Liebe dich selbst - Zurhorst, Eva-Maria; Zurhorst, Wolfram
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Eva-Maria Zurhorst Wolfram Zurhorst 

Liebe dich selbst

auch wenn du deinen Job verlierst

Unter Mitwirk. v. Christoph Quarch
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Produktbeschreibung zu Liebe dich selbst

Berufliche Krisen als Chance für neuen Erfolg und eine erfüllende Partnerschaft

Alles, was wir brauchen, finden wir in uns selbst. Das ist die Kernbotschaft von Liebe dich selbst. Und auch die des neuesten Buches Liebe dich selbst, auch wenn du deinen Job verlierst von Eva-Maria und Wolfram Zurhorst. Die beiden Bestsellerautoren zeigen, wie eng Erfüllung und Erfolg in Beruf und Partnerschaft miteinander verbunden sind. Dass eine Partnerschaft irgendwann stirbt oder gar nicht erst erblühen kann, wenn einer oder beide Partner sich beruflich auslaugen, erleben sie täglich bei ihrer Arbeit. Der Weg in eine glücklichere Partnerschaft erfordert auch einen neuen Blick auf die Berufssituation.Eva-Maria und Wolfram Zurhorst sind davon überzeugt, dass gerade die Zeit der wirtschaftlichen Krise uns große Möglichkeiten bietet, herauszufinden, was wir wirklich wollen und das zu tun, was uns zutiefst entspricht. Wie nutzen wir die aktuelle Krise als Chance, um unser Potenzial zu entwickeln und unsere wahren Stärken und Bedürfnisse zu entdecken? Wie finden wir unsere Work-Life-Balance? Wie können Burnout, innere Kündigung oder realer Jobverlust richtig verstanden und verarbeitet werden und der Anfang eines neuen, erfüllenderen Lebensabschnittes sein? Um Fragen wie diese geht es in dem dritten Band der Bestsellerreihe 'Liebe dich selbst', in dem die Beziehungs- und Karrierecoaches dazu ermutigen, unser inneres Potenzial wiederzuentdecken und uns tiefer auf unsere Partnerschaften einzulassen.

Produktinformation


  • Verlag: Goldmann
  • 2009
  • Ausstattung/Bilder: 2009. 347 S.
  • Seitenzahl: 352
  • Goldmann Arkana
  • Deutsch
  • Abmessung: 203mm x 127mm x 31mm
  • Gewicht: 425g
  • ISBN-13: 9783442338610
  • ISBN-10: 3442338611
  • Best.Nr.: 26924758
Christoph Quarch, geb. 1964, hat Philosophie, Theologie und Religionswissenschaften studiert. Seit 2000 Studienleiter des Evangelischen Kirchentages, seit 1. Oktober 2006 Chefredakteur bei Publik Forum. Autor zahlreicher spiritueller Publikationen und Herausgeber verschiedener Bücher von Willigis Jäger. Er leitet philosophische Soireen, Seminare und Workshops zu Themen an der Schnittstelle von Spiritualität und Philosophie. Verheiratet, Vater von zwei Kindern. Er lebt in Fulda.

Leseprobe zu "Liebe dich selbst"

WAS FÜR EIN IGNORANTER TITEL in Zeiten wirtschaftlicher Verunsicherung

Als wir Ende 2007 unserem Verleger dieses Buch vorschlugen, war für uns eine Wirtschaftskrise in unserem Land nicht in Sicht. Ganz im Gegenteil, wir waren erschrocken, wie viele Menschen trotz immer mehr Konsum und Wohlstand in immer auswegloseren, persönlichen Krisen zu uns kamen. Für uns wurde im Rahmen unserer Arbeit immer deutlicher, dass wir den Blick der Menschen, die nach dauerhafter und tief greifender persönlicher Wandlung suchen, unbedingt auch auf ihr Berufsleben richten müssten. Dass niemand sich über Jahre, oft Jahrzehnte hinweg uneingeschränkt beruflich auslaugen und selbst ausbeuten kann, ohne sich selbst und sein Beziehungsleben damit zu gefährden. Dass niemand einfach den größten Teil des Tages abgeschnitten von seinem Gefühl, seinem Herzen und seinem Wesen unter Extremdruck agieren und abends auf Nähe, Erfüllung und echte Begegnung hoffen kann. Dass ein Leben auf der Überholspur oft vor die Wand führt. Dass ein Job etwas anderes ist als die Berufung.

So fingen wir an, dieses Buch zu konzipieren, in der Hoffnung, vor allem auch Männer für einen neuen Umgang mit Beruf und Beziehung zu begeistern, nachdem wir bereits Millionen von Frauen auf der ganzen Welt mit unserem Liebe dich Selbst-Konzept erreicht hatten. Beim Konzeptionieren und Zusammentragen für dieses Buch saßen wir eines Tages zusammen und wussten klarer denn je: So kann dieses vor allem von Kompensation, Druck und Gier bestimmte Wirtschafts- und Arbeitsleben nicht mehr weitergehen, wenn Menschen wieder erfüllt und lebendig leben wollen. Kaum hatten wir diesen Gedanken so klar formuliert und wollten ihn zur zentralen These dieses Buches machen, überschlugen sich die Medien mit Hiobsbotschaften. Es war fast gespenstig: Immer neue Meldungen über die internationale Banken- und Finanzkrise, den Zusammenbruch von überschuldeten Unternehmen, über Werksschließungen und drohende Kündigungswellen für Zigtausende Arbeitnehmer in allen möglichen Branchen.

Während wir seit einem Jahr an diesem Buch schreiben, wird diese Entwicklung immer drastischer. Mittlerweile ist längst die Rede von der größten Rezession seit Kriegsende. Die Wirtschaftsleistung Deutschlands sinkt von Quartal zu Quartal immer weiter. Sowohl die Bundesregierung als auch die führenden Wirtschaftsinstitute rechnen für das Jahr 2009 mit dem stärksten wirtschaftlichen Einbruch seit Gründung der Bundesrepublik. Gleichzeitig wachsen die Steuerausfälle in einem Ausmaß, das es in Deutschland noch nie gegeben hat, was wiederum zu einer ebenfalls nie da gewesenen explosionsartigen, staatlichen Neuverschuldung führt. Kein namhafter Wirtschaftsexperte wagt es im Moment, eine nennenswerte Aufwärtsentwicklung dieses Abwärtstrends für die kommenden Jahre zu prognostizieren.

Als wir anfingen, dieses Buch zu schreiben, konnten wir uns kaum vorstellen, dass Angst und Druck im Berufsleben noch stärker werden könnten. Aber heute erleben wir eine fast epidemieartig um sich greifende, gesellschaftliche Verunsicherung. Allerorts schalten die Menschen auf Überlebensmodus; sind paralysiert, arbeiten noch mehr, kämpfen noch mehr. Quer durch alle Gesellschaftsschichten wächst die Tendenz festzuhalten, wird angespannt über mögliche Kollapsszenarien in der Zukunft spekuliert. Und nun kommen die Zurhorsts daher und schreiben so lapidar, man solle sich freuen, wenn der Job weg ist. Die spinnen doch!

Falls Sie unsere Liebe dich Selbst-Bücher schon kennen, wissen Sie, dass wir mit unseren Titeln gerne provozieren. Das tun wir aber stets nur aus einem Grund: Um unsere Leser an einem schwierigen Punkt ihres Lebens und ihrer persönlichen Entwicklung für eine neue Sicht der Dinge zu öffnen. Eine Sicht, die vielleicht auf den ersten Blick befremdlich oder gar bedrohlich wirkt. Wer hier aber nicht gleich aus Gewohnheit urteilt und sich verschließt, sondern stattdessen wenigstens für eine Buchlänge bereit ist, sich jenseits vertrauter Denkmuster tiefer einzulassen, dem bietet sich die Chance, die Grenzen dieser Krise, der eigenen Persönlichkeit und des eingefahrenen, oft von überholten Glaubenssätzen eingeschränkten Denkens zu überwinden, einengende Vorurteile hinter sich zu lassen und Ansprüche zu lockern. Daraus kann sich ein neues Lebens- und Berufsmodell, eine neue Lebensqualität, wahre Erfüllung und - in diesem besonderen Kontext - auch eine neuen Art von natürlichem Wohlstand eröffnen. Aber dafür werden in diesen turbulenten Zeiten Menschen gebraucht, die zu einem solchen Wagnis nicht nur für sich persönlich, sondern auch für diese Gesellschaft bereit sind. Vielleicht sind Sie ja einer von ihnen ...

Liebe dich selbst, auch wenn du deinen Job verlierst? Am Anfang ist es wohl fast immer eher beängstigend und verunsichernd. Aber rückblickend betrachtet ist es für die persönliche Entwicklung oft ein Segen, aus den alten, sicheren, aber eingefahrenen Gleisen gehoben worden zu sein. Für jeden von uns beiden war es das Beste, was uns passieren konnte, dass wir von einem Tag auf den anderen unsere Arbeit verloren haben. Auch wenn jeder von uns das unfreiwillige Ende seiner bisherigen Karriere zu einem anderen Zeitpunkt und in einer anderen Lebensphase erlebte - so waren die tiefer liegenden Prozesse doch die gleichen.

Erst vom überraschenden Schock, von den darauf folgenden, immer neu aufsteigenden Existenzängsten, vom Dahinschmelzen unserer Sicherheiten und Zerbröckeln des äußeren Images waren wir ausreichend weich gekocht und aus den gewohnten Gleisen geworfen, um dem lange aufgestauten Druck endlich nachzugeben und uns mit unseren inneren Bedürfnissen ernst zu nehmen. Waren wir endlich - wenn auch gezwungenermaßen - bereit, unsere Prioritäten neu zu setzen, unsere Ansprüche zu hinterfragen und uns für unsere echten Talente, unsere innere Berufung und für ganzheitlichen, auch unsere Seele erfüllenden Wohlstand auf neuen, lebendigeren Wegen zu öffnen.

Allerdings mussten wir erst willens sein, hinter der alltäglichen Informationsflut und dem ständigen, aufgeregten Rauschen der Tagesnachrichten nach tieferen Zusammenhängen und Erklärungen für die Dinge zu suchen. Das wären wir ohne den Druck dieser existenziellen Krise zum damaligen Zeitpunkt nicht gewesen. Erst sie hat uns so ins Abseits manövriert, dass wir still werden und die feinen Kräfte des Lebens wieder zulassen konnten. Sie sorgten dafür, dass unter diesem vermeintlichen Erfolgsgebilde, das wir mit Kraft, aber oft ohne inneren Kontakt unermüdlich aufgebaut hatten, endlich wieder alles in eine natürliche Ordnung fallen konnte.

Leseprobe zu "Liebe dich selbst"

3. Kapitel NUR MEINE GESCHICHTE … oder auch Teil Ihrer Geschichte? (S. 38-39)

Meine Kündigung war also ein Weckruf meiner Seele. Damals in der akuten Phase war mein Bewusstsein allerdings nicht im Geringsten offen für derartige Einsichten in die heilsamen Kräfte einer beruflichen Krise. Mein Rauswurf entzog mir einfach von einem Tag auf den anderen jede Möglichkeit, mich weiter in Aktivitäten zu stürzen, und so saß ich zu Hause völlig auf mich zurückgeworfen.

Die ersten Wochen waren noch aufregend, weil ich mit allen möglichen Freunden und ehemaligen Kollegen telefonieren, mit ihnen über die Ungerechtigkeiten dieser Welt schimpfen und mögliche anwaltliche Schritte strategisch planen konnte. Aber irgendwann ebbte auch dieser Nachgesang auf mein Leben als Modemanager ab, und mir blieb nichts anderes übrig, als mich selbst ohne jede Ablenkung auszuhalten. Das fühlte sich an wie ein Albtraum, denn ich konnte immer noch nicht wirklich fassen, was da eigentlich mit mir passiert war. Mir war, als sei mir meine Identität abhandengekommen. Ich wusste nicht mehr, wer und wofür ich da war. Nicht mehr, wo mein Platz im Leben sein könnte. Ich zweifelte an mir selbst und suchte nach irgendeiner Richtung, die ich einschlagen könnte.

Ja, es kam mir manchmal so vor, als ob nun alles zu Ende wäre. Ich fühlte mich gescheitert und weit davon entfernt, in dieser Kündigung etwas Gutes zu sehen. Das Schicksal schien davon sichtlich ungerührt. Es blieb weiter bedrohlich still um mich. Da war kein Termin, keine Funktion, kein Ziel. Ich taumelte, grübelte und versuchte, natürlich so schnell wie möglich, meinen alten geschäftigen Zustand wiederherzustellen. Dieses Nichts war einfach zu unerträglich. Aber sosehr ich es auch loswerden wollte, es blieb beständig an meiner Seite. Genau an diesem zähen Nullpunkt, dem ich nicht entfliehen konnte, begann etwas in mir aufzubrechen, das ich vorher nicht wahrnehmen konnte. Ich fand einen neuen Zugang zu mir.

Das passierte nicht von heute auf morgen. Und es gab auch kein bewusstes Aha-Erlebnis. Eher war es ein schleichender Prozess, bis ich endlich akzeptieren konnte, dass mir jemand anders den Stecker rausgezogen hatte und ich nichts dagegen machen konnte, außer das Stoppschild an diesem Punkt meines Weges endlich zu akzeptieren. Das war nicht leicht, denn ich hatte es mir angewöhnt, mich vor allem danach zu beurteilen, was für einen Eindruck ich im Außen machte und ob ich Erfolg im Beruf hatte. So litt ich in dieser Zeit immer wieder unter dem Gedanken, äußerlich der Verlierer - gescheitert - zu sein.

Ich hatte daran zu knabbern, dass ich den Dienstwagen abgeben musste. Das war wie eine Degradierung. Ich weiß noch, dass es mir unangenehm war, morgens beim Einkaufen den Frauen aus der Nachbarschaft zu begegnen. Ich schämte mich und lief im Supermarkt mit der Vorstellung herum: »Die wissen alle, was mit dir passiert ist!« Meine andere Lieblingsfantasie war, dass es jetzt in meiner alten Firma eine große Lücke geben würde, dort wo ich einst meine Arbeit getan hatte. Aber bereits eine Woche später war meine Position hausintern neu besetzt. Das war ein weiterer bitterer Schlag für mein Ego.

Ich war austauschbar. Einfach weg und vergessen. Verunsichernd war auch, dass meine Freunde und Bekannten sich merkwürdig zurückhaltend verhielten. Als sei ich ein Kranker, den man besser nicht auf seine Leiden anspricht. Es gab viele Beileidsbekundungen, aber die meisten scheuten sich, direkt zu werden. Ich spürte, wie ihnen die Fragen und auch manche ihrer eigenen Ängste unter den Nägeln brannten, aber kaum jemand redete offen mit mir darüber.

So war ich auch hier in meinem Neufindungsprozess ganz auf mich zurückgeworfen. Saß nach meistens oberflächlichen Gesprächen mit anderen wieder alleine zu Hause mit meinem Zorn und meiner Scham. Mir dämmerte, dass mir an diesem Punkt in meinem Leben keiner von meinen Freunden helfen konnte. Und auch auf meinen alten beruflichen Trampelpfaden ging nichts mehr richtig voran. Es gab Gespräche mit Leuten aus der Branche, die ich kannte. Aber auf die eine oder andere Art verliefen sie alle im Sande. Gemeinsam mit ehemaligen Kollegen hatte ich Ideen für neue Geschäftsprojekte.

Bei genauem Hinsehen waren die meisten Pläne zwar enthusiastisch, aber ohne echte Kraft. Headhunter klopften immer noch an. Es gab auch Vorstellungsgespräche. Aber entweder wollten die Firmen mich nicht, oder die angebotene Bezahlung oder Position war weit unter dem, was ich vorher gewohnt war. Oder die Offerten entsprachen inhaltlich überhaupt nicht meinen Fähigkeiten

Leseprobe zu "Liebe dich selbst"

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