Weissensee (2 Discs)
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Weissensee (2 Discs)

Regie: Friedemann Fromm; Mit Florian Lukas, Hannah Herzsprung, Uwe Kockisch u. a.
DVD
 
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Weissensee (2 Discs)

Bildformat: 16:9 (1.78:1)
Sprache / Tonformat: Deutsch
Ländercode: 2

Dienstags um 20.15 Uhr ist im "Ersten" die Welt noch in Ordnung. In Serien wie "Familie Dr. Kleist" oder "Um Himmels Willen" mag es mitunter kleinere oder größere Tragödien geben, aber in der Regel geschieht nichts, was sich nicht wieder gradebiegen ließe. Deshalb könnte die sechsteilige fortlaufend erzählte Serie "Weissensee", die großes zeitgeschichtliches Fernsehen bietet, beim Publikum durchaus zu mindestens mittlerer Verwirrung führen.

Die Geschichte trägt sich zu Beginn der Achtzigerjahre in Ostberlin zu. Trotz vieler harmonischer und romantischer Momente ist die Grundstimmung ebenso düster wie die Aussichten auf ein Happy End: 1989 und der Mauerfall sind noch weit weg. Wer sich jetzt mit dem Regime anlegt, wird entweder zur Kooperation gezwungen oder landet hinter Gittern.
Autorin Annette Hess ist zwar im Westen aufgewachsen, hat sich aber nach eigenem Bekunden schon als Kind mit der DDR beschäftigt: Sie konnte sich nicht vorstellen, dass Menschen hinter einer Mauer leben. Bei ihren Recherchen für den Film "Die Frau vom Checkpoint Charlie" (ARD, 2007) hat sich Hess dann auch beruflich intensiv mit der DDR auseinander gesetzt. Schon in der Geschichte über den authentischen Fall einer abgeschobenen Mutter, die vom Westen aus um ihre beiden Töchter kämpft, gelang der Autorin ein bemerkenswertes Drehbuch über die Haltung der Mächtigen in einem Unrechtsstaat, der das Private grundsätzlich zum Politischen machte.
Das gilt erst recht für "Weissensee", denn in der vom vielfach ausgezeichneten Friedemann Fromm (unter anderem Grimme-Preis und "Emmy" für den Dreiteiler "Die Wölfe") inszenierten Serie werden die unterschiedlichen Weltanschauungen durch zwei Familien repräsentiert. Geschickt verteilt Hess die verschiedenen Positionen auf einzelne Familienmitglieder: Hans Kupfer (Uwe Kockisch), Generalmajor im Ministerium für Staatssicherheit, ist überzeugter Kommunist; er verkörpert das Ideal des Sozialismus. Sein Sohn Falk ist der Gegenentwurf, ein Karrierist, der über Leichen gehen würde. Einzig in den Szenen mit Falks eigenem kleinen Sohn gibt Jörg Hartmann dem ehrgeizigen Stasi-Offizier eine positive Seite, ansonsten ist er nicht zuletzt dank seiner mitunter hanebüchen wirkenden Engstirnigkeit in der Geschichte ein Antagonist, den man von Herzen verabscheut. Dass seinen Vater ausgerechnet mit der singenden Regimekritikerin Dunja Hausmann (Katrin Saß) eine alte, immer noch lebendige Zuneigung verbindet, ist für den ungeliebten Falk ein Rätsel.
Im Zentrum der Handlung aber steht ein Paar, dessen Liebe "Weissensee" zu einer "Romeo und Julia"-Geschichte macht: Bei einer Verkehrskontrolle verliebt sich Falks aus der Art geschlagener jüngerer Bruder Martin (Florian Lukas), der allen Ambitionen des Vaters zum Trotz mit seinem Job als einfacher Volkspolizist sehr zufrieden ist, in Dunjas Tochter Julia (Hannah Herzsprung). Mehrfach beenden die beiden wechselweise ihre unmögliche Beziehung, zumal gerade Falk immer wieder dafür sorgt, dass Mutter und Tochter Hausmann die ganzen schmutzigen Stasi-Schikanen zu spüren bekommen: permanente Überwachung, Auftrittsverbot, Bespitzelung durch Freunde. Die Dramaturgie jeder einzelnen Folge steuert konsequent auf einen "Cliffhanger" hin, einen Höhepunkt, der die Spannung schürt.
Ähnlich wie "Die Wölfe" ist "Weissensee" großes zeitgeschichtliches Fernsehen, doch als Bezugspunkt aus der TV-Geschichte taugt eher ein Serienklassiker wie "Acht Stunden sind kein Tag" von Rainer Werner Fassbinder. Fromm inszeniert den überwiegend mit ostdeutschen Schauspielern besetzten Sechsteiler präzise und schnörkellos, was die Serie in Kombination mit der Ausstattung des DDR-Experten Frank Godt ("Die Wölfe", "Jenseits der Mauer", "Böseckendorf") sehr authentisch wirken lässt. Basis dafür ist das kluge Drehbuch von Annette Hess, die auch die Texte für die subtil subversiven Texte von Dunja Hausmanns Liedern geschrieben hat: Neben den großen Konflikten lässt es immer wieder Raum für kleine Dramen; selbst wenn die bange Frage, ob Martin und Julia womöglich Geschwister sind, wie eine Reminiszenz an "Die Wölfe" klingt.. tpg.
Quelle/Copyright: Entertainment Media Verlag

Bonusmaterial

- Booklet


Produktinformation

  • Hersteller: KNM Home Ent.
  • EAN: 4260144381052
  • Best.Nr.: 31803641
  • Artikeltyp: Film
  • Anzahl: 2
  • Datenträger: DVD
  • Erscheinungstermin: 19.10.2010
  • FSK: Freigegeben ab 12 Jahren gemäß §14 JuSchG
  • Sprachen: Deutsch
  • Regionalcode: 2
  • Bildformat: 1:1, 78/16:9
  • Tonformat: Deutsch DD 2.0 Stereo
  • Gesamtlaufzeit: 270 Min.
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 28.11.2010

41. Verrat war ihr Geschäft

Im Sommer, bei der Internationalen Funkausstellung in Berlin, wurde der Schauspieler Florian Lukas nach seiner Rolle in der Fernsehserie "Weissensee" gefragt, die ja eine Ost-West-Geschichte erzähle, und Lukas, der in dieser Serie einen Volkspolizisten spielt, der sich verliebt und seine Familie damit fast zum Zerreißen bringt, antwortete etwas irritiert: Ost-West ja nun gerade nicht, sondern nur Ost.

Und damit hatte er gleichzeitig beantwortet, was diese sechsteilige ARD-Serie zum Ereignis gemacht hatte: Die Konzentration auf einen Ort (die Hauptstadt der DDR), eine Zeit (den Sommer der Olympischen Spiele von Moskau 1980) und eine Handlung, wie man sie sonst eigentlich aus amerikanischen Serien wie "Dallas" oder "Denver" kannte: Liebe, Familie, Karriere. Nur all das nicht im Öl, sondern im Sozialismus.

Der Sohn eines einflussreichen Vaters verliebt sich in die Tochter einer berühmten Mutter, und wie es der Zufall (nein, wie es das exakte Kalkül einer uralten Dramaturgie) so will, kannten sich Sohnvater und Tochtermutter aus einem alten Leben und lieben sich vielleicht bis heute. Aber sie konnten nicht …

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Florian Lukas, geboren am 16. März 1973 in Ost-Berlin, fing mit 17 Jahren an, Theater zu spielen, und erhielt seine erste Filmrolle von Peter Welz für "Banale Tage" (1990), eine der letzten DEFA-Produktionen. Erstmals einem breiteren Publikum bekannt wurde er mit Til Schweigers Thriller "Der Eisbär" (1998). Für seine Rolle in Sönke Wortmanns "St. Pauli Nacht" (1999) und die Darstellung des rappenden Rico in Sebastian Schippers "Absolute Giganten" wurde Lukas mit dem Bayerischen Filmpreis ausgezeichnet. Lukas erhielt für seine Rolle in "Good Bye, Lenin" (2003) den Deutschen Filmpreis sowie einen Bambi und war im Kino in so hochgelobten Filmen wie "Kammerflimmern" (2003), "One Day in Europe" (2004), "Keine Lieder über Liebe" (2004) und "Stellungswechsel" (2007) zu erleben. Für den Hörverlag sprach Florian Lukas in dem Jules-Verne-Hörspiel "Die Reise zum Mittelpunkt der Erde", in "Herr Lehmann" von Sven Regener und "Das Spiel der Könige" (2008) mit.

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Kundenbewertungen zu "Weissensee (2 Discs)"

2 Kundenbewertungen (Durchschnitt 5 von 5 Sterne bei 2 Bewertungen ***** ausgezeichnet)
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Bewertung von cocacola aus Berlin am 30.06.2012 ***** ausgezeichnet
Dieser Film ist ein absolutes muß für alle die die DDR erlebt haben, aber auch für alle die die DDR nur vom erzählen kennen.
Er ist realistisch ohne Übertreibung und nicht aus der Sicht eines "Siegers". Man hört oft den Satz"es war doch nicht alles schlecht". Dieser Film zeigt es aber wie die Realität war. Man kann nicht alle über einen Kamm scheeren und nur von Verfolgung,Stasi und Unterdrückungs Regime reden. Das ist einfach an der Realität vorbei.Dieser Film zeigt sehr eindrucksvoll das es auch bei der "Stasi" Menschen gab welche das wahre Leben kannten und auch offen waren für Reformen. Ganz deutlich an der Rolle des Genralmajors Kupfer zu erleben.Die Rolle wird übrigens hervoragend von Uwe Kockisch verkörpert.Er nimmt für sein offenes denken auch den Streit in der Familie in kauf und lehnt sich auch gegen seine Oberen auf.Und das ist kein Einzelbeispiel.Stasi ist nicht gleich Stasi.Und übrigens, der BND
entstand nicht erst nach 1989 diese Rolle im kalten Krieg sollte man, wenn man Geschichte wirklich ernsthaft aufarbeiten will, auch mal untersuchen. Ich empfehle diese Serie für alle Realisten der deutschen Geschichte.

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Bewertung von domato aus Berlin am 26.07.2011 ***** ausgezeichnet
Die Serie im Fernsehen war spannend und unterhalten. Besser als in diesem Film kann die DDR und das Leben der Menschen in diesem Teil Deutschlands nicht vermittelt werden. Eine Liebesgeschichte mit allen Problemen der damaligen Zeit in der DDR, wird hier mittels hervoragenden Schauspielern dem Zuschauer übermittelt. Die eigenen Gefühle spielen in diesem Film Achterbahn. Meine Empfehlung kann daher nur sein: "Unbedingt kaufen, es lohnt sich"

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