Am Ende des Zweiten Weltkrieges müssen der sechsjährige Achim und
sein zehnjähriger Bruder Werner gemeinsam mit Ihrer Mutter vor der
russischen Offensive in den Westen fliehen. Ihr Ziel ist Glachau,
wo ihre Tante Leni lebt. Doch der Zug, in dem die Familie sitzt,
wird von Bomben getroffen, die schwer verletzte Mutter muss ins
Lazarett. Beim Versuch, sie zu besuchen, verpassen die Buben die
Weiterfahrt des Zuges. Ihnen bleibt nichts anderes übrig, als sich
allein auf den langen Weg zu ihrer Tante zu machen.
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März 1944. Die letzten Kriegsmonate haben begonnen und die Russen
rücken immer näher. Für viele Deutsche bedeutet dies, die Heimat zu
verlassen und Schutz im Westen zu suchen. So auch für den
10jährigen Werner und seinen 6 Jahre alten Bruder Achim, die
zusammen mit ihrer Mutter bei ihrer Tante in der Nähe von Dresden
unterkommen wollen. Mit viel Glück erreichen sie einen der letzten
Züge, der Richtung Westen fährt. Das trügerische Gefühl bereits in
Sicherheit zu sein, endet abrupt als ihr Zug von feindlichen
Flugzeugen angegriffen wird. Von dem Bombenangriff schwer verletzt,
muss die Mutter der beiden kleinen Jungen ins Krankenhaus gebracht
werden. Vor Angst, dass ihre Kinder in die Hände der Russen fallen
könnten, übergibt sie sie in die Obhut ihrer langjährigen Nachbarn.
Doch Werner und Achim treibt die Sorge um ihre Mutter wieder zum
Krankenhaus. Als sie ankommen, stellen sie fest, dass die Mutter
nicht mehr da ist. Völlig auf sich allein gestellt, ohne Geld und
nur mit der Adresse ihrer Tante ausgestattet, machen sie sich,
endlang den Schienen, auf den Weg Richtung Westen. Die Nächte
verbringen die Beiden im Freien. Als Achim vor Erschöpfung krank
wird, scheinen die beiden am Ende ihrer Kraft. Es sind die Russen,
die den beiden Kindern wieder neue Hoffnung geben. Sie nehmen
Werner und Achim mit auf ihrem Lastwagen nach Dresden. Von hier
aus, sind es nur noch wenige Kilometer nach Glachau, wo ihre Tante
wohnt. Die Freude ist riesengroß als die beiden Kinder endlich das
Haus ihrer Tante erreichen. Denn zu ihrer großen Überraschung ist
auch ihre Mutter da.
Gudrun Pausewang wurde 1928 als das älteste von sechs Kindern in Wichstadtl (Ostböhmen) geboren. Ihr Vater kam 1943 in Russland um und ihre Mutter musste nach Kriegsende allein mit den sechs Kindern in den Westen fliehen. Gudrun Pausewang arbeitete als Lehrerin an verschiedenen Schulen in Deutschland und Mittel- und Südamerika. So lehrte sie in Chile, Venezuela und Kolumbien. 1972, zwei Jahre nach der Geburt ihres Sohnes, kehrte sie endgültig nach Deutschland zurück. Hier unterrichtete sie bis 1989 an einer hessischen Grundschule. Im Ruhestand beendete sie ihr Germanistikstudium und promovierte 1998 an der Goethe-Universität Frankfurt/Main. Gudrun Pausewang ist seit 1958 schriftstellerisch tätig. Sie hat - neben Romanen für Erwachsene - zahlreiche Kinder- und Jugendbücher veröffentlicht. Sie engagiert sich in ihren Büchern für den Frieden, die Umwelt und soziale Gerechtigkeit. Ein wichtiges Thema ist auch die Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus und dem Dritten Reich. Für ihr literarisches Werk wurde sie mehrfach ausgezeichnet. 1999 erhielt sie das Bundesverdienstkreuz und 2009 bekam sie den Großen Preis der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur Volkach für ihr Lebenswerk.