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Stabat Mater
Roman. Ausgezeichnet mit dem Premio Strega 2009
Aus d. Italien. v. Olaf M. Roth
- Einband: Gebunden
- Gebundenes Buch
Produktinformation
- Verlag: Wagenbach
- 2009
- 2. Aufl.
- Ausstattung/Bilder: 137 S.
- Seitenzahl: 137
- Quartbuch
- Deutsch
- Abmessung: 222mm x 144mm x 18mm
- Gewicht: 292g
- ISBN-13: 9783803132253
- ISBN-10: 3803132258
- Best.Nr.: 26239002
Produktbeschreibung zu "Stabat Mater"
Beschreibung
Venedig im 18. Jahrhundert. Im Ospedale della Pietà, einem Kloster und Waisenhaus, können Neugeborene abgelegt werden, deren Mütter unerkannt bleiben wollen. So ergeht es einem kleinen Mädchen namens Cecilia. Sie wächst heran und spielt Violine im Orchester des Waisenhauses, das unter den Italienreisenden der Zeit berühmt ist. Als Cecilia etwa fünfzehn Jahre alt ist, beginnt sie, nach ihrer Mutter, ihrer Herkunft und Identität zu fragen. Nachts durchstreift sie ruhelos die verstecktesten Winkel des Klosters, schreibt Briefe an die unbekannte Mutter und kommt dabei verstörenden Geheimnissen auf die Spur. Ihr Leben ändert sich, als ein neuer Violinlehrer im Waisenhaus eintrifft. Es ist der Komponist Antonio Vivaldi. Er erkennt Cecilias großes Talent, komponiert Sonaten für sie und verspricht, eine gefeierte Musikerin aus ihr zu machen. Sie wird zur Konkurrentin des Meisters. Aber Cecilia entzieht sich und wählt einen anderen Weg: ihren eigenen.
15.07.2010
Die blutige Saite
Gefangenschaft ist der Preis: Tiziano Scarpas Vivaldi-Roman
"Stabat mater"
Eine Stadt der Sinnesfreuden muss wissen, wo sie ihre unehelichen
Kinder unterbringt: In Venedig gab es vier "ospedali" für
verwaiste, kranke und unerwünschte Kinder. Die Serenissima hat
daraus Kunst und Kapital geschlagen. Im siebzehnten Jahrhundert
erlangten diese Institutionen Ruhm, weil sie ihre weiblichen
Zöglinge zu hervorragenden Musikantinnen und Sängerinnen
ausbildeten. Im Ospedale Santa Maria della Pietà, dem ältesten
Waisenhaus, komponiert und dirigiert Antonio Vivaldi von 1703 und
trifft dort das sechzehnjährige Violintalent Cecilia. So jedenfalls
erzählt es Tiziano Scarpa in seinem Roman "Stabat mater",
der mit dem wichtigsten italienischen Literaturpreis, dem Premio
Strega, ausgezeichnet wurde.
Scarpa erzählt schwierige Monate in Cecilias Leben aus ihrer Sicht.
Das Mädchen wird zur Frau und stellt sich Fragen zu Identität und
Einsamkeit, Liebe und Tod, situationsbedingt in zugespitzter Weise:
Schließlich kennt Cecilia ihre Mutter nicht; auf die Bedeutung
dieser Leerstelle spielt der Titel an, wenn der Roman auch von
einer …
31.08.2009
Die Musik ist aus Frauen gemacht
Aber die Mutter fehlt. In „Stabat Mater” schreibt Tiziano Scarpa über Weiblichkeit, das 18. Jahrhundert und gewinnt dabei Antonio Vivaldi neue Facetten ab
Lange Zeit wusste Cecilia nicht, was eine Mutter ist. Von Nonnen erzogen und unterrichtet, wuchs sie unter lauter elternlosen Mädchen auf. Erst als sie eines Nachts mit fünf Jahren in der Latrine des weitläufigen Klosters einem Wimmern nachspürte und dort eine junge Frau entdeckte, die unter Qualen ein kleines Wesen aus sich herauspresste, ahnte sie, dass auch sie auf diese Weise zur Welt gekommen sein musste. Das Bild der gebärenden Frau inmitten der Fäkalien war voller Schrecken.
Tiziano Scarpa ist ein Schriftsteller, der sich auf Effekte versteht. Immer wieder wird seine Heldin und Ich-Erzählerin Cecilia von der Zwangsvorstellung eines greinenden Exkrements mit blitzenden Augen heimgesucht: Notdurft und Geburt sind für die mittlerweile Fünfzehnjährige ein und dasselbe. Die drastische Szene steht in einem eigentümlichen Spannungsverhältnis zum Schauplatz des Romans. Scarpas schmaler Band „Stabat mater”, in diesem Sommer mit dem renommiertesten …
15.07.2010
Für Niklas Bender ist Tiziano Scarpas Roman über Vivaldi und das
Waisenmädchen Cecilia, das der Komponist zur Geigenvirtuosin machen
will, augenscheinlich ein überaus mitreißendes Lektüreerlebnis
gewesen. Die sonst vom italienischen Autor gewohnte schnoddrige
Tonlage ist, insbesondere wenn aus Cecilias Sicht berichtet wird,
in diesem Roman von "existentieller Not" und der
Auseinandersetzung mit dem Tod geprägt, was nicht immer leicht zu
lesen sei, wie der Rezensent einräumt. Wenn aber im zweiten Teil
mit Vivaldis Auftreten als Komponist und Dirigent des Waisenhauses
die Musik Cecilia ergreift, bleibt Bender nicht unberührt und fühlt
sich tief hineingezogen in den Konflikt zwischen Kunst und Leben,
den das Mädchen für sich entscheiden muss, wie er verrät. Das geht
nicht immer völlig pathosfrei über die Bühne, gibt der Rezensent
zu, alles in allem aber zeigt er sich von der "atemlosen
Beiläufigkeit", mit der Scarpa diese Entscheidung inszeniert,
völlig begeistert.
© Perlentaucher Medien GmbH
Autorenporträt zu "Tiziano Scarpa"
Tiziano Scarpa wurde 1963 in Venedig geboren und lebt heute als freier Autor und Journalist in Mailand und Venedig. Seine Bücher wurden in mehrere Sprachen, unter anderem ins Englische, Französische, Spanische und Chinesische, übersetzt.
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