Die Bienenhüterin - Kidd, Sue Monk

Die Bienenhüterin

Roman

Sue Monk Kidd 

Übers. v. Astrid Mania
 
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Die Bienenhüterin

"Die Geschichte eines mutterlosen Mädchens, das entdeckt, was Liebe wirklich bedeutet und an welch seltsamen und wunderbaren Orten wir Liebe finden können." -- The Washington Post

Das Besondere Taschenbuch Große Romane im besonderen Taschen-Format
Geschenkausgabe im kleinen Format, bedrucktes Ganzleinen mit Lesebändchen. Lilys Mutter ist vor zehn Jahren umgekommen. Ihr Vater herrscht wie ein grausamer Rachegott über die inzwischen 14-jährige. Eines Tages flieht Lily aus der bedrückenden Atmosphäre ihres Elternhauses, wandert über die staubigen Straßen der Südstaaten, um ein neues Zuhause zu finden. Sie begegnet wunderbaren Menschen, rettet mit Mut und Klugheit ein Leben und findet bei drei Frauen Unterschlupf, die, wie im Märchen, in großer Eintracht zusammenwohnen. Die drei Schwestern geben dem Mädchen alles, was es braucht: Liebe, Halt, und Geborgenheit. Sie nehmen Lily in ihre Familie auf und weihen sie in die Geheimnisse weiblichen Wissens ein. Lily lernt alles über die Bienenzucht. Sie erfährt, wer ihre Mutter, die sie so schmerzlich vermisst, wirklich war, und sie verliebt sich. Doch eines Tages steht ihr Vater am Gartentor


Produktinformation

  • Verlag: Btb
  • 2008
  • Ausstattung/Bilder: 2008. 475 S.
  • Seitenzahl: 480
  • btb Bd.73887
  • Deutsch
  • Abmessung: 155mm x 95mm x 27mm
  • Gewicht: 218g
  • ISBN-13: 9783442738878
  • ISBN-10: 3442738873
  • Best.Nr.: 23809070
"Honigsüß - aber nie klebrig. Ein zauberhaftes Buch."
(PUBLISHERS WEEKLY)

"Eine herzerwärmende, tragische, wunderschöne Geschichte!" Bild am Sonntag
Sue Monk Kidd hat sich in den USA bereits mit dem Schreiben von Biografien einen Namen gemacht ('Die Bienenhüterin' war in England für den renommierten Orange Prize nominiert), zwei ihrer Erzählungen wurden in die "Best American Short Stories" aufgenommen. Die Autorin lebt mit ihrer Familie in South Carolina.

Leseprobe zu "Die Bienenhüterin" von Sue Monk Kidd

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Die Königin verkörpert die einigende Kraft der Gemeinschaft. Entfernt man

sie aus dem Bienenkorb, spüren die Arbeitsdrohnen ihre Abwesenheit sehr rasch. Schon nach einigen wenigen Stunden zeigt ihr Verhalten eindeutige Anzeichen dafür, dass die Königin fehlt.

Nachts lag ich im Bett und schaute zu, wie die Bienen durch die Spalten in der Wand meines Schlafzimmers schlüpften und in Kreisen durch mein Zimmer flogen, sie machten ein Geräusch wie Propeller, ein ganz hohes Sssssssss, das dicht um mich herum summte. Ich sah ihre Flügel im Dunkeln wie kleine Chromteilchen schimmern und spürte in mir eine unbestimmte Sehnsucht aufsteigen. Dass die Bienen einfach so herumflogen, ohne nach einer einzigen Blume zu suchen, allein, um den Wind unter ihren Flügeln zu spüren, das hat mich bis in die Tiefe meines Herzens berührt.

Tagsüber hörte ich zu, wie sie sich Gänge durch die Wände meines Zimmers bohrten, es klang, als würde im Nebenzimmer ein Radio rauschen, und ich stellte mir vor, wie sie die Wände von innen in Honigwaben verwandelten, aus denen satter Honig tropft, von dem ich dann kosten dürfte.

Die Bienen kamen im Sommer 1964, es war der Sommer, in dem ich vierzehn Jahre alt wurde und von dem an mein Leben eine neue Wendung nahm, und damit meine ich eine völlig neue Wendung. Aus heutiger Sicht kommt es mir vor, als wären mir die Bienen gesandt worden. Ich will damit sagen, sie erschienen mir, so wie der Erzengel Gabriel die Jungfrau Maria heimsuchte. Die Bienen setzten eine Kette von Ereignissen in Gang, von denen ich niemals zu träumen gewagt hätte. Ich weiß, es ist vermessen, mein kleines unbedeutendes Leben mit dem ihren zu vergleichen, aber ich habe guten Grund zu glauben, dass sie nichts dagegen hätten - aber dazu komme ich später. Im Moment will ich nur so viel sagen: Trotz allem, was in diesem Sommer geschehen ist, hege ich für die Bienen nur gute Gefühle.
1. Juli 1964, ich liege im Bett und warte darauf, dass die Bienen kommen, und denke an das, was Rosaleen gesagt hatte, als ich ihr von den nächtlichen Besuchen erzählt hatte.

"Bienen schwärmen, bevor jemand stirbt", hatte sie gesagt.

Rosaleen arbeitete für uns, seit meine Mutter gestorben war. Mein Daddy - den ich T. Ray nannte, weil "Daddy" einfach nicht zu ihm passte - hatte sie aus der Pfirsichplantage geholt, in der sie als Pflückerin gearbeitet hatte. Sie hatte ein großes, rundes Gesicht, und ihr Körper sah aus wie ein Zelt, das sackartig von ihrem Hals herabhing, und sie war schwarz wie die Nacht. Sie lebte ganz alleine in einem kleinen Haus, das tief im Wald kauerte, gar nicht so weit weg von uns. Sie kam jeden Tag, um zu kochen, zu waschen und um meine Ersatzmutter zu sein. Rosaleen hatte nie ein eigenes Kind gehabt, und so war ich in den letzten zehn Jahren ihr Versuchskaninchen gewesen.

Bienen schwärmen, bevor jemand stirbt. Sie hatte immer jede Menge verrückter Ideen im Kopf, denen ich sonst nicht groß Beachtung schenkte, aber jetzt lag ich doch wach und dachte über diesen Satz nach und fragte mich, ob die Bienen gekommen waren, um mich zu töten. Dieser Gedanke machte mir gar nichts aus, ehrlich nicht. Die Bienen hätten sich alle auf mir nieder lassen können, jede dabei so sanft wie ein Engel, und mich totstechen können, und es wäre nicht einmal das Schlimmste gewesen. Die Leute, die glauben, dass der Tod das Schrecklichste ist, haben keine Ahnung vom Leben.

Meine Mutter starb, als ich vier Jahre alt war. Das war nun mal so, aber immer, wenn ich auf das Thema kam, interessierten sich die Leute plötzlich für ihre eingewachsenen Nägel oder ihre Nagelhaut, oder aber sie starrten einfach in die Luft. Mich schienen sie überhaupt nicht zu hören. Nur dann und wann sagte eine mitfühlende Seele: "Denk nicht weiter darüber nach, Lily. Es war doch ein Unfall. Du hast es ja nicht mit Absicht getan."

In jener Nacht lag ich also im Bett und dachte über das Sterben nach und dass ich zu meiner Mutter ins Paradies kommen würde. Ich würde zu ihr gehen und sagen: "Mutter, verzeih mir. Bitte verzeih mir." Und sie würde meine Haut so lange küssen, bis sie unter ihren Küssen ganz rau würde, und sie würde mir sagen, dass mich keine Schuld trifft. Das würde sie mir während der ersten zehntausend Jahre immer wieder sagen.

In den nächsten zehntausend Jahren würde sie mir dann mein Haar zurechtmachen. Sie würde es bürsten, und es würde so schön sein, dass alle Leute im Himmel ihre Harfen weglegen würden, nur um mein Haar zu bewundern. An den Haaren eines Mädchens kann man sehen, ob es noch eine Mutter hat. Mein Haar stand immer vom Kopf ab, in alle Himmelsrichtungen, und natürlich weigerte sich T. Ray, mir Lockenwickler zu kaufen. Ein ganzes Jahr lang musste ich mir leere Saftdosen ins Haar wickeln, weshalb ich unter ständiger Schlaflosigkeit litt. Ich hatte immer nur die Wahl zwischen einer halbwegs akzeptablen Frisur bei Tage oder ungestörtem Nachtschlaf.

Ich beschloss, dass ich mir vier oder fünf Jahrhunderte lang Zeit nehmen würde, um ihr zu erzählen, wie entsetzlich es wirklich war, bei T. Ray zu leben. Missmutig war er ja das ganze Jahr über, aber im Sommer, wenn er von morgens bis abends in der Pfirsichplantage arbeitete, wurde es besonders schlimm. Ich ging ihm meistens aus dem Weg. Nett war er nur zu Snout, seinem Spürhund, der in seinem Bett schlafen durfte und dem er immer den Bauch kraulte, sobald sich der Hund auf seinen drahtigen Rücken rollte. Einmal habe ich sogar gesehen, wie Snout auf T. Rays Stiefel pinkelte, und er hat noch nicht einmal mit der Wimper gezuckt!

Ich habe Gott immer wieder gebeten, etwas wegen T. Ray zu unternehmen. Vierzig Jahre lang ist er zur Kirche gegangen, aber er wurde nur noch schlimmer. Ich finde, das sollte Gott doch eigentlich zu denken geben.

Ich schlug die Laken zurück. Im Zimmer war es vollkommen ruhig, nicht eine einzige Biene, nirgendwo. Jede Minute sah ich auf die Uhr an meinem Nachttisch und fragte mich, wo sie wohl blieben.

Endlich, kurz vor Mitternacht, als mir vor lauter Anstrengung die Augenlider beinahe zugefallen wären, setzte drüben in der Ecke ein schnurrendes Geräusch ein, dunkel und vibrierend, es klang fast, als käme es von einer Katze. Wenige Momente später huschten Schatten über die Wand. Wenn sie am Fenster vorbeikamen, fiel Licht auf sie, und ich konnte die Umrisse ihrer Flügel sehen. Das Geräusch schwoll im Dunkel an, bis das ganze Zimmer pulsierte, bis die Luft bebte und vibrierte, schwer und voll von Bienen. Sie flogen um mich herum, mein Körper lag mitten in dieser wirbelnden Wolke. Ich konnte nicht einmal mehr klar denken, so laut summten die Bienen.

Ich presste die Fingernägel gegen die Handflächen, bis sich auf meiner Haut tiefe Rillen abzeichneten. In einem Raum voller Bienen kann ein Mensch so gut wie zu Tode gestochen werden.

Und dennoch, das war ein unglaublicher Anblick. Auf einmal konnte ich es nicht mehr aushalten, ich musste das jemandem zeigen, selbst wenn der einzige Mensch in meiner Nähe T. Ray war. Und sollte er von Hunderten von Bienen gestochen werden, na ja, das täte mir dann wohl Leid.

Ich schlüpfte aus dem Bett und stürzte zur Tür, mitten durch die Bienen hindurch. Ich weckte ihn auf, indem ich seinen Arm mit einem Finger berührte, erst ganz sachte, dann immer fester, bis ich schließlich meinen Finger in seinen Arm stieß und staunte, wie hart er sich anfühlte.

T. Ray sprang aus dem Bett, er hatte nur seine Unterwäsche an. Ich zerrte ihn zu meinem Zimmer, während er brüllte, wehe, wenn sich das nicht lohnt, wehe, wenn nicht wenigstens das verdammte Haus in Flammen steht, und Snout bellte, als ob wir beim Taubenschießen wären.

"Bienen!", rief ich, "in meinem Zimmer ist ein Bienenschwarm!"

Aber als wir in mein Zimmer kamen, hatten sie sich wieder in der Wand verkrochen, als ob sie gewusst hätten, dass er kommt, als ob sie ihre Flugkünste nicht an ihn verschwenden wollten."Verdammt noch mal, Lily, das find ich nich' komisch."


Kundenbewertungen zu "Die Bienenhüterin" von "Sue Monk Kidd"

6 Kundenbewertungen (Durchschnitt 4.7 von 5 Sterne bei 6 Bewertungen   ausgezeichnet)
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Bewertung von peggy aus rt am 29.01.2011   sehr gut
Diese Geschichte ist so schön, und sie könnte auch heute noch im entsprechenden umfeld genau so passieren. Es ist wie im richtigen Leben: Beim Lesen erträumt man sich, wie es weitergeht und endet; die eine Hoffnung wird enttäuscht, die andere erfüllt sich.
Das Buch macht Mut, etwas zu verändern, auszubrechen, auch oder gerade gegen herrschende Meinungen.

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Bewertung von Zicke aus Ratingen am 23.06.2010   sehr gut
Ein sehr schönes Buch, welsches mal wieder zum Nachdenken über Gemeinschaft, Gott-und-die Welt etc. anregt. Man kann sich wunderbar in die Erzählerin hindenken.

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Bewertung von Simo aus Barcelona am 20.08.2009   ausgezeichnet
Ein tiefgreifendes Buch zum Rückbesinnen auf die wichtigen Werte im Leben. Mitreissend geschrieben, so dass man ganz tief drin ist, im Süden der USA.

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Bewertung von Nina aus Stuttgart am 28.02.2008   ausgezeichnet
Soooo ein tolles Buch! Habe selten ein so spannend und gleichzeitig berührendes Buch gelesen. Die Geschichte ist authentisch und realistisch. Kann es nur jedem empfehlen.

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Bewertung von T. Wilhelm aus Baden-Württemberg am 30.06.2007   ausgezeichnet
Es ist die wunderbare Geschichte eines Mädchens, dass sich aus der Tyrannei ihres überforderten und verletzten Vaters, den sie auch noch T-Ray nennt, in der Zeit des Umbruchs der Rassengesetzen in den Südstaaten der USA, herausrettet und in einem skurillen Haus dreier schwarzer Schwestern Unterschlupf und Geborgenheit findet. Bienen, die Kraft der Gemeinschaft, die Wunder des Honigs und die Gesetze des Bienenvolkes begleiten die Suche des Mädchens nach ihrer verstorbenen Mutter und ihrer eigenen Weiblichkeit. Ein wunderbarer Roman, der einen bis zum letzten Satz fasziniert und rührt. Die Geschichte hätte leicht ins kitschige Abgleiten können, doch trotz der süßen Thematik bleibt das Buch integer und ausdrucksstark.

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Bewertung von Sophie Hauschild aus Ramshausener Str.8, 27419 Wohnste am 12.03.2006   ausgezeichnet
Dieses Buch ist einfach nur wunderbar. Spannend noch bis zur letzten Seite, eine wirklich berührende Geschichte die jeder lesen sollte.

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