Die Austreibung des armenischen Volkes in die Wüste
Der Völkermord an den Armeniern - Armin T. Wegners
Augenzeugenbericht erstmals veröffentlicht. Als Sanitäter im Ersten
Weltkrieg sieht Armin T. Wegner den Flüchtlingsstrom der von den
Türken in die syrische Wüste getriebenen armenischen Bevölkerung.
In den Jahren 1915 bis 1917 fanden dort bis zu 1,5 Millionen
Armenier den Tod. In einem offenen Brief an den amerikanischen
Präsidenten Wilson protestierte Wegner gegen dieses
himmelschreiende Unrecht. Unmittelbar nach Kriegsende fasste Wegner
seine Erfahrungen als Augenzeuge in einem Vortrag zusammen, den er
ab Oktober 1919 mehrfach hielt. Begleitend zeigte er 100 Dias, die
er trotz des Verbots der türkischen Behörden gemacht und - wie es
im Vortrag heißt - "unter der Leibbinde versteckt über die
Grenze" geschmuggelt hatte. Wenngleich viele dieser Fotos
heute die Ikonographie des Genozids prägen, ist Wegners
Augenzeugenbericht bisher nie veröffentlicht worden. Mit der
Publikation des Vortrags erhalten die Fotografien nicht nur die
durch Wegner autorisierten Bildlegenden, ihre Authentizität wird
überdies in einem kritischen Apparat erörtert. Ein Essay von
Wolfgang Gust über die historischen Hintergründe des ersten
Völkermordes in der Neuzeit ergänzt den Band.