Zerrissene Umarmungen
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Zerrissene Umarmungen

Regie: Almodóvar, Pedro; Darsteller: Cruz, Penélope; Fuentes, Mariola; Machi, Carmen; Miró, Kira; de Palma, Rossy; Sauras, Alejo; Homar, Lluís; Portillo, Blanca; Gomez, Jose Luis; Novas, Tamar; Molina, Ángela; Lampreave, Chus; Manver, Kiti; Dueñas, Lola; Musik: Iglesias, Alberto; Buch: Almodóvar, Pedro; Kamera: Prieto, Rodrigo;
DVD
 
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Zerrissene Umarmungen

Harry Caine ist ein erblindeter Drehbuchautor, der bis zu dem Unfall, der ihm das Augenlicht raubte, unter seinem Namen, Mateo Blanco, Filme drehte. Nach dem Tod seines damaligen Produzenten Martel nimmt dessen Sohn Ray X Kontakt mit Harry auf und will ein Drehbuch von ihm, das Andenken des verabscheuten Vaters in den Schmutz ziehen soll. Caine erinnert sich zurück an die Zeit, als er für Martel den Film "Mädchen und Koffer" drehte und mit seiner Hauptdarstellerin Lena eine Affäre begann. Der Anfang einer komplizierten Tragödie, denn Lena war mit Martel liiert. Und der ist blind vor Eifersucht.

Bonusmaterial

Laufzeit Bonusmaterial: ca. 94 Minuten 10 Featurettes Trailer / Teaser Die Premiere in Berlin Deleted Scenes Kurzfilm "Die menschenfressende Stadträtin"


Produktinformation

  • Hersteller: Universum Film
  • EAN: 0886974458098
  • Best.Nr.: 27882845
  • Artikeltyp: Film
  • Anzahl: 1
  • Datenträger: DVD
  • Erscheinungstermin: 05.02.2010
  • FSK: Freigegeben ab 12 Jahren gemäß §14 JuSchG
  • Sprachen: Deutsch, Spanisch
  • Untertitel: Deutsch
  • Regionalcode: 2
  • Bildformat: 1:2, 35/16:9
  • Tonformat: Deutsch DD 5.1 ...
  • Gesamtlaufzeit: 122 Min.
kulturnews - RezensionBesprechung
Bereitgestellt von kulturnews.de
(c) bunkverlag
Darf man einen 60-Jährigen schon als Altmeister bezeichnen? Im Falle Pedro Almodóvars muss man es sogar, denn "Zerrissene Umarmungen" zelebriert nicht bloß das kongeniale Bildgespür des Spaniers - der Film wagt auch den Kunstgriff der Auseinandersetzung mit dem eigenen Werk, ohne zur eitlen Nabelschau zu werden. Auf zwei Zeitebenen erzählt Almodóvar das Schicksal des Regisseurs Mateo Blanco (Lluís Homar), erblindet und von sich selbst entfremdet im Hier und Jetzt und verliebt und voller Tatendrang 14 Jahre zuvor. Natürlich ist das Objekt der Begierde Penélope Cruz, die als Schauspielerin Lena dem Regisseur den Kopf verdreht und in ihrer Person Liebe und Obsession vereint. Gegen die aufrichtige Zuneigung Mateos wird die wahnhafte Besessenheit ihres Gönners (José Luis Gómez) gestellt, der seinen Sohn mit ewig laufender Kamera auf die beiden ansetzt. Bald ist Lena nicht nur in Mateos Film eine Frau am Rande des Nervenzusammenbruchs. Und neben einem meisterhaften Verweben verschiedener Ebenen von Fiktion und Realität und einer satten Optik gelingt Almodóvar auf DVD noch ein weiteres Kunststück: Dem Zuschauer läuft beim Ansehen der Featurettes ein kleiner Schauer über den Rücken, wenn der unter Dauerbeobachtung stehende Regisseur nicht mehr der fiktive Blanco, sondern Almodóvar selbst ist. (kab)Extras: Featurettes, Trailer, Deleted Scenes, Premiere in Berlin, Kurzfilm "Die menschenfressende Stadträtin"Auch als Blu-ray-Disc!

Nach dem Erfolg von "Volver" steht Muse Penelope Cruz in einem gefühlvoll inszenierten Melodram erneut vor der Kamera ihres Meisters Pedro Almodóvar.

Wenn es um Emotionen geht, schöpft Pedro Almodóvar aus dem Vollen, vor allem, wenn seine Protagonisten Himmel und Hölle durchleben. Nach dem Verlust seines Augenlichts bei einem Autounfall nennt sich Mateo Blanco nun Harry Caine. Ein neuer Name, ein neues Leben? Der blinde Schriftsteller und frühere Filmregisseur wird von den Ereignissen der Vergangenheit eingeholt, als der Finanzmogul Ernesto Martel stirbt, Produzent seines Films "Frauen und Koffer". Als dann noch dessen Sohn auftaucht und ihn bittet, an einem Drehbuch mitzuarbeiten, um Vergeltung am Vater zu üben, führt eine Rückblende ins Jahr 1992, in dem Martel seine Sekretärin und Gelegenheits-Callgirl Lena zu seiner Geliebten und Lebensgefährtin macht. Zwei Jahre später begegnet Blanco der bildhübschen jungen Frau beim Casting, es funkt zwischen ihm und der Schönen, die seine Gefühle erwidert, aber leider dem Biest gehört. Der Eifersüchtige lässt den Fortgang der Dreharbeiten mit der Kamera dokumentieren und von einer Expertin die Lippen von Blanco und Lena lesen, erfährt dabei von ihrer Untreue und ihrem körperlichen Abscheu ihm gegenüber. Bei ihrem Versuch, den goldenen Käfig zu verlassen, rastet der Düpierte aus und als sein weibliches Besitzstück letztendlich doch in die Arme des Nebenbuhlers flieht, schmiedet er einen perfiden Plan, den Regisseur seines Erfolges zu berauben. Das Schicksal gipfelt in einem tragischen Autocrash, bei dem Lena ihr Leben und Blanco die Sehkraft verliert.
Die virtuos verschachtelte Handlung variiert die verschiedenen Zeitebenen mit überraschenden Twists und einem Labyrinth an kleinen Nebengeschichten, verknüpft kunstvoll Realität und Fiktion, schwankt zwischen Melodram, Komödie und Telenovela, zwischen einem Film über die Macht des Films und einem Film über die Macht der Liebe. Visuell folgt Almodóvar dem exzessiven Farbenrausch seiner früheren Werke, Penelope Cruz' Gesicht und Body ist Projektionsfläche männlichen Begehrens. Für den Filmbuff interessant sind die Referenzen auf Almodóvars eigenen Arbeiten wie (bei dem Film im Film "Frauen und Koffer") "Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs", aber auch Referenzen auf Henry Hathaways "Kiss of Death" oder Roberto Rossellinis "Reise in Italien". Und wenn es in der letzten Szene, in der Blanco seinen vom Produzenten zerstörten Film rekonstruiert, heißt: "Filme muss man zu Ende machen, auch blindlings", berührt diese Liebeserklärung an die Siebente Kunst. mk.
Quelle/Copyright: Entertainment Media Verlag
Pedro Almodóvar wurde 1951 in einer kleinen Provinzstadt südöstlich von Madrid geboren. Mit 16 zog er mittellos in die Hauptstadt, wo er durch den Job bei einer Telefongesellschaft die hohe Kunst des Dialogschreibens erlernte, um die ihn Hollywood heute beneidet. Für seinen Film Alles über meine Mutter erhielt Pedro Almodóvar den Oscar.

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