehnen, den unglücklichen Auswurf eurer wimmelnden Gestade. Schickt sie mir, die Heimatlosen, Sturmgepeitschten: Ich lass mein Licht leuchten neben dem goldenen Tor.

Diese Zeilen schrieb eine junge amerikanische Dichterin des 19. Jahrhunderts, Emma Lazarus, nachlesen kann sie jeder auf einer Tafel am Fuße der Freiheitsstatue.Für Millionen entmutigter Europäer – und später Flüchtlinge aus anderen Ländern – war Amerika der Ort, an dem sie ihre desolate Vergangenheit hinter sich lassen und ein neues Leben beginnen konnten. Es war das Land der unbegrenzten Möglichkeiten.

Die ersten 200 oder mehr Jahre lang lagen Mythos und Realität der amerikanischen Chancenvielfalt so nah beieinander, dass sie nicht in Zweifel gezogen wurde. Das Leben war hart für die Einwanderer. Es gab kaum soziale Unterstützung in der neuen Welt. Wer andererseits den festen Willen zum Erfolg hatte, mit Fleiß an die Arbeit ging und sich im Sinn der amerikanischen Ethik disziplinierte, hatte ziemlich gute Chancen auf ein besseres Leben – wenn nicht für sich selbst, dann zumindest für die Kinder.

Sozialer Aufstieg

Bis in die sechziger Jahre des 20. Jahrhunderts war der soziale Aufstieg das Kernstück des Amerikanischen Traums. Dann begann dieser Traum sich aufzulösen, zunächst ganz langsam, dann in den siebziger, achtziger und neunziger Jahren immer schneller. Heute können die USA nicht mehr behaupten, das leuchtende Beispiel für sozialen Aufstieg zu sein. Das bedeutet nicht, dass es für Amerikaner wie für neue Zuwanderer keine Möglichkeiten mehr gibt. Aber die ungehinderte Aufwärtsmobilität, um die die Welt Amerika beneidete, gibt es nicht mehr.

Das Merkwürdige an der heutigen Situation ist der Rollentausch, der im letzten Vierteljahrhundert zwischen der Neuen und der Alten Welt stattgefunden hat. Noch vor 100 Jahren blutete Europa aus – Millionen notleidender Seelen riskierten Leib und Leben, um ihr Glück auf einem neuen Kontinent zu versuchen. Diese Emigranten waren unsicher, aber auch voller Hoffnung. Größtenteils flohen sie vor einer langen Tradition der ererbten Anrechte und der Klassengegensätze, die die Reichen an der Macht und die Armen unterdrückt hielten. Sie verließen einen Kontinent, wo das Verhalten davon bestimmt war, dass jeder den ihm zugewiesenen Platz im Leben zu kennen und zu akzeptieren hatte, und kamen in ein neues Land, wo von jeder Person erwartet wurde, dass sie ihrem Traum folgte und ihren Weg machte.

Jetzt ist Amerika das Land, in dem die soziale Durchlässigkeit nach oben schwindet und Millionen von Menschen es immer schwieriger finden, ihre Träume auszuleben. Und doch ist der große amerikanische Mythos vom sozialen Aufstieg noch immer lebendig, obwohl sich die Anzeichen häufen, dass der einst großartige Traum für viele ein unbarmherziger Alptraum geworden ist. Und was ist mit der Alten Welt, jenem an Kasten gebundenen und über Klassen definierten Fegefeuer, vor dem viele Millionen Menschen in den amerikanischen Garten Eden flohen? Allmählich wird sie zum neuen Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Mehr Emigranten als je zuvor entscheiden sich für Europa statt für Amerika. Sie spüren, dass sich das Blatt irgendwie gewendet hat und die Lebensqualität und die Aussichten auf ein besseres Leben in Europa zumindest genauso groß sind wie in Amerika. Hier, an vorderster Front der sozialen Aufstiegsmöglichkeiten, machen wir die ersten der vielen Differenzen aus, die den älteren Amerikanischen Traum vom neuen Europäischen unterscheiden. Die Zahlen sprechen für sich.

Leseprobe zu "Der Europäische Traum"

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