Die Auseinandersetzung mit der Geschichte des Dritten Reiches hat
seit den sechziger Jahren die Bundesrepublik geprägt. Diese Epoche
geht nun zu Ende, die Zeitgenossen sterben aus, die Perspektiven
verändern sich. Ein angemessener Umgang mit der Vergangenheit ist
auch im 21. Jahrhundert politisch-moralisch geboten. Notwendig ist
neben dem Willen zur Erinnerung fundiertes Wissen. Denn nur durch
ein aufgeklärtes Geschichtsbewusstsein können Mythen und Zerrbilder
abgebaut werden, die heute noch oder wieder wirksam sind.
Norbert Frei, geboren 1955, ist Inhaber des Lehrstuhls für Neuere und Neueste Geschichte an der Friedrich-Schiller-Universität Jena, Leiter des Jena Center Geschichte des 20. Jahrhunderts und Ordentliches Mitglied der Sächsischen Akademie der Wissenschaften. Zahlreiche Veröffentlichungen zur deutschen Geschichte im 20. Jahrhundert.