Mit einem ergreifenden Konzert in der Londoner Union Chapel stellte
Melody Gardot am 11. März ihr neues Album, "My One And Only
Thrill", vor. Universal Music will der 24-jährigen
amerikanischen Sängerin und Songwriterin damit auch in Deutschland
zum Durchbruch verhelfen. "My One And Only Thrill" kam in
Großbritannien schon am 16. März in die Läden; die deutsche
Veröffentlichung ist für den 24. April geplant. Und mit den elf
neuen Songs dieses Albums rechtfertigt Melody Gardot alle Lorbeeren
und Lobeshymnen, die sie bereits für ihr Debüt, "Worrisome
Heart", einsammeln konnte. Für die Streicherarrangements auf
"My One And Only Thrill" zeichnet kein Geringerer als
Vince Mendoza verantwortlich; die Produktion besorgte Larry Klein,
einst Gatte von Joni Mitchell, der unter anderem für Madeleine
Peyroux, Till Brönner und Tracy Chapman gearbeitet hat. Mendoza und
Klein sorgten dafür, dass die fragil wirkende Stimme von Melody
Gardot in ihren höchst verführerischen Songs bestens zum Tragen
kommt. Neben der Intensität und Tiefe dieser Künstlerin verblassen
selbst berühmte Kolleginnen wie Norah Jones oder Diana Krall;
Vergleiche mit Größen wie Peggy Lee, Joni Mitchell oder Billie
Holiday sind nicht zu weit hergeholt. Das zeigte sich exemplarisch
beim Konzert in London: Begleitet von ihrer Tourband - Bassist Ken
Pendergast, Drummer Charles Staab, Patrick Hughes (Trompete) und
Bryan Rogers (Saxofon) - sowie einem Ensemble aus Streichern und
Harfe schlug Melody Gardot das Publikum mit leisen Tönen zwischen
Blues, Jazz, Chanson, Folk und Samba in ihren Bann, meist spielte
sie dabei Gitarre, zwischendurch setzte sie sich ans Klavier. Dabei
bewiesen die neuen Stücke, welche ungewöhnliche Reife diese junge
Künstlerin schon erreicht hat; vor allem die Streicher verleihen
Songs wie "Baby I'm A Fool" Tiefe und irisierende bis
irritierende Schattierungen. Der einzige Song auf dem neuen Album,
der nicht aus ihrer Feder stammt, ist "Somewhere Over The
Rainbow" - und im Konzert kam das brasilianische Arrangement
des Evergreens hervorragend rüber. Mit "Les Étoiles"
präsentiert Melody Gardot zudem ein waschechtes französisches
Chanson, mit dem sie ihre Liebe zu Paris gesteht ("la ville de
mes rêves" - "die Stadt meiner Träume"). Im Gespräch
mit MusikWoche versicherte sie nach dem Konzert glaubhaft, dass ihr
Name kein Pseudonym wie Alicia Keys oder John Legend, sondern echt
sei; von der Großmutter, die aus Polen stammte, habe sie ihre
frankophile Ader geerbt. "In Frankreich denken natürlich alle,
mein Name sei eine Anspielung auf Brigitte Bardot und Melody
Nelson" - letztere ist Hauptperson eines Chansons von Serge
Gainsbourg. Kein Wunder, dass Melody Gardot mit "Worrisome
Heart" unter den Jazzplatten des Jahres 2008 in Frankreich den
vierten Platz belegte - mit 23.800 verkauften Exemplaren
überrundete sie sogar Norah Jones. Bei "Worrisome Heart"
stürzten sich die Medien auf die Geschichte der jungen Frau: Mit 19
wurde sie beim Fahrradfahren von einem SUV schwer verletzt. Der
Verursacher beging Fahrerflucht; Melody Gardot, die schon
Klavierunterricht gehabt hatte, landete mit Beckenbrüchen und
Schädel/Hirn-Trauma auf der Intensivstation. Beim monatelangen und
schmerzhaften Heilungsprozess halfen ihr Songs, die sie im Rahmen
einer Musiktherapie schrieb und sang. Einige dieser Songs wurden
auf der EP "The Bedroom Sessions" veröffentlicht, der
Rest ist, wie man so schön sagt, Geschichte - und ein Beispiel
dafür, wie Musik helfen kann. Doch seitdem kommt Melody Gardot mit
Stock und dunkler Brille auf die Bühne; sie ist lichtempfindlich
und braucht wegen eines Tinnitus Ohrenstöpsel. Auch Marek
Lieberberg ist anscheinend von den Qualitäten der Künstlerin
überzeugt: Er holt sie am 20. Mai zum einzigen Konzert in
Deutschland nach Frankfurt in die Alte Oper. Manfred
Gillig-Degrave
Quelle/Copyright: Entertainment Media Verlag
Dieses Album ist der Hammer.Wer ruhige entspannende Musik zu schätzen weiß, ist mit diesem Album bestens bedient. Die Interpretin hat eine super tolle Stimme. Mir gefällt dieses Album sehr gut,obwohl ich sonst eher flottere Sachen höre. Ich werde dieses Album auch weiter verschenken.Denn wie heißst es so schön: Man soll nur das verschenken was einem selber gefällt.
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