Ein Brite und ein Deutscher, beide bekannte Militärhistoriker,
betrachten die großen Luftlandeoperationen der Weltgeschichte auf
erfrischend undogmatische Weise und kommen so zu bisweilen
überraschenden Ergebnissen. Daß in diesem Buch zugleich die
britische und die deutsche Sichtweise deutlich wird, macht den
Vergleich besonders interessant.
Die ebenso eigenwillige wie anschauliche Studie der Vorgänge der
Schlacht von Arnheim im Herbst 1944 des britischen Historikers
Arnold Harvey ist die aktuellste der anglo-amerikanischen Literatur
zu diesem Thema. Arnheim war wohl die größte und ehrgeizigste
Luftlandeoperation des Zweiten Weltkriegs. Sie war zwar taktisch
ein Sieg der Alliierten, die einen Keil tief in die deutsche
Verteidigung treiben konnten. Doch aus strategischer Sicht und
gemessen am Zweck dieser Operation endete diese für sie mit einer
Niederlage. Trotz hoffnungsloser Unterlegenheit der Deutschen und
trotz der Tapferkeit der britischen Soldaten konnten diese keinen
Sieg erkämpfen.
Die andere große Luftlandeoperation des Zweiten Weltkriegs war die
Schlacht um Kreta 1941. Der bekannte Militärhistoriker und
Generalleutnant a.D. Franz Uhle-Wettler schildert diese Schlacht
aus deutscher Sicht. Er stellt klar, was den Vergleich dieser
beiden Luftlandeschlachten noch heute so interessant macht. Doch
Uhle-Wettler skizziert nicht nur die äußeren militärischen
Ereignisse, seine Überlegungen zum Thema sind grundsätzlicher: Er
geht der Frage nach, was in diesen Fällen die Ursachen der
deutschen Siege war und was, ganz allgemein, als Ursache von
militärischen Siegen angesehen werden kann.
Franz Uhle-Wettler war Flakhelfer, Seekadett, Kriegsgefangener und auch Bergarbeiter, bevor er in Geschichte und orientalischen Sprachen promovierte. 1956 Eintritt in die Bundeswehr, Ausbildung zum Generalstabsoffizier. Seine letzten Verwendungen: Kommandeur einer Panzerdivision und Kommandeur der NATO-Verteidigungsakademie in Rom. Veröffentlichung von Fachbüchern und später militärgeschichtlicher Publikationen.