Der König der Komödianten - Thomas, Charlotte
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Charlotte Thomas 

Der König der Komödianten

Historischer Roman

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Produktbeschreibung zu Der König der Komödianten

Eine wunderbare Kulisse. Ein großartiges Stück. Ein Held zum Verlieben. Veneto, 1594: Sie sind ein bunt zusammengewürfelter Haufen - eine bezaubernde Hauptdarstellerin, ein waffenstarrender Zwerg, ein schlitzohriger Intendant und dessen bockige Enkelin. Mitten hinein in dieses schillernde Ensemble gerät der achtzehnjährige Marco, der bisher nichts anderes von der Welt gesehen hat als den abgeschiedenen Hof seines Onkels. Der unerfahrene Jüngling ist begeistert von der faszinierenden Welt des Theaters und zieht mit der Truppe nach Venedig, wo es bald um Sein oder Nichtsein geht: Nur ein neues Stück kann das Ensemble noch retten. Vom Kulissenschieber steigt Marco zum Gehilfen des trunksüchtigen Bühnendichters auf und bald darauf zum Autor seines eigenen Stücks. Doch bis er dieses auf die Bühne bringen kann, muss er noch viel lernen. Über das Schreiben. Über die Liebe. Und vor allem über das Leben selbst. Ein mitreißender Roman über das unvergessliche Maskenspiel der Commedia dell' Arte

Aufgewachsen in ländlicher Einöde, findet der unerfahrene junge Marco sich plötzlich in der betörend bunten Welt des Theaters wieder, inmitten eines skurrilen Ensembles, bei dem neben der schönen Hauptdarstellerin auch die vorlaute Enkelin des schlitzohrigen Indendanten und ein schwer bewaffneter Kleinwüchsiger tragende Rollen spielen. Marco zieht mit der Truppe nach Venedig, wo es bald um Sein oder Nichtsein geht: Nur ein erfolgreiches neues Stück kann die Truppe vor dem Ruin bewahren. Vom Kulissenschieber steigt er zum Gehilfen des trunksüchtigen Bühnendichters auf - und bald darauf zum Autor seines eigenen Theaterstücks. Doch bis er dieses auf die Bühne bringen kann, muss er noch viel lernen. Über das Schreiben. Die Liebe. Und darüber, dass das Leben manchmal eine eigene Dramaturgie bereithält ... Ein historischer Roman über das historische Komödientheater und das unvergessliche Maskenspiel der Commedia dell arte.

Produktinformation


  • Verlag: Ehrenwirth
  • 2010
  • Ausstattung/Bilder: 2010. 699 S.
  • Seitenzahl: 704
  • Deutsch
  • Abmessung: 223mm x 120mm x 43mm
  • Gewicht: 814g
  • ISBN-13: 9783431038071
  • ISBN-10: 3431038077
  • Best.Nr.: 27882588
Geboren und aufgewachsen im Bergischen Land nahe Wuppertal Abitur 1975 Studium der Philosophie und Rechtswissenschaften bis 1982 Rechtsreferendariat in Frankfurt am Main Zweites juristisches Staatsexamen 1986 Richteramt bis 1992, danach selbstständige Rechtsanwältin bis 2005 Seither freiberufliche Schriftstellerin

Leseprobe zu "Der König der Komödianten" von Charlotte Thomas

(S. 10-11)

Onkel Vittore steigerte unterdessen seine Anstrengungen und bewegte sich schneller. Nach allem, was ich inzwischen wusste, würde es nun nicht mehr lange dauern. Eines war jedoch sonderbar: Die Laute, die sich Onkel Vittore entrangen, waren mit einem Mal von seltsam fiependen Tönen unterlegt, es klang, als würde eine Gans erwürgt. Paulina hatte anscheinend den Geschmack am Brot verloren. Sie legte es zurück und pulte mit den Fingern zwischen ihren Zähnen herum.
»Ich liebe deine Leidenschaft.« Ihre Stimme klang eigentümlich monoton, und ich fragte mich, ob sie die Wahrheit sprach. Zweifeln ließ mich, dass sie dabei die Nase rümpfte – Onkel Vittore pflegte schon zum Frühstück reichlich Zwiebeln zu sich zu nehmen.
Ich fühlte mich zu einem stummen Zitat inspiriert. Nam quotiens futuit, totiens ulciscitur ambos: illam affligit odore, ipse perit podagra …
Mir stockte der Atem, denn in diesem Moment bewegte sich Onkel Vittore ein wenig zur Seite, sodass Paulinas nackte Brüste sichtbar wurden. Vorhin, als sie ihr Gewand geöffnet hatte, hatte ich sie nur kurz sehen können, weil die kahle Kugel, die der Schädel meines Onkels von hier oben aus betrachtet war, sofort die weiblichen Wölbungen verdeckt hatte. Jedenfalls eine davon, für alle beide war er zu klein, denn sie waren, zumindest nach meinem Dafürhalten, gewaltig. Die andere lag unter seiner Schulter verborgen, doch nun, da er sich zur Seite schob, wurde ihr ganzer Oberkörper sichtbar.
Da waren sie! Ehrfürchtig bestaunte ich dieses unfassbare anatomische Wunder und wünschte mir, an Onkel Vittores Stelle zu sein. Wenigstens für einen kleinen Moment, um einmal diese ungeheuren Auswüchse weiblicher Besonderheit aus der Nähe betrachten zu können.
»Bist du schon fertig?«, fragte Paulina.
Mein Onkel antwortete nicht. Er hatte aufgehört, sich zu bewegen. Paulina tätschelte ihm den kahlen Schädel. »Vittore? Das ging aber schnell.«
Das fand ich auch. Das letzte Mal, vor zwei Wochen, hatte ich hinter der Kiste mit den Zwiebeln gehockt und von dieser Warte aus nur die herabbaumelnden Füße von Paulina sowie die bleichen Waden meines Onkels gesehen, doch der Akt war mir bedeutend länger vorgekommen als dieser. Desgleichen alle anderen, denen ich schon zuvor heimlich hatte lauschen können. An diesem Tag befand ich mich dank des Einfalls, auf den Balken zu klettern, in der außergewöhnlichen Situation, zum ersten Mal direkt zuschauen zu können.
»Vittore?«
In dem Moment machte ich den Fehler, mich zu bewegen. Es war nur ein Drehen des Kopfes, um die Fliege zu verscheuchen, die sich schon zwei Mal auf meine Nase gesetzt hatte, während ich hier oben auf der Lauer lag. Doch die kurze Bewegung reichte, um mich aus dem Gleichgewicht zu bringen, sodass ich beide Arme um den Balken schlingen musste, um nicht abzurutschen oder gar hinabzustürzen. Damit verursachte ich ein Geräusch, das sofort Paulinas Blicke nach oben lenkte.
Sie schrie auf, als sei ihr ein Höllengeist erschienen, was möglicherweise tatsächlich ihrem ersten Eindruck entsprach, denn ich hatte mir, bevor ich den Balken erklommen hatte, das Gesicht mit Ruß vom Herd geschwärzt, um mich farblich der von jahrzehntelangen Kochdünsten gebeizten Decke anzugleichen.
»Vittore!«, kreischte Paulina. »Da oben ist jemand!« Gleich darauf hielt sie inne.
»Marco? Bist du das etwa?« Wieder hob sie an zu schreien, doch diesmal vor Zorn. »Marco! Du Lausebengel! Wieso bist du nicht bei der Feldarbeit!« Sie rüttelte meinen Onkel an der Schulter. »Vittore, geh runter von mir! Der Junge liegt da oben auf dem Balken und schaut uns die ganze Zeit zu! Vittore! Bist du taub?«

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Kundenbewertungen zu "Der König der Komödianten" von "Charlotte Thomas"

Durchschnittliche Kundenbewertung 2.5 von 5 Sterne bei 2 Bewertungen **** gut
(aus 2 Bewertungen)

Bewertung von LaLa aus Niederbayern am 20.04.2011 ***** gut
Marco soll nach dem Tod seines Onkels in ein Kloster gebracht werden und dort die Jahre bis zu seiner Volljährigkeit verbringen. Ihm gelingt jedoch die Flucht und er schließt sich einer umher ziehenden Theatergruppe an, mit der er schließlich nach Venedig gelangt. Dort kommt er aus dem Staunen nicht heraus: welch herrliche Stadt, in der jedoch nicht nur Verführungen sondern auch Gefahren lauern. Die Theatergruppe findet schnell eine Unterkunft und spielt sich in die Herzen der Venezianer. Marco versucht, sein erstes Theaterstück zu Papier zu bringen - ein nicht immer einfaches Vorhaben. Nebenbei muss er so manches Abenteuer bestehen. Auch die anderen Mitglieder der Theatergruppe kämpfen mit so manchen Schwierigkeiten. Marco stellt sich vor allem zwei Fragen: Wie groß ist das Erbe seines Onkels? Und gibt es wirklich einen Doppelgänger? Nach und nach klären sich die Dinge auf...

Eine luftig leichte Geschichte, in der es um Theater, Abenteuer und Liebe geht, erzählt vor der wunderbaren Kulisse Venedigs.

Einige Wendungen sind vorhersehbar, dennoch fiebert man von Anfang an mit Marco und den anderen Darstellern mit, kann Träume, Hoffnungen und Ängste nachvollziehen. Die Geschichte wirkt so lebendig, es ist als wäre man mittendrin...

Ein schönes Buch, das jeder, der historische Romane und auch Venedig mag, lesen sollte. Dennoch gibt es Bücher von Charlotte Thomas, die noch spannender und faszinierender sind. Deshalb "nur" gut.

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Bewertung von Manuela2205 am 20.09.2010 ***** weniger gut
Italien, ab 1594: Marco ist ein Waisenjunge und wächst bei seinem Onkel auf. Dieser hat einen großen Gutshof und lässt ihm eine gute Erziehung zukommen. So ist Marco sehr belesen und hat Ahnung von Landwirtschaft. Jedoch stirbt der Onkel ehe Marco volljährig ist. Sein geerbtes Vermögen wird von einem Notar und dem Prior eines Klosters verwaltet. In diesem Kloster soll er (zumindest) bis zu seinem 25. Lebensjahr bleiben.
Im Kloster belauscht er ein Gespräch, aus dem er schließt, dass sein Erbe dem Kloster zufallen soll, falls er vor seiner Volljährigkeit stirbt, außerdem glaubt Marco herauszuhören, dass eine Verschwörung für sein vorzeitiges Ableben schon im Gange ist.
Marco flieht aus dem Kloster und wendet sich nach Padua, der nächstgelegenen Stadt. Dort kommt er bei einer Truppe Schauspieler unter. Deren Einkünfte sind eher mager, da sie nur alte Stücke haben und ihr Stückeschreiber meist betrunken ist. Als sie bemerken, dass Marco schriftstellerisches Talent hat, wird er zum Gehilfen des Stückeschreibers abgestellt. Erste viel versprechende Ideen kommen schnell zu Papier. Jedoch trifft Marco eines Tages zufällig auf den Prior des Klosters, der auf der Suche nach ihm ist und muss sich schnell verstecken. Da trifft es sich für ihn gut, dass der alte Anführer der Schauspieltruppe krumme Geschäfte gemacht und ihre Pferdegespanne doppelt verkauft hat und die Truppe nun aus Padua verschwinden muss. Sie machen sich auf Richtung Venedig. Dort laufen die Geschäfte für die Truppe gut, jedoch beginnen sich die Ereignisse rund um Marco zu überschlagen.

***Meine Meinung***

Erwartet hatte ich eine Art Komödie rund ums Theater mit vielschichtigen Figuren, die –besonders die Hauptfigur – am Leben wachsen müssen. Was habe ich denn nun bekommen?
Eine Komödie durchaus, das kann ich nicht bestreiten. Ab und an musste ich durchaus schmunzeln. Das begann gleich zu Anfang, das Ableben von Marcos Onkel ist wohl der Traum der aller Männer. Wie es dessen Diener lakonisch ausdrückte: “Ich glaube er ist glücklich gestorben.“

Die Personen sind sehr überspitzt gezeichnet. Der junge Marco ist derart naiv und weltfremd, dass ich oft das Bedürfnis hatte, ins Buch zu greifen und ihn zu schütteln. Denn so dumm kann niemand sein, nicht mal ein Mann *grins* Auch ansonsten gibt es vor allem Stereotypen. Eine wunderschöne Frau, die mit allem flirtet, das nicht bei 3 auf den Bäumen ist, einen extrem eifersüchtigen Ehemann, einen Alten, dem der Schalk zu den Ohren rauskommt, unverständliche Frauen und sogar zwei Figuren, denen man auf die Stirn tätowieren könnte, dass sie homosexuelle Vorlieben haben.

Die Verwicklungen sind eher unglaubwürdig und erinnern an ein Theaterstück. Vermutlich ist das von der Autorin so gewollt, insgesamt hat mich das jedoch eher gelangweilt, besonders da so die ganze Geschichte extrem durchschaubar war und ich immer vorgewarnt war, was als nächstes passieren wird. Besonders der Schluss konnte mich rein gar nicht überzeugen, als sich die letzten offenen Enden auf der Bühne lösten.

Historische Genauigkeit sollte man ebenfalls nicht zu stark erwarten, an grobe Umrisse hat sich die Autorin zwar gehalten, jedoch gab es immer wieder kleine Details, die für mich schlichtweg unglaubwürdig waren.

Man kann das Buch zwar mal lesen, eine wirkliche Empfehlung kann ich aber nicht aussprechen. Ich vergebe 2,5 Sterne.

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