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J. R. R. Tolkien
Autor des Jahrhunderts
Übersetzer: Krege, Wolfgang
- Einband: Gebunden
- Gebundenes Buch
Produktinformation
- Verlag: Klett-Cotta
- 2002
- Ausstattung/Bilder: 2002. 393 S.
- Seitenzahl: 393
- Deutsch
- Abmessung: 211mm x 134mm x 30mm
- Gewicht: 503g
- ISBN-13: 9783608934328
- ISBN-10: 3608934324
- Best.Nr.: 10332274
Produktbeschreibung zu "J. R. R. Tolkien"
Beschreibung
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12.12.2000
Neun Ringe den Elbenkönigen hoch im Licht
Wagemutig gegen den Strich gebürstet: J. R. R. Tolkiens
Kultbuch "Der Herr der Ringe" in Wolfgang Kreges neuer
Übersetzung / Von Joachim Kalka
Ein Philologe, dessen Leben ziemlich genau dem nostalgischen
Klischee vom Oxforder Don entspricht, empfindet, eingesponnen in
altgermanistische Untersuchungen, die Sehnsucht, in fingierten
Sprachen einer erfundenen Vorzeit zu schreiben. Er konstruiert
diese Idiome gleichzeitig imaginär und sprachwissenschaftlich
völlig stichhaltig, er beginnt, den Völkern der Frühzeit und
Vorzeit, die solche Sprachen sprechen könnten - gesprochen haben
könnten -, eine Historie zu erfinden, er legt Vokabulare und
Kalender an, Königslisten und Chroniken: Aus dem linguistischen
Capriccio wird eine Welt. Das Buch, das einen kleinen Ausschnitt
der Spätzeit dieser Welt umfaßt, hat ungeheuren Erfolg gehabt. Die
jüngste Biographie des Autors trägt den kecken Untertitel
"Author of the century". Darin schwingt mit, wie präzise
John Ronald Reuel Tolkien (1892 bis 1973) ein Bedürfnis des
zwanzigsten Jahrhunderts bedient hat: das nach einer Mythopoesis,
die die dunkle und bedrohliche …
15.04.2002
Auch Zwerge werfen große Schatten
Der Mediävist Tom A. Shippey erklärt J.R.R. Tolkiens „Der Herr der Ringe” zum Hauptwerk des zwanzigsten Jahrhunderts
J. R. R. Tolkien ist nicht erst durch die Verfilmung des „Herrn der Ringe” ein großer Name geworden. Denn dieser Film ist nur die späte Folge eines Ruhmes, der seit Jahrzehnten nicht aufhört zu wachsen. Aus Leserumfragen in England geht der „Herr der Ringe” regelmäßig als Sieger hervor, und im deutschen Sprachraum trägt das Buch zum Überleben eines ganzen Verlages bei. Dass und warum dieser Umstand ganze Heerscharen von Kritikern und Literaturwissenschaftlern bis aufs Blut reizt und zu den heftigsten Beschimpfungen herausfordert, beschreibt Tom A. Shippey in seinem neuen Buch sehr anschaulich.
Shippey, der unter anderem der Nachfolger Tolkiens auf dem Lehrstuhl für Mediävistik an der Universität Leeds war, bezeichnet Tolkien als „Autor des Jahrhunderts”. Mehr noch, als der „vorherrschende literarische Modus im zwanzigsten Jahrhundert” gilt ihm das „Phantastische”. Das erregt sofort Widerspruch – bis man merkt, dass einem selber gleich weitere Beispiele über die paar …
15.04.2002
Tom A. Shippey ist Mediävist und war Nachfolger auf Tolkiens
Lehrstuhl in Leeds. Mit seiner Studie zu Tolkien und seinem
Hauptwerk "Der Herr der Ringe" hat er nichts Geringeres
im Sinn als die Umstülpung des literarischen Kanons. Das
Phantastische überhaupt, so seine These, sei der
"vorherrschende literarische Modus" des letzten
Jahrhunderts gewesen und "Der Herr der Ringe" der
bedeutendste Roman. Anschaulich machen will Shippey das im
Vergleich mit James Joyces' "Ulysses" (allein die
Nennung im selben Atemzug ist, wie er sofort zugibt, eine
"Blasphemie"). Der eigentliche Angriff gilt dabei einer
"Ideologie der Moderne", die den Menschen aus der
"individuellen moralischen Verantwortung" entlassen
wollte. Tolkien dagegen mache die Kräfte des Guten und Bösen im neu
geschaffenen Mythos erlebbar. Walter Klier, der weitgehend
referierende Rezensent, sieht dem bilderstürmerischen Treiben nicht
ohne Sympathie zu - und das, obwohl er sich, wie er am Ende
einzuräumen scheint, "für Zwerge und Drachen" im Grund
herzlich wenig interessiert.
© Perlentaucher Medien GmbH
Autorenporträt zu "Tom A. Shippey"
Wie kaum ein anderer ist Tom Shippey dazu prädestiniert, über Tolkien (und ganz in seinem Sinne) zu schreiben: hat er doch selbst in Oxford gelehrt, teilweise noch während Tolkiens eigener Lehrtätigkeit, und Tolkiens eigene Fächer. Shippey hatte den Lehrstuhl für Mediävistik an der Universität von Leeds inne, denselben, den Tolkien früher bekleidet hatte. 2001 wurde er mit dem "World Fantasy Award" ausgezeichnet. Shippey lehrt zur Zeit an der Universität von St. Louis, USA.
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