Bildformat: 16:9
Sprachen (Tonformat): Deutsch (Dolby Digital 5.1/dts)
Ländercode: 2
Extras: Entfallene Szenen u. a.
Hauptfiguren und Handlung sind schamlos geklaut, aber wen
interessiert das noch angesichts dieser herrlich überdrehten
Komödie: "Zwei Weihnachtsmänner" bietet Christoph Maria
Herbst und Bastian Pastewka wunderbare Voraussetzungen für ein
komödiantisches Feuerwerk.
Die Grundidee hat Autor Tommy Jaud ("Vollidiot")
allerdings bei John Hughes abgeschaut, denn der hat vor zwanzig mit
"Ein Ticket für zwei" die gleiche Geschichte schon mal
erzählt. "Planes, Trains and Automobiles" (mit Steve
Martin und John Candy) hieß der Hollywood-Film im Original.
Flugzeug, Zug und Autos sind die Fortbewegungsmittel, mit deren
Hilfe die unfreiwilligen Helden in beiden Fällen nach Hause kommen
wollen. Für Rechtsanwalt Dilling (Herbst), Experte für
Unternehmensrationalisierungen ("Sie feuern, wir
feiern"), und seinen Partner wider Willen, den als Verkäufer
für Badezubehör völlig unbegabten Handelsvertreter Hilmar
(Pastewka), beginnt die Reise im winterlichen Wien. Es ist kurz vor
Weihnachten, bei wollen nach Berlin. Ihr Flugzeug landet allerdings
in Bratislava, der Zug, in den sie umsteigen, bleibt mitten in der
Einöde stehen, und der Weihnachtsmann (Armin Rohde), der sie in
seinem Auto mitnimmt, erleidet während der Fahrt einen Herzinfarkt.
Sein Navigationsgerät führt sie nach Prag, wo ihnen endlich
dämmert, dass der freundliche Rotrock Schnee der ganz besonderen
Art mit sich führte; prompt bekommen sie Ärger mit einem
stiernackigen Tschechen, der seinen Stoff zurückhaben will.
Selbst wenn der Film im zweiten Teil an Tempo verliert: Herbst und
Pastewka machen das spielend wieder wett. Gerade Pastewka erweist
sich zudem als hervorragender Akteur der "physical
comedy", wie sie beispielsweise Rowan Atkinson ("Mr.
Bean") so vortrefflich beherrscht. Tobi Baumann, wie Pastewka
im Frühjahr für seine Inszenierung der turbulenten
Weihnachtsshow-Parodie "Fröhliche Weihnachten" mit einem
Grimme-Preis ausgezeichnet, inszeniert Wortwitz und Slapstick
allerdings gleichermaßen mit Bravour.
Natürlich dient die ganze Irrfahrt letztlich der Läuterung des
herzlosen Juristen, der seinen Begleiter ("der
Poolnudel-Clown") als unerträgliche Nervensäge empfindet, ihn
aber einfach nicht los wird. Hilmar wiederum ist eine redselige
Seele von Mensch, der an jedem Unglück noch eine gute Seite
entdeckt; und Pech hat er wahrlich genug. Während er die
osteuropäische Odyssee als Frohnatur mit Fassung erträgt, bereitet
ihm seine Beziehung zu Freundin Ilka (Floriane Daniel) allerdings
mächtig Kummer. Auch bei Dillings daheim ist nicht alles in Butter;
wer weiß, wie Gattin Luise (Sophie von Kessel) reagieren wird, wenn
der Anwalt nicht spätestens an Weihnachten zuhause ist.
Aber das schönste an dem Zweiteiler sind Jauds großartige Einfälle,
die Baumann gekonnt in Szene setzt. Ob die beiden Reisendem einem
Wildschwein begegnen, sich ein Schlauchboot als Schlafstatt teilen,
versehentlich eine Hütte in die Luft jagen, mit besagtem
Schlauchboot auf der Flucht vor dem ergrimmten Hüttenbesitzer einen
verschneiten Abhang hinunter rasen oder sich mit dem tschechischen
Drogendealer eine Verfolgungsjagd durchs Prager Nobelhotel liefern:
Herbst und Pastewka spielen das so großartig, dass man Tränen
lachen muss. tpg.
Quelle/Copyright: Entertainment Media Verlag
Christoph Maria Herbst, geboren 1966 in Wuppertal, verkörpert u. a. die Titelfigur in der Serie "Stromberg", für die er den Deutschen Fernsehpreis, den Grimme-Preis, den Bayerischen Fernsehpreis und dreimal den Deutschen Comedypreis erhielt, spielte neben diversen Engagements am Theater und als Synchronsprecher ("Willkommen bei den Sch'tis", "Horton hört ein Hu") in Kinoproduktionen wie "Der Wixxer", "Hui Buh", "Hände weg von Mississippi" und hat als Hörbuchsprecher u.a. die Comedy-Bestseller von Tommy Jaud und Ralf Husmann eingelesen sowie Stefan Zweigs "Schachnovelle" und Josh Bazells "Schneller als der Tod". Zuletzt drehte C. M. Herbst, in der Titelrolle als Kommissar, den TV-Film "Kreutzer kommt".
Kundenbewertungen zu "Zwei Weihnachtsmänner"
2 Kundenbewertungen
(Durchschnitt 4.5 von 5 Sterne bei 2 Bewertungen
ausgezeichnet)
Bewertung von Censorius aus Hildesheim am 27.12.2010
sehr gut
Spielfreude pur: Das ungleiche Duo Christoph Maria Herbst als gnadenlloser Geschäftsmann und Bastian Pastewka als Poolnudelvertreter mit Herz, die durch widrige Wetterbedingungen auf eine Odyssee nach Osteuropa verschlagen werden, strapazieren die Lachmuskeln der Zuschauer. Auch wenn sich Herr Dilling (Herbst), der seine Familie mit einem durchstruktuierten Weihnachtsplan beglücken will, aber seinen Sohn in entscheidenen Situationen allein lässt, entschieden dagegen wehrt: Am Ende- wie sollte es bei einem Weihnachtsfilm anders sein- bilden die beiden doch ein klasse Team. Überzeugend ist auch Armin Rohde in der Nebenrolle als Weihnachtsmann, der an einem Hamsterwitz zugrundegeht, aber dennoch nicht unterzukriegen ist. Im zweiten Teil verschiebt sich für meinen Geschmack der feinsinnige Humor und die bisisge Ironie zu sehr in Richtung Klamauk. Entspannte köstliche Unterhaltung bleibt aber auch hier garantiert.
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