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Bewertung von Angela.Bücherwurm aus Wülfrath am 01.04.2013 |
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Schonungslos ehrlich In dieser ziemlich kurzen Geschichte berichtet ein Vater in knappen Momentaufnahmen über seine Beziehung zu seinen sowohl körperlich ,als auch geistig behinderten Kindern. Er schildert seine Gefühle und Gedanken. Häufig ist sein Ton ironisch und sarkastisch. Manchmal wirken seine Äußerungen ein wenig beklemmend, so ehrlich und schonungslos sind sie. Als Leser bleibt man dann wirklich betroffen zurück. Er beschönigt nichts, er schildert Ängste , Sorgen, Schwierigkeiten und Verzweiflung. Er leidet wegen seiner Kinder , aber auch mit seinen Kindern. Aber gerade dadurch wird auch die große Liebe des Vaters zu diesen "besonderen " Kindern deutlich. Er zeigt, dass man auch auf " solche " Kinder stolz sein kann , und dass es auch immer wieder Glücksmomente gibt. Diese erggreifende Geschichte ist meines Erachtens ein Eingeständnis verzweifelter Hilflosigkeit und ein Aufruf an unsere Gesellschaft sich gegenüber behinderten Mitmenschen und deren Familien verständnisvoller zu zeigen . Mich hat dieser Erfahrungsbericht bereichert. |
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Bewertung von Mel.E aus L. am 16.10.2011 |
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Ein Erfahrungsbericht? Ich habe eine Situation im Kopf behalten, nicht nur, daß die Jungs nur Stroh im Kopf haben, sondern eine Begebenheit als Thomas versucht sich anzuziehen. Er versucht seinen Kopf nicht durch den Ausschnitt zu stecken, sondern durch ein winzig kleines Löchlein im Pullover und er schafft es auch und hinterher ist er nach aller Anstrengung sehr, sehr stolz. Dieses könnte auch eine Begebenheit sein, die ein gesundes Kind erlebt hat, aber da wir wissen, daß Thomas behindert ist, ist diese Begebenheit etwas ganz besonderes. Leider bleibt es bei dieser einen und es wird mehr aufgezeigt, was die beiden nicht können und auch niemals können werden. Wäre ich ihr Vater wäre ich auch traurig, wütend und würde mit dem Schicksal hadern, aber auf Kosten der Kinder würde ich kein Buch schreiben und daher vergebe ich auch nur einen gut gemeinten Stern, denn mich hat das Buch leider nicht angesprochen! Vielleicht siehst du es als Betroffener doch anders, aber ich bitte dich darum, mir meine Meinung und meine Empfindungen zu lassen! Vieles ist einfach nur unheimlich traurig und das Schicksal der beiden Jungs bewegt mich zutiefst! Das eine Ehe scheitert ist für mich mehr als nachvollziehbar, denn man verbraucht denke ich gerade bei 2 kranken Kindern all seine Energie für die Kinder. Leider sucht das Schicksal sich die Menschen aus, die ein besonderes Kind bekommen, aber vergibt es auch genügend Energie und Kraft? Wir haben im Bekanntenkreis eine Familie, die ein Mädchen haben mit Rett-Syndom, d.h. sie kann gar nichts und braucht Intensivstpflege, die man wirklich nur leisten kann, wenn man Unterstützung hat. Alleine wirst du es kaum schaffen ein ausgewachsenes Kind zu baden, zu wickeln, zu füttern, anzuziehen ......... Es ist ein wirklich hartes Los und ich ziehe meinen Hut vor Eltern, die ihr tägliches Leben mit einem schwerstbehinderten Kind meistern müssen! Das die Gedanken dabei bestimmt nicht immer schön sind und man auch mal wütend ist auf das Schicksal und noch schlimmer auf Gott, kann ich von menschlicher Sicht natürlich vollkommen nachvollziehen. Dennoch empfinde ich manche Aussagen in dem Buch einfach als falsch und flach und kann die Begeisterung vieler einfach nicht teilen. Tut mir aufrichtig leid! Auf dem Cover finden wir folgenden Text: "Wenn man über behinderte Kinder spricht, macht man meist ein betretenes Gesicht. Wenigstens dieses eine Mal möchte ich versuchen, mit einem Lächeln über euch zu reden. Ihr habt mich oft zum Lachen gebracht - nicht immer unabsichtlich." Erst auf dem 2. Blick ist mir aufgefallen, daß der abgebildete Teddy schielt! |
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Bewertung von Pharo72 aus Zittau am 05.09.2010 |
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Einen Vater ereilt das Schicksal ein behindertes Kind in die Welt gesetzt zu haben. Unter großen Mühen findet er sich damit ab und stellt sich den enormen Herausforderungen im Alltagsleben. Doch kann das Schicksal so grausam sein und ein zweites Mal zuschlagen? Es kann. Auch der zweite Sohn, Thomas, kommt mit den selben Behinderungen auf die Welt. In kleinen Episoden erzählt der Autor aus dem Leben des Vaters mit seinen behinderten Söhnen und wie er fast daran zerbricht. Bis zum Schluss konnte ich bei diesem Roman nicht eindeutig feststellen, ob es sich nun um eine autobiografische Erzählung des Autors handelt oder er „nur“ eine Geschichte erzählt. Bei der Eindringlichkeit der Betrachtungsweise ist ersteres anzunehmen. Das Buch hat nur wenige, teils halbleere Seiten und ist daher schnell ausgelesen. Aber es wirkt um so länger nach. Der teils rabenschwarze Humor ist die einzige Möglichkeit des Erzählers mit seinem Schicksal umzugehen. Das mag für manche, die das Thema gern totschweigen möchten, etwas zu weit gehen. Jedoch kann man beim aufmerksamen Lesen, vor allem zwischen den Zeilen, die tiefe Liebe des Vaters empfinden, die er dennoch gegenüber seinen Söhnen hegt, die so anders als die anderen sind. Klar hadert er mit seinem Schicksal, gibt sich ein ganzes Leben lang die Schuld, kann sich selbst nicht verzeihen. Doch wem würde es anders gehen, wenn er ehrlich mit sich selbst ist. Schonungslos offen, bis an die Schmerzgrenze sarkastisch – so verpackt der Autor eine bewegende Lebensgeschichte, die Betroffenen dennoch Mut machen kann. |
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Bewertung von Xirxe aus Hannover am 15.08.2010 |
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Kinder sind ein Geschenk des Himmels - wer es wagt diesem Satz zu widersprechen, sollte damit rechnen zumindest scheel angeblickt zu werden. Klar, so etwas kann nur aus dem Munde eines/r Kinderlosen kommen, Egoisten, Hedonisten oder dergleichen. Doch ein Elternteil das einen solchen Widerspruch äußert? Undenkbar! Jean-Louis Fournier riskiert es, 156 Seiten lang (wobei man es durchaus auf die Hälfte zusammenrücken könnte, soviel Leerraum beinhaltet dieses Buch). Er ist Vater zweier Söhne, zweier schwerstbehinderter Söhne, die 'nichts als Stroh im Kopf haben'. Und nie käme es ihm in den Sinn zu sagen, er ist ein 'stolzer Vater'. Fournier leidet: Leidet an dem Unglück das über ihn hereinbrach, das es ihm unmöglich macht, sein Wissen und seine Erfahrungen weiterzugeben, nie Enkelkinder an der Hand zu halten, nie stolz sein zu können auf seine Nachgeborenen. Er leidet auch mit, nein, für seine Söhne: dass ihnen so viele Dinge unbekannt bleiben, so viel Schönes und Gutes. Es ist ein einziger Schmerz der aus ihm spricht und dem er offenbar nichts entgegenzusetzen hat als seinen zynischen Humor. Er liebt seine Kinder, doch es ist keine selbstlose Liebe wie sie Müttern vielleicht leichter fällt. Für ihn sollte es eine Liebe auf Gegenseitigkeit sein: Er würde ihnen das Fundament für ein eigenständiges selbstverantwortliches Leben vermitteln und im Gegenzug würde es ihn mit Stolz erfüllen. Er gibt ihnen Zärtlichkeit und Zuwendung und erhielte Gleiches zurück. Er 'opfert' ihnen einen Abschnitt seines Lebens und bekäme dafür von ihnen (oder deren Kinder) gemeinsame Zeit in der Zukunft. Doch nichts davon wird geschehen. Seine Liebe ist vertane Liebe, denn es kommt nichts (oder so gut wie nichts) zurück - so ist seine Sicht. Fournier schildert zu kurzen Momentaufnahmen aus dem Zusammenleben mit seinen Söhnen seine Gedanken und Überlegungen, die locker leicht daher kommen und durchaus ein Schmunzeln bei den Lesenden erzeugen, aber die Unzufriedenheit und das Hadern mit seinem Schicksal nicht verbergen können. Interessant ist ein Blick auf die Website seiner Exfrau, die im Gegensatz zum ihm durchaus einen Sinn in der Liebe zu ihren Söhnen sieht (http://wherearewegoingmum.monsite.orange.fr/). Fazit: Ein sehr ehrliches und offenherziges Buch, das einem eine völlig neue Sicht auf die Belastung der Eltern behinderter Kinder eröffnet. |
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Bewertung von Midnight-Girl aus NRW am 24.01.2010 |
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Jean-Louis Fournier schreibt in diesem Buch einen Brief an seine beiden behinderten Söhne, Mathieu und Thomas, auch wenn sie diesen Brief nie lesen werden. Er beschreibt seine Eindrücke und seine Erfahrungen, die er mit seinen Kindern gemacht hat und schreibt ihnen auch was er vermisst hat. Im Grunde schreibt er alles nieder was ihn beschäftigt und wie er das Leben mit zwei behinderten Kindern empfindet bzw empfunden hat. Der Autor widmet sich einem Thema, das eigentlich nicht so offen besprochen wird, auch wenn es eigentlich allgegenwärtig sein sollte. Er hat das 'Schicksal', zwei behinderte Söhne zu haben und diese großzuziehen und genau darum geht es in dem Buch, um das Leben mit einem solchen Schicksal. Er schreibt von vielen Situationen, die er mit seinen Kindern erlebt hat, die zum Teil witzig, aber auch oft nervenaufreibend waren. Natürlich stellt er auch Vergleiche auf, wie es gewesen wäre, wenn die beiden nicht behindert auf die Welt gekommen wären. Doch ich bin der Meinung bei allem negativen, das der Autor zum Ausdruck bringt, dass er doch irgendwo stolz auf seine Kinder war und ist und das Leben mit ihnen nicht missen möchte. Es ist für ihn nun einmal etwas anderes vorgesehen und so versucht er sich auch mit dieser Situation zu arrangieren. Teilweise ist das was er schreibt schon sehr an der Grenze, aber ich habe das Gefühl, dass der Autor versucht in diesem Buch seine Gefühle zu kompensieren und so versucht mit der Situation klar zu kommen, eben dadurch, dass er sich weitesgehend über sie lustig macht. Von der Idee her, die Geschichte als Brief an seine Söhne darzustellen, finde ich es sehr gelungen, die Ausführung dahingegen jedoch weniger. Dass eine Seite oft nur ein paar Zeilen beinhaltet empfinde ich zum Teil als störend, da es den Lesefluss stoppt und manchmal die Zusammenhänge etwas verschwimmen. Der Schreibstil an sich ist in Ordnung, aber meiner Meinung nach nun nicht unbedingt herausragend. |
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| Bewertung von Lesemaus aus Herrnburg am 25.11.2009 | |
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Man sollte schon "hinter den Zeilen" lesen... Als erstes möchte ich erwähnen,das dieses Buch wahrlich unter die Kategorie "schwere Kost" fällt. Nicht jeder kann mit dem Thema an sich und vor allem,mit der Art,wie Fournier darüber schreibt,umgehen! Dennoch würde ich das Buch jederzeit weiterempfehlen! Fournier beschreibt in diesem Buch sehr Ehrlich und mit einer gehöhrigen Priese Sarkasmus,sein Leben mit 2 Behinderten Kindern.Er beschreibt seine Gefühle in unterschiedlichen Situationen,beschreibt,wie die Umwelt darauf reagiert. Manchmal ist sein Sarkasmus darüber doch sehr "Grenzwertig". Doch wenn man hinter den Zeilen Liest,dann erkennt man außer Sarkasmus,Wut und Trauer auch Liebe,Zufersicht,Hoffnung und Dankbarkeit.Und genau das ist es,was dieses Buch ausmacht. Es gibt 1 Kommentar zu dieser Bewertung
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Bewertung von Chiara aus Kornwestheim am 17.11.2009 |
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traurig Dieses Buch hat mich sehr deprimiert und erschüttert. Ich erinnere mich noch gut an die Leseprobe. Damals bekam ich beim lesen regelrecht Gänsehaut, musste trotz des sehr makaberen Humors auch mal lachen und war zu Tränen gerührt. Für mich hatte es den Anschein, dem Vater zweier schwer behinderter Jungs ginge es um eine Reflektion und auch kleine Wiedergutmachung des nicht immer optimalen Zusammenlebens mit seinen beiden Söhnen. Jetzt da ich das gesamte Buch gelesen habe finde ich es einfach nur noch traurig. Nach wie vor habe ich großen Respekt vor dem Autor, der hier so offen und schonungslos über seine Gefühle spricht. Doch bei all der Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit hab ich mir doch auch ein wenig Glück, Freude und inneren Frieden gewünscht. Es ist mit Sicherheit für jede Familie ein extrem harter Schicksalsschlag ein behindertes Kind zu haben geschweige denn zwei und ich hab extrem große Zweifel das bewältigen zu können. Oftmals hilft einem da wohl nur der so genannte Galgenhumor durch den Alltag. Doch die permanenten Aussagen, wie beispielsweise „meine Söhne haben nur Stroh im Kopf und sind absolut wertlos“ haben mich dann doch sehr erschüttert. Ich weiß nicht ob es aus der Sicht einer Mutter noch mal anders aussieht. Aber ich bin davon überzeugt dass bei all der Tragik dennoch für das eigene Kind ganz gleich wie es „geraten“ ist Liebe vorhanden ist und die zollt meiner Meinung nach einen gewissen Respekt. Anfangs konnte ich zwischen den Zeilen noch ein wenig Zuneigung erkennen und hoffte dass zumindest am Ende ein versöhnlicher Aspekt herüberkommt. Aber letztendlich hadert der Vater die ganze Zeit mit seinem Schicksal bis zum Schluss. Mich hätte auch interessiert wie die Mutter und die gesunde Tochter Marie den Alltag erlebt haben. Abschließend kann ich nur sagen ich kenne und erlebe des Öfteren Eltern mit behinderten Kindern und bin immer wieder davon überwältigt wie viel Liebe und Geduld sie Ihren Kindern entgegenbringen und bin doch immer wieder überrascht was für eine positive Ausstrahlung sie auch gegenüber der Außenwelt haben. Das beeindruckt mich jedesmal sehr. |
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| Bewertung von Rockabella aus Essen am 05.11.2009 | |
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Der Schriftsteller und Humorist Jean-Louis Fournier erzählt in lauter kurzen Anekdoten über das Leben seiner körperlich, wie geistig, behinderten Kinder. Da er dieses Buch als Vater geschrieben hat, nimmt er sich auch die Freiheit heraus über seine Kinder zu witzeln, zu spotten und die unschöne Wahrheit über ihr Leben darzustellen. Manchmal ist man daher von Herrn Fourniers Worten sehr erschrocken und fragt sich, wie er so über seine eigenen Kinder reden kann. Doch man merkt auch, dass dieses Makabre einfach seine Art ist, mit diesem schwierigen Schicksal umzugehen und damit klar zu kommen gleich die doppelte Last tragen zu müssen. Vielleicht ist er mit der Zeit auch einfach abgestumpft und/oder er provoziert bewusst. Was mich etwas gestört hat, ist, das er kurz angeschnitten hat das er noch eine „normale“ Tochter hat und mit ihr auch etwas passiert sei. Aber was? Warum schreibt er nur über seine Jungs und lässt die Tochter ganz außen vor? Klar, es soll ein Buch über seine behinderten Kinder sein. Dennoch finde ich dass die Tochter und die Mutter wirklich zu kurz kommen. Immerhin gehören sie genau so zur Familie. Was mich absolut schockiert hat, war eine Stelle als Jean-Louis Fournier erzählt hat, wie er seiner Frau sagte ,das er sich überlegt hätte Mathieu und Thomas, wenn sie alt genug zum rasieren seien, mit dem Rasiermesser ins Badezimmer einzuschließen und erst wieder aufzumachen wenn es drinnen still geworden wäre. Dann könne man aufwischen… Mir ist schon klar dass er dies nicht ernst gemeint hat und er seine Jungs trotz dieser Worte bedingungslos liebt. Dennoch haben mich diese Gedanken sehr getroffen. Was würden seine Söhne denken, wenn sie dies lesen könnten? Ich als Kind wäre geschockt und tief betroffen. Und ist es lustig oder erschütternd dauernd zu wiederholen dass seine Kinder nur Stroh im Kopf haben? Ich weiß es wirklich nicht. Neben diesen ganzen schrecklichen Gedankenn merkt man dem Autor jedoch auch den Neid auf andere Eltern, mit „normalen“ Kindern an. Man merkt dass er die Schuld, für das Unglück seiner Kinder, bei sich sucht. Dieses sehr kurze Buch lässt einen sehr nachdenklich und aufgewühlt zurück. Die verschiedenen Anekdoten aus fast allen Lebensbereichen zu lesen ist ein Wechselbad der Gefühle. Auf jeden Fall wird dieses Buch eines schaffen: das man viel darüber diskutiert und das alle Eltern gesunder Kinder glücklich über ihre Rabauken sind. Ich muss zugeben dass diese Rezension sich jetzt eher negativ liest, dennoch ist „Wo fahren wir hin, Papa?“ wirklich ein ganz besonderes Schicksalsbuch das man sich ruhig mal durchlesen sollte. |
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| Bewertung von snuuuke aus München am 29.10.2009 | |
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Der in Frankreich sehr bekannte Autor Jean-Louis Fournier schreibt in seinem Buch "Wo fahren wir hin, Papa?" aus der Ich-Perspektive eines Vaters von zwei schwerbehinderten Söhnen. Dabei handelt es sich um keine zusammenhängende Geschichte, vielmehr um immer wenige Zeilen umfassende Ausschnitte (daher ist das Buch auch vergleichsweise sehr kurz). Doch gerade diese kurzen, scheinbar nebenbei hingekritzelten Aussagen stecken voller Gefühl und Gedanken: Manchmal lustig, manchmal traurig, oft voller schwarzem Humor, schier brutal, aber immer offen und ehrlich. Der Autor erzählt uns die schonungslose Wahrheit, wie er sie erlebt hat, ohne Rücksicht auf Verluste und auf die Gefahr hin, grob zu wirken. "Wenn ein Kind sich mit Schokopudding beschmiert, lachen alle; wenn das Kind behindert ist, lacht keiner." Und genau diese Kluft aus Betretenheit versucht Jean-Louis Fournier zu durchbrechen - mit Erfolg, wie ich finde. Sicher sind seine Äußerungen oftmals grob und hinterlassen ein flaues Gefühl im Magen, "wie kann der nur so gemein sein?". Doch wenn man ehrlich ist, gibt es wohl keinen Menschen, der sich nicht manchmal das schlimmste ausmalt und einfach nur genervt - auch von seinen eigenen Kindern - ist. Es ist schwer das zuzugeben, umso bewundernswerter finde ich die Offenheit, mit der der Autor mit dem Thema umgeht. Viel mehr gibt es über das Buch auch nicht zu sagen - man muss es selbst erleben, selbst die kurzen Gedankenstücke weiterspinnen, selbst zwischen Bewunderung und Verachtung, Humor und Trauer stehen. Auf jeden Fall ein ehrliches, selbstkritisches Buch, nicht für Zartbesaitete, das zum Nachdenken anregt. |
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| Bewertung von schnegg72 aus Nbg am 28.10.2009 | |
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Der Märtyrer-Engel offenbart sich hier in Gestalt des Autors, der offensichtlich vom Schicksal schwer getroffen wurde. Keine Eltern der Welt wollen sich vorstellen wie ist, gleich zwei schwerstbehinderte Kinder zu bekommen. Doch über kurz oder lang arrangieren sie sich mit ihrem Schicksal und stellen fest, daß jedes Kind auf seine Art liebenswert ist. Diesen Eindruck hatte ich jedoch hier überhaupt nicht. Herr Fournier scheint es sich zu seiner Aufgabe gemacht zu haben, bis an sein Lebensende mit seinem Schicksal zu hadern. Trieft das Buch auch vor Sarkasmus, ist eines klar: er bemitleidet sich von der ersten bis zur letzten Seite selbst. Ob wegen seiner Söhne oder weil er um sein eigenes Leben betrogen wurde ist allerdings nicht ganz klar. Und das Buch klingt nicht, als ob er es für seine Söhne geschrieben hätte, sondern eher für sich. Zudem tut mit der Wald leid, der wegen seines Buches abgeholzt werden mußte. Denn: 90% der Seiten sind nur zur Hälfte beschrieben. Und so ist es doch ein teures Vergnügen von 156 halben Seiten bei einem Preis von 12,90 €, das noch nicht einmal nachmittagfüllend ist. http://buchfamily.jimdo.com/ |
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