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Aus Teutschland Deutschland machen
Ein politisches Lesebuch zur "Weltbühne". Mit e. Vorw. v. Heribert Prantl
Hrsg. v. Friedhelm Greis u. Stefanie Oswalt
- Einband: Gebunden
- Gebundenes Buch
Produktinformation
- Verlag: Lukas Verlag
- 2008
- Ausstattung/Bilder: 2008. 540 S. m. Abb.
- Seitenzahl: 541
- Deutsch
- Abmessung: 246mm x 173mm x 43mm
- Gewicht: 1060g
- ISBN-13: 9783867320269
- ISBN-10: 3867320268
- Best.Nr.: 23398358
Leseprobe zu "Aus Teutschland Deutschland machen"
Produktbeschreibung zu "Aus Teutschland Deutschland machen"
Beschreibung
05.07.2008
Jahre früher Leidenschaft
Die „Weltbühne” war mutig, als es das Leben kosten konnte – ein Buch erinnert an den streitbaren Journalismus
Sie war eine kleine Zeitung, 15 000 Auflage, ein Drittel nur von dem, was heute selbst tageszeitung oder Titanic zustande bringen, aber sie hatte die besten Autoren der Weimarer Republik: Alfred Polgar, Kurt Tucholsky, Franz Blei, Kurt Hiller, Ernst Toller, Arnold Zweig und nach dem Tod Siegfried Jacobsohns, der die Zeitschrift 1905 als Schaubühne gegründet hatte, als Chefredakteur den unvergleichlichen Carl von Ossietzky. Die Weltbühne war mutig, als Mut noch nicht der Name einer rechtsgewirkten abendländischen Dauerandacht war, sondern das Leben, ja: das Leben kosten konnte.
Von sechzehn Fememorden berichtete die Weltbühne, aber deswegen wurden sie noch lange nicht geahndet, gar gesühnt. Denken war gefährlich, besonders, wenn es im Zweifel links formuliert wurde. In einer schlichten Aufstellung aus dem Jahr 1927 lässt sich vergleichen, wie es für die Bedrohung eines Polizisten durch Kommunisten vier Monate Gefängnis gibt, aber nur zweihundert Reichsmark Strafe fällig werden, wenn Rechtsradikale einen …
05.07.2008
Willi Winkler freut sich, eine "kleine, aber eindrückliche
Auswahl von Texten aus der "Weltbühne" anzuzeigen, die
der Berliner Lukas Verlag herausgegeben hat. Und er nutzt diese
Edition, um ausgiebigst von der Weimarer Kleinstzeitung zu
schwärmen, mit der Carl von Ossietzky, Kurt Tucholsky, Alfred
Polgar, Franz Blei und Siegfried Jacobsohn dem linken Journalismus
zu Glanz, Ruhm und Ehre verhalfen. Bei einer Auflage von 15.000.
Und ein neidisches Seufzen schallt aus diesen Zeilen. "So
stark, so lebendig, so streitlustig, so wund" sei vor achtzig
Jahren in Deutschland geschrieben worden! Dass die
"Weltbühne" ab 1931 gegen die Republik angeschrieben hat,
geht für Winkler in Ordnung: Sie habe ohnehin keine Fundamente mehr
gehabt.
© Perlentaucher Medien GmbH
Autorenporträt
Stefanie Oswalt, geb. 1967, studierte Neue Deutsche Literatur und Geschichte in Köln, London und München. 1993-1996 Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Moses-Mendelssohn-Zentrum, Potsdam; 1998 Promotion im Fach "Jüdische Studien". Seit 1996 freie Mitarbeiterin der Kurt-Tucholsky-Gedenkstätte in Rheinsberg. Verschiedene journalistische Tätigkeiten, Videointerviews mit Überlebenden der Shoah, Ausstellungen zum Werk Kurt Tucholskys und Theodor Fontanes, Publikation zur Weltbühne und zur Oral History.



















