Das Auge von Tibet - Pattison, Eliot

Eliot Pattison 

Das Auge von Tibet

Roman

Aus d. Amerikan. v. Thomas Haufschild
Broschiertes Buch
 
2 Kundenbewertungen
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Das Auge von Tibet

Ermittler Shan, der in Peking in Ungnade fiel und nach Tibet verbannt wurde, fand in einem geheimen Kloster Unterschlupf. Hier bittet ihn der Lama um Hilfe bei der Aufklärung des Mordes an einer Lehrerin. Gemeinsam mit einem alten Mönch und einem Widerstandskämpfer macht sich Shan in den Norden auf, um das Rätsel zu lösen.

Ein magischer, hochspannender Roman, der die Seele Tibets einfängt.

Shan, ein ehemaliger Polizist, lebt ohne Papiere in einem geheimen Kloster in Tibet. Eigentlich wartet er darauf, das Land verlassen zu können, doch dann erhält er eine rätselhafte Botschaft: Eine Lehrerin sei getötet worden und ein Lama verschwunden.

Zusammen mit einem alten Mönch macht Shan sich in den Norden auf. Er muß den Mörder der Lehrerin finden. Denn sollten die chinesischen Besatzer die Unruhe zu einer Polizeiaktion nutzen, wäre kein Kloster, kein Unterschlupf der Tibeter mehr sicher.

"Mit diesem Buch hat sich Eliot Pattison in die erste Krimireihe geschrieben." -- Cosmopolitian

"Der ideale Krimi für alle, die sich gern in exotische Welten entführen lassen." -- Brigitte


Produktinformation

  • Verlag: Aufbau Tb
  • 2009
  • 10. Aufl.
  • Ausstattung/Bilder: 697 S.
  • Seitenzahl: 697
  • Aufbau Taschenbücher Nr.1984
  • Best.Nr. des Verlages: 656/31984
  • Deutsch
  • Abmessung: 191mm x 116mm x 43mm
  • Gewicht: 470g
  • ISBN-13: 9783746619842
  • ISBN-10: 374661984X
  • Best.Nr.: 11872317
Eliot Pattison ist Journalist und Rechtsanwalt. Er ist oft nach Tibet und China gereist und lebt mit seiner Familie in Oley, Pennsylvania.

Blick ins Buch "Das Auge von Tibet"


Leseprobe zu "Das Auge von Tibet" von Eliot Pattison

Shan bemerkte, daß Lokesh einen kleinen Strauch neben der Öffnung ansah. Nein, erkannte er, das war gar kein Strauch, sondern Blumen, die jemand am Rand der Spalte abgelegt hatte, größtenteils Astern, jene herbstlichen Wildblumen, die zur Zeit auf den Hängen blühten. Einige sahen dermaßen frisch aus, als würden sie erst seit einer Stunde dort liegen; andere waren schon vertrocknet. Neben dem Haufen lag mehr als ein Dutzend primitiver Tierfiguren aus Zweigen, die man mit braunen Fäden und Ranken zusammengebunden hatte. Manche der Gestalten hatten lange Beine und sollten wohl Pferde darstellen, während andere, kurzbeinige Gebilde vermutlich für Schafe oder Ziegen standen. Außerdem lagen dort mehrere kleine Gegenstände aus Ton, die wie Töpfe und Glocken geformt waren. Als Shan sich herabbeugte, um die Sachen genauer in Augenschein zu nehmen, streifte ihn plötzlich ein eisiger Hauch. Er fröstelte, und die Härchen auf seinen Armen richteten sich auf. Der Luftzug stammte aus der Höhle. Jakli kam zu ihm. Sie stand mit geschlossenen Augen in der kalten Strömung und wirkte dabei sehr ehrfürchtig, als würde sie beten. Shan hatte von solchen Höhlen gehört. Manche Leute glaubten, an diesen Orten wohne der Tod, und der Hauch sei sein Atem. Einige der alten Tibeter behaupteten, die Plätze stellten Durchgänge in die acht kalten Höllen dar, von denen bereits die frühesten tibetischen Sekten berichtet hatten. Aus ihrer Jacke zog Jakli eine kleine batteriebetriebene Taschenlampe hervor und gab sie Shan. Dann griff sie hinter den Haufen Blumen, holte von dort zwei Äste, deren Enden mit Harz getränkt waren, und reichte sie Jowa. Nachdem sie die Fackeln mit einem Streichholz entzündet hatte, nahm sie eine davon für sich selbst und betrat die Höhle. Shan folgte ihr. Sein Mund war auf einmal ganz trocken. Sie würden nun Tante Lau besuchen. Nach ein paar Schritten verbreiterte sich der Durchgang auf etwa drei Meter, wurde gleichzeitig jedoch deutlich niedriger, so daß sie sich vorbeugen und die Lichter seitlich von sich strecken mußten. Der kalte Luftzug schien stärker zu werden und ließ die Flammen der Fackeln beinahe erlöschen. Kurz darauf erreichten sie eine größere Kammer von ungefähr fünfzehn Metern Breite, mehr als vierzig Metern Länge und rund sechs Metern Höhe. Die Luft hier war wesentlich ruhiger, allerdings noch kälter. Jowa reckte die Fackel empor und keuchte überrascht auf. Die Decke reflektierte das Licht und schien zu glühen. Lange kristallklare Stalaktiten hingen herab. Sie bestanden aus Eis. Die gesamte Decke war von Eis überzogen. "Es ist noch gar nicht allzu lange her, daß diese Hügel unter einem Gletscher lagen", erklärte Jakli leise. Sie ging durch die Kammer voran zu einer anderthalb Meter breiten Öffnung, hinter der sich ein kleinerer, nur etwa sechs Meter langer Raum befand. Dort in der kalten Finsternis wartete Tante Lau. Sie lag auf einem kniehohen Felssockel am hinteren Ende der Kammer. Ihre Hände waren über dem Bauch verschränkt, und ihr Gesicht wirkte so friedlich, als würde sie schlafen. Langsam und so ehrfurchtsvoll wie möglich hob Shan das Tuch auf Laus Stirn an. Direkt unterhalb des Haaransatzes gähnte ein Loch von fast einem Zentimeter Durchmesser. Mit Hilfe der Taschenlampe entdeckte er die dunklen Schmauchspuren rund um die Wunde. Die Frau war aus unmittelbarer Nähe erschossen worden, wie bei einer Exekution. "Meinen Sie, es wird weiter wachsen?" fragte Jakli. Sie starrte wieder das Eis an. "Vielleicht bedeckt es Lau und schließt sie ein. Auf diese Weise könnte sie eine lange Zeit überdauern. Tausende von Jahren." Shan stand auf, neigte demütig den Kopf und sah Jowa am Eingang stehen. Der Widerstandskämpfer hatte sich nicht in die Kammer vorgewagt, als wolle er lieber Wache halten. Oder als habe er Angst. An der Wand, die in leichtem Bogen nach links in Richtung des Zugangs verlief, bemerkte Shan dunkle Konturen im Eis. Er richtete seine Taschenlampe darauf und sah, daß es sich um Abdrücke handelte. Mehr als ein Dutzend Menschen hatten hier ihre Hände in das Eis gedrückt und dabei wie zum Abschied ihre Spuren hinterlassen. Ein Grab aus Eis, dachte Shan. Das Tor zu den kalten Höllen. Wie hatte Tante Laus letzte Hölle wohl ausgesehen? Sie war nicht zufällig ermordet worden. Hinter ihrem Tod steckte eine Absicht. Aber welche?

Kundenbewertungen zu "Das Auge von Tibet" von "Eliot Pattison"

2 Kundenbewertungen (Durchschnitt 5 von 5 Sterne bei 2 Bewertungen ***** ausgezeichnet)
***** ausgezeichnet
 
(2)
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Bewertung von Tauriel aus S. am 02.08.2008 ***** ausgezeichnet
Sehr bewegendes Buch das in packender Weise die Situation in Tibet bzw. China darstellt. Verknüpft mit einem äußerst sympathischen Ermittler und einem spannenden Krimi. Auch die Philosophie kommt nicht zu kurz. Wer sich für den Konflikt in Tibet interessiert, bekommt hier lebensnahe Erfahrungen geschildert... Unbedingt lesen!

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Bewertung von unbekanntem Benutzer am 01.02.2006 ***** ausgezeichnet
Dieses Buch ist sehr schön und spannend geschrieben.
Einen Applaus für Eliot Pattison.Ich hab das Buch mehrmals gelesen. :)

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