Tausendundeine Nacht

Tausendundeine Nacht

Ausgezeichnet mit dem Cotta-Übersetzerpreis 2011

Nach d. ältesten arab. Handschrift in d. Ausg. v. Muhsin Mahdi erstmals ins Deutsche übertr. v. Claudia Ott
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Tausendundeine Nacht

Diese Neuübersetzung von Tausendundeine Nacht macht erstmals die älteste arabische Fassung der berühmten orientalischen Erzählsammlung auch deutschen Lesern zugänglich. Die Übersetzerin Claudia Ott führt uns mit einer Frische und Ungezwungenheit durch das Labyrinth der kunstvoll verwobenen Erzählfäden, daß man meint, Schahrasad selbst zu hören. Nicht mehr ein europäischer Orientalismus spricht durch Tausendundeine Nacht zu uns, sondern endlich der Orient selbst.
Die nächtlichen Erzählungen von Schahrasad, mit denen sie ihren königlichen Gatten verzaubert und so ihre Tötung immer wieder aufschiebt, entführen den Leser in die Welt der Basare und Karawansereien, der weisen Kalifen und verschlagenen Händler, der vornehmen Damen und klugen Ehefrauen, der mächtigen Zauberinnen, Dschinnen und bösen Dämonen. Sie berichten von erotischen Vergnügen und harten Schicksalsschlägen. Wie kein anderes Werk ist Tausendundeine Nacht Inbegriff eines romantischen, exotischen Orientbildes. Dieses Orientbild geht allerdings nicht unmittelbar auf Tausendundeine Nacht zurück, sondern wurde seit dem 18. Jahrhundert von Europäern in die verschiedenen Übersetzungen und Sammlungen hineingetragen. Zudem wurden die Erzählungen dem europäischen Geschmack angepaßt, indem die zuweilen derbe Ausdrucksweise und unverblümte Erotik des Originals durch einen biederen Märchenstil ersetzt wurden. Nachdem Muhsin Mahdi 1984 die weitaus älteste Handschrift aus dem 14./15. Jahrhundert ediert hat, ist es jedoch möglich, die Geschichten aus tausendundeiner Nacht in einer von allen Übermalungen, Ausschmückungen und Prüderien der letzten Jahrhunderte freien Form kennenzulernen.


Produktinformation

  • Verlag: Beck
  • 2009
  • 10., durchges. Aufl.
  • Ausstattung/Bilder: 697 S.
  • Seitenzahl: 696
  • Neue Orientalische Bibliothek
  • Deutsch
  • Abmessung: 250mm x 171mm x 43mm
  • Gewicht: 1180g
  • ISBN-13: 9783406516801
  • ISBN-10: 3406516807
  • Best.Nr.: 12508717

Perlentaucher-Notiz zur Sueddeutsche Zeitung-Rezension

Frischer Wind" bläst Friedrich Niewöhner beim Lesen von Claudia Otts neuer Übersetzung der Geschichten von Tausendundeiner Nacht ins Gesicht. Die Autorin, die sich nun erstmals nach Enno Littmann den Geschichten von Scheherazade widmet, zeichne sich durch besonderes Sprachgefühl aus. Sie übersetze die Märchen so, dass sich die "männlichen Leser sofort verlieben" werden, erzähle von wunderschönen Mädchen und geheimnisvollen Orten. Und vergesse dabei nicht, bei der Übersetzung der 250 Gedichte die unterschiedlichen arabischen Versmaße zu berücksichtigen. Deshalb liest sich der Text so gut, dass man ihn eigentlich lieber "laut" sprechen möchte, schwärmt der Rezensent. Einfach märchenhaft.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 22.03.2004

Tausendundeine Ohnmacht
Claudia Otts neue Übersetzung der Geschichten von Scheherezade wird Männer freuen
In seinem Lebensrückblick „Dichtung und Wahrheit” berichtet Goethe, von seiner Mutter habe er gelernt, „bekannte Märchen aufzufrischen, andere zu erfinden und zu erzählen, ja im Erzählen zu erfinden.” Goethes Mutter war Schahrasad, der großen Erzählerin in den 1001 Nächten, sehr ähnlich, vielleicht auch Antoine Galland (1646 bis 1715), der vor dreihundert Jahren, 1704, begann, diese Erzählungen ins Französische und damit erstmals in eine europäische Sprache zu übersetzen.
Zwischen 1704 und 1717 erschienen zwölf Bände der „Mille et une nuits”. Doch nicht alle Erzählungen, die man in Gallands „Übersetzung” lesen konnte, standen in dem arabischen Manuskript, das Galland benutzt hatte. Gerade die drei bekanntesten (und am häufigsten auch separat gedruckten) Berichte von Sindbad dem Seefahrer, Aladin und der Wunderlampe und Ali Baba und den vierzig Räubern gehören nicht zum Corpus der Erzählungen – Galland hat sie aus anderen Quellen übersetzt und dann in „Tausendundeine Nacht” eingefügt. Aus der französischen Version …

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Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 20.03.2004

Ali Baba wohnt hier nicht
Voll Wunder und Rätsel: "Tausendundeine Nacht", neu übersetzt

Lassen Sie sich keinen Bären aufbinden! Zwar können Sie sich keinen größeren Gefallen tun, als dieses Buch zu kaufen, es zu lesen, es vorzulesen oder sich vorlesen zu lassen. Doch lassen Sie sich nicht einreden, es handele sich um die einzige echte, definitive und letztgültige Ausgabe von "Tausendundeiner Nacht". Geben Sie Ihre alte Ausgabe nicht fort, besonders dann nicht, wenn Sie ein glücklicher Besitzern der in den zwanziger Jahren im Insel Verlag herausgekommenen, später häufig nachgedruckten Variante in der Übersetzung von Enno Littmann sind. Sie werden diese Ausgabe nämlich wieder lesen wollen, Sie werden das, was Sie jetzt wie neu entdecken, in der alten Edition weiterlesen wollen, Sie brauchen dann Nachschub. Die jetzt erschienene Übersetzung bricht nämlich schon nach der 282. Nacht ab!

Die Verwirrung ist groß. Wieso haben die Erzählungen von Tausendundeiner Nacht nur 282 Nächte? Warum ist hier, wenn wir dem Verlag und der Übersetzerin glauben, die älteste arabische Fassung zum ersten Mal zugänglich? Wo sind die Geschichten von …

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Claudia Ott, Dr. phil., studierte Orientalistik in Jerusalem, Tübingen und Berlin sowie arabische Musik in Kairo. Sie hat mehrere Jahre in arabischen Ländern gelebt und arbeitet als Übersetzerin und Musikerin. Seit 2000 ist sie außerdem wissenschaftliche Assistentin am Institut für außereuropäische Sprachen und Kulturen der Universität Erlangen-Nürnberg.

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