Der Kalligraph des Bischofs - Müller, Titus

Titus Müller 

Der Kalligraph des Bischofs

Historischer Roman

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Produktbeschreibung zu Der Kalligraph des Bischofs

Ein Dieb wird zum Künstler, ein Bischof zum Ketzer Ein rasant, kenntnisreich und sinnlich geschriebener historischer Roman von einem bemerkenswerten jungen deutschen Autor. Vom Zauber des Schreibens, den Zweifeln des Glaubens und den Verlockungen der Liebe erzählt Titus Müller in seinem außergewöhnlichen Erstlingsroman. Er führt uns ins stolze Turin des 9. Jahrhunderts, das von den Sarazenen bedroht wird. Dort sucht der ausgestoßene Germunt vor seinen Bluträchern Zuflucht, und dahin wird auch der ebenso kämpferische wie gelehrte Westgote Claudius als neuer Bischof entsandt. Claudius, der die ketzerische Lehre vom Bilderverbot vertritt, nimmt Germunt an seinem Hof auf und läßt ihn in den sieben freien Künsten unterrichten. Germunt gerät in den Bann des Schreibens wie der Liebe, dringt tiefer in die Geheimnisse der Kalligraphie ein und muß eines Tages seine Schriftkunst anwenden, um Leben zu retten.

Vom Zauber des Schreibens, den Zweifeln des Glaubens und den Verlockungen der Liebe handelt Titus Müllers außergewöhnlicher Erstlingsroman. Spannend und farbenreich erzählt der bemerkenswerte junge Autor, wie ein Dieb zum Künstler und ein Bischof zum Ketzer wird. Er führt uns ins stolze Turin des 9. Jahrhunderts, das von den Sarazenen bedroht wird. Dort sucht der verstoßene Germunt vor seinen Bluträchern Zuflucht, und dahin wird auch der ebenso kämpferische wie gelehrte Westgote Claudius als neuer Bischof entsandt. Claudius, ein historischer Kirchenfürst, der die ketzerische Lehre vom Bilderverbot vertritt, nimmt Germunt an seinem Hof auf und läßt ihn in den sieben freien Künsten unterrichten. Germunt gerät in den Bann des Schreibens wie der Liebe, dringt tiefer in die Geheimnisse der Kalligraphie ein und muß eines Tages seine Kunst anwenden, um Leben zu retten.

Produktinformation


  • Verlag: Aufbau Tb
  • 2010
  • 4. Aufl.
  • Ausstattung/Bilder: 421 S.
  • Seitenzahl: 432
  • Aufbau Taschenbücher Bd.1856
  • Deutsch
  • Abmessung: 189mm x 125mm x 38mm
  • Gewicht: 473g
  • ISBN-13: 9783746618562
  • ISBN-10: 3746618568
  • Best.Nr.: 10661315
Titus Müller, 1977 in Leipzig geboren, studierte Neuere deutsche Literatur, Mittelalterliche Geschichte und Publizistik in Berlin. Er erhielt den Würth-Literaturpreis und den C.S. Lewis-Preis. "Das Mysterium" wurde 2008 mit dem Sir Walter Scott-Preis als bester historischer Roman des Jahres ausgezeichnet. Titus Müller lebt in München. Bisher erschienen von ihm: "Der Kalligraph des Bischofs", "Die Priestertochter", "Die sieben Häupter", "Der zwölfte Tag", "Die Brillenmacherin", "Die Todgeweihte". www.titusmueller.de

Leseprobe zu "Der Kalligraph des Bischofs" von Titus Müller

13. Kapitel (S. 166-168)

Der Wirt in Brenecay hatte Germunt eine Abkürzung vorgeschlagen, die ihn schnurstracks nach Norden führen sollte, so daß er Tours in dreieinhalb Stunden erreichen würde. Ein merkwürdiges Gefühl, plötzlich so nah am Ziel zu sein, dachte Germunt, während er sich im roten Morgenlicht auf einen Wald zubewegte. Ich habe das Wandern so satt, daß ich es genau noch dreieinhalb Stunden aushalten kann – nicht länger. Ob sich diese Empfindung nach den Gegebenheiten richtete? Hätte er ohne Schwierigkeiten vier weitere Tage geschafft, wenn Tours entsprechend weit entfernt wäre? Allein der Gedanke machte seinen Schritt schwer.

Da waren die massigen Stämme, der schattige Waldboden. Kein Weg, hatte der Wirt gesagt. Er solle nur immer seiner Nase folgen. Ein letztes Mal, dachte sich Germunt. Er tauchte in den Wald ein. Glücklicherweise gab es wenig Unterholz, so daß er ungehindert vorankam. Er war gespannt auf das Licht am anderen Ende des Waldes und das, was danach kam.

Diese Gegend hier würde für die nächsten Monate sein Zuhause sein. Die Bäume bekamen eine Bedeutung, die ihre unzähligen Gefährten unterwegs nie gehabt hatten. Germunt nahm einen tiefen Atemzug. Nach Moos duftete der Wald, nach feuchten Nadeln und Blättern und nach den Spinnen, Läusen und Würmern, die sich in ihnen zu Hause fühlten. Vielleicht roch er auch ein wenig nach Schweinen, Hirschen und Bären. Es war ein würziger Geruch, ein lebendiger. Ob der Wald in jedem Land anders duftete? Zu Hause hatte Germunt erlebt, daß Hunde andere Tiere allein nach dem Geruch aufspüren konnten.

Ob sie schon unter den ersten Bäumen eines Waldes rochen, welche Tiere sich in diesem Gebiet aufhielten? Und ob es Menschen gab, die das genauso konnten? Schließlich drang Helligkeit in die dunklen Hallen, und Germunt zählte jeden Schritt am Ende seiner Reise. Das erste, was er erkennen konnte, waren Getreidefelder und weinbewachsene Hügel. Dann trat er zwischen den letzten Bäumen hervor und sah die Stadt. Ihre Mauer buchtete sich an einer Stelle in großem Schwung in seine Richtung aus. Auf der anderen Seite grenzte sie an einen Fluß, der sich in weiten Bögen durch das Land schlängelte.

Neben der Stadt durchschnitt er einen Hügel: Tours lag in einer Niederung, während sich auf der anderen Seite des Flusses weiße Steinwände erhoben. Einige Hütten und Häuser waren wie von mächtiger Hand rings um die Stadtmauer verstreut. Im Westen der Mauer, weit genug entfernt, um eigenständig zu stehen, erhob sich eine Kirche, umgeben von breiten, sich niederduckenden Gebäuden. Im Turm eines anderen Gotteshauses schwangen die Glocken, leise klang das Geläut zu ihm herüber. Die Einwohner kommen jetzt überall aus ihren Häusern, um zur Kirche zu gehen. Ich sollte meine sichere Ankunft ebenfalls mit einem Gottesdienst feiern. An der Ostseite der Stadt führte eine Handelsstraße entlang. Dort würde es ein Tor geben.

Leseprobe zu "Der Kalligraph des Bischofs"

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