Elf Arten der Einsamkeit - Yates, Richard

Richard Yates 

Elf Arten der Einsamkeit

Short stories

Aus d. Amerikan v. Anette Grube u. Hans Wolf
Broschiertes Buch
 
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Elf Arten der Einsamkeit

Sie leben in der Kleinstadthölle, fühlen sich zu Höherem berufen oder wenigstens zu Anderem und entkommen der Realität doch nicht. Die Figuren, die der große amerikanische Autor Richard Yates in seinen Erzählungen klar und präzise zeichnet, sind sämtlich gezwungen, sich mit einem Schicksal zu bescheiden, das sie nicht mögen. Daraus entsteht Konfliktstoff. Daraus entsteht eine tiefe Trauer.

'Ein Klassiker der amerikanischen Moderne.' Süddeutsche Zeitung

"Meisterhaft!" New York Times


Produktinformation

  • Verlag: Btb
  • 2007
  • Ausstattung/Bilder: 2007. 284 S.
  • Seitenzahl: 284
  • btb Bd.73730
  • Deutsch
  • Abmessung: 187mm x 118mm x 25mm
  • Gewicht: 270g
  • ISBN-13: 9783442737307
  • ISBN-10: 3442737303
  • Best.Nr.: 22813186
"Ein Klassiker der amerikanischen Moderne." (Süddeutsche Zeitung)

"Meisterhaft!"

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 15.03.2006

Wunschloses Unglück
Die Würde der Niederlage: Richard Yates demontiert in seinen Stories den amerikanischen Traum / Von Edo Reents

Richard Yates hat es nicht leicht gehabt in seinem Leben, das sechsundsechzig Jahre währte. Der Krieg, berufliche Unsicherheiten, unglückliche Liebschaften, Scheidungen und Alkoholismus sind dabei noch die handelsüblichen Bestandteile einer Schriftstellerbiographie. Es gab Zeiten, da war sich der Erzähler nicht sicher, ob nicht er es gewesen sein könnte, der Präsident Kennedy erschossen hat, für dessen Bruder Robert er Reden schrieb; außerdem hatte er Angst, er könnte in einem Moment, den er nicht unter Kontrolle haben würde, seinen geliebten Töchtern Gewalt antun. Dazu kam es nie. Doch die Psychosen, unter denen er litt und gegen die er reichlich Pillen und Schnaps zu sich nahm, mündeten in einen Rest, den er wie ein Geist verlebte, stark rauchend bis zuletzt und sogar auch dann, wenn er an Sauerstoffflaschen angeschlossen war, weil seine früh von der Tuberkulose geschwächte Lunge den Dienst immer öfter versagte.

Wie konnte es sein, daß eine solche Existenz, die fast dostojewskisches Format hatte …

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Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

"Elf Arten der Hölle", so hätte man aus Sicht von Rezensent Edo Reents "die Sache" auch überschreiben können. Kalter Angstschweiß und Fatalismus strömt ihm aus Richard Yates' Geschichten entgegen und im Zentrum sieht er "Ehehöllen, Angestelltenhöllen, Klassenzimmerhöllen", also "Nachkriegshöllen" aller Art stehen. Der Rezensent ist beeindruckt von der "Klarheit des Stils" mit der Yates das Unglück der kleinen Leute auch sprachlich ausgelotet hat. Ihre beklemmende Wirkung beziehen die Stories für ihn, weil ihm die Normalität der geschilderten Konflikte und Figuren signalisiert, dass "auch uns dergleichen jederzeit widerfahren kann". Nicht nur der Röntgenblick, mit dem Yates seine Figuren"gleichsam aufs Skelett" zerlegt, lässt ihn für Reents zur Vaterfigur eines Raymond Carver und Richard Ford werden, zu einem Mitglied der Autorenfamilie, zu der Reents auch Hemingway und Scott Fitzgerald zählt. Deshalb findet er es verwunderlich, dass Yates hierzulande immer noch kaum gelesen wird. So preist er auch den Verlag für die Edition dieses Buches, dessen Original seinen Informationen zufolge bereits 1962 erschienen ist.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 21.04.2006

Homer des Mittelstandes
Richard Yates und die Kunst der Gegenständlichkeit
„Elf Arten der Einsamkeit” - der Titel von Richard Yates’ Geschichtensammlung ist ungewöhnlich treffend. Dieser Band von Shortstorys, in den Vereinigten Staaten 1962 erschienen, aber erst jetzt ins Deutsche übersetzt, wirkt wie nach einem Plan geschrieben. Seine Kasuistik menschlicher Verlorenheit ist reich und erdrückend. Ein neuer Schüler in einer mittelständischen Schulklasse, der sich durch Armut, Unwissenheit und Verlogenheit blamiert; ein keusches, aber erwartungsvolles Brautpaar, dessen erste erotische Annäherung am Vorabend der Hochzeit traurig misslingt; ein pedantischer Armee-Ausbilder, dessen hingebungsvolle Arbeit mit einer sinnlosen Versetzung zerstört wird; ein Tuberkulose-Kranker, dessen Frau fremdgeht, während er eine endlose Kur im Krankenhaus absitzt; ein angestellter Versager, dem nichts anderes bleibt, als seine Entlassung mit schicksalhafter Ergebenheit anzunehmen - so sehen die Arten der Einsamkeit bei Yates aus.
Seine Geschichten sind bitter und schön, ihr Stil ist deutlich und durchsichtig, ihr Milieu durchschnittlich und zugänglich, ihre Poesie ist …

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Richard Yates wurde 1926 in Yonkers, New York, geboren und lebte bis zu seinem Tod 1992 in Kalifornien. Er war einige Jahre als Werbetexter beschäftigt und in den späten Sechzigern kurzzeitig als Redenschreiber für Senator Robert Kennedy tätig. Hauptsächlich jedoch arbeitete Richard Yates als Schriftsteller: Er war der Autor von sieben Romanen und zwei Erzählungsbänden, die zu seinen Lebzeiten kaum Beachtung fanden heute jedoch zu den wichtigsten Werken der amerikanischen Literatur des 20. Jahrhunderts gehören.

Leseprobe zu "Elf Arten der Einsamkeit" von Richard Yates

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Bewertung von Horst am 16.05.2007 ***** ausgezeichnet
Wer melancholische oder sentimentale Geschichten von schlicht gezeichneten Außenseitern oder Verlierern erwartet, wird enttäuscht. Die im Titel zitierte Einsamkeit schleicht sich hinterrücks in die Geschicht: Dem Leser wird das Herz schwer und nur langsam bemerkt er den eigenen Stimmungsumschwung, und plötzlich ist die Erkenntnis der Einsamkeit da. Ich habe mich immer wieder dabei erwischt, wie ich den Geschichten nachgesonnen habe, um zu begreifen, wo und wie sich die Einsamkeit in diese Storys geschlichen hat, und schließlich bemerkt, dass Richard Yates dem Anspruch, den sein Titel stellt, gerecht wird: Dachte man, zu wissen, was Einsamkeit bedeutet, so wird man hier eines Besseren belehrt. Es gibt tatsächlich verschiedene Arten der Einsamkeit. GROßARTIGES BUCH!

Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundenes Buch

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