Die Frauen - Boyle, T. C.
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T. C. Boyle 

Die Frauen

Roman

Aus d. Amerikan. v. Kathrin Razum u. Dirk van Gunsteren
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Produktbeschreibung zu Die Frauen

Er ist genial, er ist exzentrisch und er ist der berühmteste Architekt der USA - wenn nicht gar der Welt: Mit der überlebensgroßen Figur Frank Lloyd Wright erweitert T. C. Boyle seine Darstellung mythischer Amerikaner. Mitten in der Prärie hat Wright einen Traum verwirklicht: das Anwesen Taliesin. Hier lebt und arbeitet er mit seinen treuen Schülern und seinen geliebten Frauen: der aparten Tänzerin aus Montenegro, der exaltierten Morphinistin und - natürlich - Mrs. Wright. Sie alle führen erbitterte Kämpfe gegen ihre Nebenbuhlerinnen und gegen die bigotte amerikanische Gesellschaft. Boyles Geschichte des großartigen Egomanen ist zugleich eine Kritik an der Prüderie der Amerikaner in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Produktinformation


  • Verlag: Hanser
  • 2009
  • Ausstattung/Bilder: 2009. 556 S.
  • Seitenzahl: 556
  • Deutsch
  • Abmessung: 22 cm
  • Gewicht: 789g
  • ISBN-13: 9783446232693
  • ISBN-10: 3446232699
  • Best.Nr.: 25617773

Perlentaucher-Notiz zur ZEIT-Rezension

Das Leben als Problem ist dem Rezensenten Adam Soboczynski im neuen Roman T.C. Boyles begegnet, der nur bis zu einem gewissen Punkt unterhaltsam sei, dann aber eine Abrgündigkeit entwickele, die im Inferno ende. Es geht um den Architekten Frank Lloyd Wright und seine berühmt-berüchtigten Frauengeschichten, die Boyle quasi um eine Feuerstelle in seinem Präriehaus Taliesin herum konstruiert. Sie sind morphiumsüchtig und niederträchtig oder kränklich und eifersüchtig, sie quälen, scheitern oder kommen im Feuer um. Ein wenig vage bleibt Soboczynski in Hinsicht auf die dramatische Steigerung gen Ende hin, natürlich will er nichts verraten und deutet nur an, dass hier alles - in Korrespondenz zum Mythos des Westens und der frontier -  auf die "unterdrückte, archaische Gewalt des Kontinents" zuläuft.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 19.03.2009

Wer so gut baut, muss mehr sein als ein Lebemann
T. C. Boyle unterschätzt den Helden seines Romans „Die Frauen”, den Architekten Frank Lloyd Wright
Die Selbstüberhöhung der Architekten ist keine Seltenheit. Schon Ineni, Baumeister im Altertum, beschrieb seine Bedeutung um 1500 vor unserer Zeit so: „Ich war Aufseher der Aufseher und hatte niemals Misserfolg.” Das konnte sich sein ägyptischer Kollege Senenmut kaum bieten lassen, der behauptete: „Ich war der Größte der Großen.” Aber auch dieses Selbstbewusstsein war steigerungsfähig. Claude-Nicolas Ledoux, französischer „Revolutionsarchitekt” im späten 18. Jahrhundert, bezeichnete seinen Beruf als „Titanentum”, sich selbst als „Herausforderer des Schöpfers”.
Wenn der amerikanische Architekt Frank Lloyd Wright (1867-1959) also einen ihn anschmeichelnden Reporter anblafft, nein, er, Wright, sei keineswegs der größte Architekt der Gegenwart, „sondern der größte Architekt aller Zeiten”, dann ist das lediglich ein ordentlicher Mittelwert auf der ewigen Skala der Bau-Arroganz. Dem jüngsten Buch „Die Frauen”, das der amerikanische Schriftsteller T. C. Boyle dem Leben dieses …

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kulturnews - RezensionBesprechung
Bereitgestellt von kulturnews.de
(c) bunkverlag
T. C. Boyles 560-Seiten-Wälzer wurde für die Hörbuchversion gekürzt, trotzdem füllt die Lesung von "Die Frauen" acht CDs. Das erfordert Durchhaltevermögen, vor allen Dingen am Anfang. In einer Einführung zum ersten Kapitel lässt Boyle seinen Erzähler sich vorstellen, den fiktiven Japaner Tadashi Sato, der als Architekturstudent bei seinem Vorbild Frank Lloyd Wright anheuert und acht Jahre in dessen Wohn- und Arbeitsprojekt Taliesin bleibt. Doch spätestens nach dem Ende dieses Prologs ist man angefixt, denn Boyle kommt langsam zur Sache: "Die Frauen" porträtiert den Stararchitekten anhand seiner Ehen und Affären, und in den Situationen, in die Wright aufgrund seiner Flatterhaftigkeit gerät, offenbart sich die Prüderie der amerikanischen Gesellschaft. Der Schauspieler Ulrich Matthes ist der ideale Sprecher: Obwohl er nicht davor zurückscheut, den Frauen des Romans hohe und auch mal keifende Stimmen zu verpassen, ist seine Lesung nie überzogen oder albern. Stattdessen trägt er angenehm durch die detailverliebte Geschichte und arbeitet die Ambivalenz des Charakters Frank Lloyd Wright heraus. (jul)

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 27.04.2009

Die Gestaltung der Lust

Das Horizontale wird überbetont: T. C. Boyle widmet sich in seinem neuen Roman dem exzentrischen Stararchitekten Frank Lloyd Wright, dessen Sexualleben zu Lebzeiten die Öffentlichkeit fast mehr beschäftigte als seine Bauwerke.

Nervöse Formulierungslust und unkontrollierte Redseligkeit halten sich im neuen Roman des amerikanischen Bestsellerautors T. C. Boyle die Waage. Dieser Zwiespalt grundiert das Leseerlebnis von der ersten Seite an. Einerseits wird man sofort ins Labyrinth des exaltierten Lebens seiner Hauptfigur geschleudert und mitgerissen. Andererseits folgt man den Irrwegen und Höhenflügen des porträtierten Stararchitekten mit leisem Vorbehalt.

Schon zum dritten Mal rückt T. C. Boyle einen genialen Exzentriker ins Zentrum eines Romans und erschafft ihn in seinem literarischen Laboratorium neu. Nach dem Gesundheitsguru John Harvey Kellogg ("Willkommen in Wellville", 1993) und dem Sexualforscher Alfred Kinsey ("Dr. Sex", im Original "The Inner Circle", 2005) erkürt er jetzt den amerikanischen Stararchitekten Frank Lloyd Wright zum Helden seines 560 Seiten starken Romans "Die Frauen". Der erfinderische Egomane, …

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"Boyles Geschichte des großartigen Egomanen ist zugleich eine Kritik an der Prüderie der Amerikaner in der ersten Hälfte des 2. Jahrhunderts."
NITRO - Unabhängiges Magazin für Medien 03/2011

»Boyles Geschichte des großartigen Egomanen ist zugleich eine Kritik an der Prüderie der Amerikaner in der ersten Hälfte des 2. Jahrhunderts.« NITRO - Unabhängiges Magazin für Medien 03/2011
T. C. Boyle, geb. 1948 in Peekskill, New York im Hudson Valley, war Lehrer an der dortigen High-School und publizierte während dieser Zeit seine ersten Kurzgeschichten. Heute lebt er in Kalifornien und unterrichtet an der University of Southern California in Los Angeles Creative Writing.

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Durchschnittliche Kundenbewertung 4.5 von 5 Sterne bei 2 Bewertungen **** ausgezeichnet
(aus 2 Bewertungen)

Bewertung von Jette_16 aus Berlin am 07.11.2011 ***** ausgezeichnet
Ich habe das Buch geschenkt bekommen und zuvor noch nichts von T.C. Boyle gelesen. Ich muss zugeben, dass ich eine Weile gebraucht habe, um in die Geschichte hineinzufinden. Aber dann konnte ich mich einfach nicht mehr losreißen.Ich war begeistert von der Lebensgeschichte bzw. der umrissenen Zeitspanne von Frank L. Wright und das Leben/die Liebe mit diesen drei sehr unterschiedlichen Frauen. Die genaue Beschreibung aller Charaktere (besonders der der Frauen und des Erzählers Tadashi) haben mich fasziniert. Etwas störend fand ich die vielen Fußnoten, die sich durch das gesamte Buch ziehen, auch wenn sie Vieles erklären sollen. Fazit: Ich habe das Buch geliebt, noch einmal gekauft und weiterverschenkt und werde mit Sicherheit mehr von Boyle lesen.

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Bewertung von MaWiOr aus Halle am 03.12.2010 ***** sehr gut
Der amerikanische Kult-Autor T.C. Boyle hat sich wieder zu Wort gemeldet und mit „Die Frauen“ bereits sein zwölften Roman vorgelegt. Nach dem Gesundheitsguru John Harvey Kellogg (in „Willkommen in Wellville“, 1993) und dem Sexualforscher Alfred Kinsey (in „Dr. Sex“, 2005) beschäftigt er sich dieses Mal mit Frank Lloyd Wright, einem der bedeutendsten Architekten des 20. Jahrhunderts. Boyle widmet sich aber weniger mit der künstlerischen Arbeit des Star-Architekten sondern vorrangig mit seinen Ehefrauen bzw. Lebenspartnerinnen.

Der begnadete Künstler und überspannte Frauenheld Wright hat sich in der Prärie seinen Traum verwirklicht: sein grandioses Künstler-Anwesen Taliesin mitten im tiefsten Wisconsin. Hier lebt und arbeitet der Exzentriker zusammen mit seinen Schülern und geliebten Frauen sowie ihren zahlreichen Nebenbuhlerinnen. Selbstherrlich setzt er seine Studenten bei der Küchenarbeit ein, ignoriert die Wünsche seiner Auftraggeber, schläft mit deren Ehefrauen und hat überall Schulden.

Die Handlung des Romans verläuft chronologisch rückwärts, also von „hinten“ nach „vorn“. Sie wird aus der Perspektive von drei Frauen (Olgivanna, Miriam und Mamah) erzählt. Der Roman, der sich aus drei Teilen (überschrieben mit den Frauennamen) zusammensetzt, umspannt dabei den Zeitraum von 1909 bis 1930. Die einzelnen Teile sind in eine Rahmenhandlung um den ehemaligen japanischen Schüler Tadashi Sato eingebettet, der neun Jahre bei Wright gewohnt und gearbeitet hat. Wrights Leben ist ein Kampf zwischen Erfolg und Rückschlägen, zwischen Lobeshymnen und niederschmetternder Kritik einer sensationslüsternen Presse.

„Die Frauen“ ist aber nicht nur eine Schlammschlacht zwischen den verschiedenen Rivalinnen, dem Autor gelingt mit der fiktiven und aufregenden Biografie von Wright auch ein äußerst genaues und kritisches Gesellschaftsbild des bigotten Amerika in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. T.C. Boyle erweist sich mit diesem fulminanten Sittengemälde wieder als messerscharfer Beobachter und als einer der großen Schriftsteller der Gegenwart.

Manfred Orlick

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Die Frauen

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Produktinformation
  • Verlag: Hanser
  • 2009
  • Ausstattung/Bilder: 2009. 556 S.
  • Seitenzahl: 556
  • Deutsch
  • Abmessung: 22 cm
  • Gewicht: 789g
  • ISBN-13: 9783446232693
  • ISBN-10: 3446232699
  • Best.Nr.: 25617773

Leseprobe zu "Die Frauen"

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Produktbeschreibung zu "Die Frauen"

Kurzbeschreibung

Er ist genial, er ist exzentrisch und er ist der berühmteste Architekt der USA - wenn nicht gar der Welt: Mit der überlebensgroßen Figur Frank Lloyd Wright erweitert T. C. Boyle seine Darstellung mythischer Amerikaner. Mitten in der Prärie hat Wright einen Traum verwirklicht: das Anwesen Taliesin. Hier lebt und arbeitet er mit seinen treuen Schülern und seinen geliebten Frauen: der aparten Tänzerin aus Montenegro, der exaltierten Morphinistin und - natürlich - Mrs. Wright. Sie alle führen erbitterte Kämpfe gegen ihre Nebenbuhlerinnen und gegen die bigotte amerikanische Gesellschaft. Boyles Geschichte des großartigen Egomanen ist zugleich eine Kritik an der Prüderie der Amerikaner in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

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27.04.2009

Die Gestaltung der Lust

Das Horizontale wird überbetont: T. C. Boyle widmet sich in seinem neuen Roman dem exzentrischen Stararchitekten Frank Lloyd Wright, dessen Sexualleben zu Lebzeiten die Öffentlichkeit fast mehr beschäftigte als seine Bauwerke.

Nervöse Formulierungslust und unkontrollierte Redseligkeit halten sich im neuen Roman des amerikanischen Bestsellerautors T. C. Boyle die Waage. Dieser Zwiespalt grundiert das Leseerlebnis von der ersten Seite an. Einerseits wird man sofort ins Labyrinth des exaltierten Lebens seiner Hauptfigur geschleudert und mitgerissen. Andererseits folgt man den Irrwegen und Höhenflügen des porträtierten Stararchitekten mit leisem Vorbehalt.

Schon zum dritten Mal rückt T. C. Boyle einen genialen Exzentriker ins Zentrum eines Romans und erschafft ihn in seinem literarischen Laboratorium neu. Nach dem Gesundheitsguru John Harvey Kellogg ("Willkommen in Wellville", 1993) und dem Sexualforscher Alfred Kinsey ("Dr. Sex", im Original "The Inner Circle", 2005) erkürt er jetzt den amerikanischen Stararchitekten Frank Lloyd Wright zum Helden seines 560 Seiten starken Romans "Die Frauen". Der erfinderische Egomane, …

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19.03.2009

Wer so gut baut, muss mehr sein als ein Lebemann
T. C. Boyle unterschätzt den Helden seines Romans „Die Frauen”, den Architekten Frank Lloyd Wright
Die Selbstüberhöhung der Architekten ist keine Seltenheit. Schon Ineni, Baumeister im Altertum, beschrieb seine Bedeutung um 1500 vor unserer Zeit so: „Ich war Aufseher der Aufseher und hatte niemals Misserfolg.” Das konnte sich sein ägyptischer Kollege Senenmut kaum bieten lassen, der behauptete: „Ich war der Größte der Großen.” Aber auch dieses Selbstbewusstsein war steigerungsfähig. Claude-Nicolas Ledoux, französischer „Revolutionsarchitekt” im späten 18. Jahrhundert, bezeichnete seinen Beruf als „Titanentum”, sich selbst als „Herausforderer des Schöpfers”.
Wenn der amerikanische Architekt Frank Lloyd Wright (1867-1959) also einen ihn anschmeichelnden Reporter anblafft, nein, er, Wright, sei keineswegs der größte Architekt der Gegenwart, „sondern der größte Architekt aller Zeiten”, dann ist das lediglich ein ordentlicher Mittelwert auf der ewigen Skala der Bau-Arroganz. Dem jüngsten Buch „Die Frauen”, das der amerikanische Schriftsteller T. C. Boyle dem Leben …

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Kundenbewertungen zu "Die Frauen" von "T. C. Boyle"

Durchschnittliche Kundenbewertung (aus 2 Bewertungen):
4.5 von 5 Sterne bei 2 Bewertungen ****
ausgezeichnet
Bewertung von Jette_16 aus Berlin am 07.11.2011
*****
ausgezeichnet
Ich habe das Buch geschenkt bekommen und zuvor noch nichts von T.C. Boyle gelesen. Ich muss zugeben, dass ich eine Weile gebraucht habe, um in die Geschichte hineinzufinden. Aber dann konnte ich mich einfach nicht mehr losreißen.Ich war begeistert von der Lebensgeschichte bzw. der umrissenen Zeitspanne von Frank L. Wright und das Leben/die Liebe mit diesen drei sehr unterschiedlichen Frauen. Die genaue Beschreibung aller Charaktere (besonders der der Frauen und des Erzählers Tadashi) haben mich fasziniert. Etwas störend fand ich die vielen Fußnoten, die sich durch das gesamte Buch ziehen, auch wenn sie Vieles erklären sollen. Fazit: Ich habe das Buch geliebt, noch einmal gekauft und weiterverschenkt und werde mit Sicherheit mehr von Boyle lesen.
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Bewertung von MaWiOr aus Halle am 03.12.2010
*****
sehr gut
Der amerikanische Kult-Autor T.C. Boyle hat sich wieder zu Wort gemeldet und mit „Die Frauen“ bereits sein zwölften Roman vorgelegt. Nach dem Gesundheitsguru John Harvey Kellogg (in „Willkommen in Wellville“, 1993) und dem Sexualforscher Alfred Kinsey (in „Dr. Sex“, 2005) beschäftigt er sich dieses Mal mit Frank Lloyd Wright, einem der bedeutendsten Architekten des 20. Jahrhunderts. Boyle widmet sich aber weniger mit der künstlerischen Arbeit des Star-Architekten sondern vorrangig mit seinen Ehefrauen bzw. Lebenspartnerinnen.

Der begnadete Künstler und überspannte Frauenheld Wright hat sich in der Prärie seinen Traum verwirklicht: sein grandioses Künstler-Anwesen Taliesin mitten im tiefsten Wisconsin. Hier lebt und arbeitet der Exzentriker zusammen mit seinen Schülern und geliebten Frauen sowie ihren zahlreichen Nebenbuhlerinnen. Selbstherrlich setzt er seine Studenten bei der Küchenarbeit ein, ignoriert die Wünsche seiner Auftraggeber, schläft mit deren Ehefrauen und hat überall Schulden.

Die Handlung des Romans verläuft chronologisch rückwärts, also von „hinten“ nach „vorn“. Sie wird aus der Perspektive von drei Frauen (Olgivanna, Miriam und Mamah) erzählt. Der Roman, der sich aus drei Teilen (überschrieben mit den Frauennamen) zusammensetzt, umspannt dabei den Zeitraum von 1909 bis 1930. Die einzelnen Teile sind in eine Rahmenhandlung um den ehemaligen japanischen Schüler Tadashi Sato eingebettet, der neun Jahre bei Wright gewohnt und gearbeitet hat. Wrights Leben ist ein Kampf zwischen Erfolg und Rückschlägen, zwischen Lobeshymnen und niederschmetternder Kritik einer sensationslüsternen Presse.

„Die Frauen“ ist aber nicht nur eine Schlammschlacht zwischen den verschiedenen Rivalinnen, dem Autor gelingt mit der fiktiven und aufregenden Biografie von Wright auch ein äußerst genaues und kritisches Gesellschaftsbild des bigotten Amerika in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. T.C. Boyle erweist sich mit diesem fulminanten Sittengemälde wieder als messerscharfer Beobachter und als einer der großen Schriftsteller der Gegenwart.

Manfred Orlick
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Perlentaucher-Notiz zur ZEIT-Rezension

25.06.2009

Das Leben als Problem ist dem Rezensenten Adam Soboczynski im neuen Roman T.C. Boyles begegnet, der nur bis zu einem gewissen Punkt unterhaltsam sei, dann aber eine Abrgündigkeit entwickele, die im Inferno ende. Es geht um den Architekten Frank Lloyd Wright und seine berühmt-berüchtigten Frauengeschichten, die Boyle quasi um eine Feuerstelle in seinem Präriehaus Taliesin herum konstruiert. Sie sind morphiumsüchtig und niederträchtig oder kränklich und eifersüchtig, sie quälen, scheitern oder kommen im Feuer um. Ein wenig vage bleibt Soboczynski in Hinsicht auf die dramatische Steigerung gen Ende hin, natürlich will er nichts verraten und deutet nur an, dass hier alles - in Korrespondenz zum Mythos des Westens und der frontier -  auf die "unterdrückte, archaische Gewalt des Kontinents" zuläuft.

© Perlentaucher Medien GmbH

Bereitgestellt von kulturnews.de
(c) bunkverlag

T. C. Boyles 560-Seiten-Wälzer wurde für die Hörbuchversion gekürzt, trotzdem füllt die Lesung von "Die Frauen" acht CDs. Das erfordert Durchhaltevermögen, vor allen Dingen am Anfang. In einer Einführung zum ersten Kapitel lässt Boyle seinen Erzähler sich vorstellen, den fiktiven Japaner Tadashi Sato, der als Architekturstudent bei seinem Vorbild Frank Lloyd Wright anheuert und acht Jahre in dessen Wohn- und Arbeitsprojekt Taliesin bleibt. Doch spätestens nach dem Ende dieses Prologs ist man angefixt, denn Boyle kommt langsam zur Sache: "Die Frauen" porträtiert den Stararchitekten anhand seiner Ehen und Affären, und in den Situationen, in die Wright aufgrund seiner Flatterhaftigkeit gerät, offenbart sich die Prüderie der amerikanischen Gesellschaft. Der Schauspieler Ulrich Matthes ist der ideale Sprecher: Obwohl er nicht davor zurückscheut, den Frauen des Romans hohe und auch mal keifende Stimmen zu verpassen, ist seine Lesung nie überzogen oder albern. Stattdessen trägt er angenehm durch die detailverliebte Geschichte und arbeitet die Ambivalenz des Charakters Frank Lloyd Wright heraus. (jul)

Rezension

"Boyles Geschichte des großartigen Egomanen ist zugleich eine Kritik an der Prüderie der Amerikaner in der ersten Hälfte des 2. Jahrhunderts."
NITRO - Unabhängiges Magazin für Medien 03/2011

Rezensionen und Kritik

»Boyles Geschichte des großartigen Egomanen ist zugleich eine Kritik an der Prüderie der Amerikaner in der ersten Hälfte des 2. Jahrhunderts.« NITRO - Unabhängiges Magazin für Medien 03/2011

Autorenporträt zu "T. C. Boyle"

T. C. Boyle, geb. 1948 in Peekskill, New York im Hudson Valley, war Lehrer an der dortigen High-School und publizierte während dieser Zeit seine ersten Kurzgeschichten. Heute lebt er in Kalifornien und unterrichtet an der University of Southern California in Los Angeles Creative Writing.

14 Marktplatz-Angebote für "Die Frauen" ab EUR 1,90
Zustand Preis Porto Zahlung Verkäufer Rating
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