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Der Tod in Venedig
Produktinformation
- Verlag: Fischer (Tb.), Frankfurt
- 1992
- 1992.
- Ausstattung/Bilder: 139 S.
- Seitenzahl: 137
- Fischer Taschenbücher Bd.11266
- Deutsch
- Abmessung: 191mm x 121mm x 14mm
- Gewicht: 125g
- ISBN-13: 9783596112661
- ISBN-10: 3596112664
- Best.Nr.: 04459121
Produktbeschreibung zu "Der Tod in Venedig"
Kurzbeschreibung
»Man denke sich den folgenden dichterischen Charakter. Ein Mann, edel und leidenschaftlich, aber auf irgendeine Weise gezeichnet und in seinem Gemüt eine dunkle Ausnahme unter den Regelrechten ... vornehm als Ansnahme, aber vornehm als Leidender, einsam, ausgeschlossen vom Glücke, von der Bummelei des Glücks und ganz und gar auf die Leistung gestellt.« Was Thomas Mann 1907 noch auf Shakespeares >Othello< bezog, gestaltete er selbst vier Jahre später zu Gustav Aschenbach in dieser »Novelle gewagten. wenn nicht unmöglichen Gegenstandes«, vom plötzlichen »Einbruch der Leidenschaft« in einen homoerotisch veranlagten Menschen. Der nicht mehr junge Schriftsteller Guslav Aschenbach - mit den Gesichtszügen Gustav Mahlers - entdeckt für sich am Lido des schwülwarmen Venedig die Gestalt des apollinisch schönen Knaben Tadzio und strebt in seinen Gedanken zu ihm, steigert sich in eine unerfüllbare Liebe und verspielt damit, nach einem Wort von Heinrich Mann, »was ihm das wünschenswerteste schien«. Ohne seine eigene Intention zu verbergen, erklärte Thomas Mann später (1920 an Carl Maria Weber) Guslav Aschenbachs Sehnen nach Tadzio: » Es ist das Problem der Schönheit , daß der Geist das Leben, das Leben aber den Geist als >Schönheitl< empfindet«. denn »der Geist, welcher liebt, ist nicht fanatisch... er wirbt, und sein Werben ist erotische Ironie...« Er wollte seine Novelle verstanden wissen als »Übersetzung eines schönsten Liebesgedichtes der Welt ins Kritisch-Prosaische, des Gedichtes, dessen Schlußstrophe beginnt: >Wer das Tiefste gedacht , liebt das Lebendigste .<« (Hölderlin, >Sokrates und Alkibiades<)
Leseprobe zu "Der Tod in Venedig" von Thomas Mann
"Man denke sich den folgenden dichterischen Charakter. Ein Mann, edel und leidenschaftlich, aber auf irgendeine Weise gezeichnet und in seinem Gemüt eine dunkle Ausnahme unter den Regelrechten ... vornehm als Ansnahme, aber vornehm als Leidender, einsam, ausgeschlossen vom Glücke, von der Bummelei des Glücks und ganz und gar auf die Leistung gestellt.« Was Thomas Mann 1907 noch auf Shakespeares Othello bezog, gestaltete er selbst vier Jahre später zu Gustav Aschenbach in dieser »Novelle gewagten. wenn nicht unmöglichen Gegenstandes«, vom plötzlichen »Einbruch der Leidenschaft« in einen homoerotisch veranlagten Menschen. Der nicht mehr junge Schriftsteller Guslav Aschenbach - mit den Gesichtszügen Gustav Mahlers - entdeckt für sich am Lido des schwülwarmen Venedig die Gestalt des apollinisch schönen Knaben Tadzio und strebt in seinen Gedanken zu ihm, steigert sich in eine unerfüllbare Liebe und verspielt damit, nach einem Wort von Heinrich Mann, »was ihm das wünschenswerteste schien«. Ohne seine eigene Intention zu verbergen, erklärte Thomas Mann später (1920 an Carl Maria Weber) Guslav Aschenbachs Sehnen nach Tadzio: » Es ist das Problem der Schönheit , daß …
Kundenbewertungen zu "Der Tod in Venedig" von "Thomas Mann"
Bewertung von Thomas Praller am 24.01.2008
Überzeugend gestaltet Thomas Mann in dieser Novelle den ausweglosen Weg der Hauptfigur, der, von vornherein durch vorausdeutende Todesboten geprägt, ins Unvermeidliche zu führen scheint, wobei selbst die allegorisierenden Konfigurationen des Todes nie aus dem realistischen Handlungsgefüge herausfallen. Dem Leser wird der leidenschaftliche Zerfall einer scheinbar gesicherten Existenz wie auch die Entwürdigung und Korrumpierung des Künstlers eindrucksvoll vor Augen geführt, wenngleich gerade die Vielzahl an Beziehungen den Rahmen der Deutungen um ein Vielfaches erweitert.
Bewertung von Thomas Giese aus Rostock am 12.02.2002
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Rezensionen und Kritik
Verhängnisvolle Knabenliebe Mit Mitte 30 verfasste Thomas Mann diese Novelle, die vor autobiografischen Elementen geradezu strotzt. Er schildert das Verhängnis einer Künstlernatur, wie der Dichter selbst eine war. Dieser Künstler ist der Schriftsteller Gustav Aschenbach, den ein seltsames Fernweh zur Ferienreise nach Venedig lockt. Vor der Kulisse dieser Stadt des Verfalls entspinnt sich für Aschenbach eine ungeheuerliche Romanze - zu einem halbwüchsigen Knaben. Ganz der vergeistigte Romancier, vergöttert er den blondgelockten Jüngling als Ideal der Schönheit und als lebendig gewordenes Kunstwerk. Es dauert eine Weile, bis er sich eingesteht, dass er das Unvorstellbare für den Jungen empfindet: Liebe. Spätestens jetzt beginnt sein Abstieg, wird sein zuvor maßvolles und diszipliniertes Leben brüchig und endet schließlich in rauschhafter Verzückung - und dem Tod in Venedig. Thomas Mann stattete seine meisterhafte Novelle mit einem reichen mythologischen und ästhetischen Subtext aus. Die typisch Mann’sche Künstlerproblematik, die Themen Tod, Verfall und Auseinanderbrechen bürgerlicher Wertmaßstäbe finden sich, wie so häufig im Werk des großen Dichters, auch hier.
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Autorenporträt zu "Thomas Mann"
Thomas Mann wurde 1875 in Lübeck geboren und wohnte seit 1894 in
München. 1933 verließ er Deutschland und lebte zuerst in der
Schweiz am Zürichsee, dann in den Vereinigten Staaten, wo er 1938
eine Professur an der Universität in Princeton annahm. Später hatte
er seinen Wohnsitz in Kalifornien, danach wieder in der Schweiz. Er
starb in Zürich am 12. August 1955.
Thomas Mann zählt zu den bedeutendsten Schriftstellern des 20.
Jahrhunderts. Mit ihm erreichte der moderne deutsche Roman den
Anschluss an die Weltliteratur. Manns umfangreiches und
vielschichtiges Werk hat eine weltweit kaum zu übertreffende
positive Resonanz gefunden. Für seinen ersten großen Roman Die
Buddenbrooks erhielt er 1929 den Nobelpreis für Literatur.
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