Das berühmteste Meisterwerk der Weltliteratur Vor dem Hintergrund
der russischnapoleonischen Kriege erzählt "Krieg und
Frieden" in wahrhaft meisterlicher Manier die Geschichte
dreier Familien, deren Schicksale eng miteinander verwoben sind.
Der Roman, 1863-69 entstanden, ist ein Meilenstein der russischen
Literatur und trug seinem Autor Leo Tolstoi Weltgeltung ein. Furios
sind die Schilderungen der blutigen Schlachten bei Austerlitz und
Borodino, präzise und einfühlsam die Zeichnungen der Charaktere -
ein Meisterwerk, das bis heute nur selten seinesgleichen fand.
"Krieg und Frieden" ist eine Ilias des 19. Jahrhunderts,
ein Monumentalroman über die für Rußland und die europäischen
Staaten schicksalhafte Epoche der Napoleonischen Kriege zwischen
1806 und 1812 mit einem Ausblick im Epilog auf die folgenden acht
Jahre. Tolstois weitgespannte historische Perspektive, die in der
atemberaubenden Schilderung der entscheidenden Schlachten von
Schöngraben, Austerlitz und Borodino gipfelt, führt über den
ursprünglichen Plan einer Familienchronik mit historischem
Hintergrund hinaus.
Leo N. Tolstoi, geb. am 9.9.1828 in Jasnaja Poljana bei Tula, gest. am 20.11.1910 in Astapowo, heute zur Oblast Lipezk, entstammte einem russischen Adelsgeschlecht. Als er mit neun Jahren Vollwaise wurde, übernahm die Schwester seines Vaters die Vormundschaft. An der Universität Kasan begann er 1844 das Studium orientalischer Sprachen. Nach einem Wechsel zur juristischen Fakultät brach er das Studium 1847 ab, um zu versuchen, die Lage der 350 geerbten Leibeigenen im Stammgut der Familie in Jasnaja Poljana mit Landreformen zu verbessern. Er erlebte von 1851 an in der zaristischen Armee die Kämpfe im Kaukasus und nach Ausbruch des Krimkriegs 1854 den Stellungskrieg in der belagerten Festung Sewastopol. Die Berichte aus diesem Krieg (1855 Sewastopoler Erzählungen) machten ihn als Schriftsteller früh bekannt. Er bereiste aus pädagogischem Interesse 1857 und 1860/61 westeuropäische Länder und traf dort auf Künstler und Pädagogen. Nach der Rückkehr verstärkte er die reformpädagogischen