Der unmögliche Tausch - Baudrillard, Jean

Jean Baudrillard 

Der unmögliche Tausch

Übersetzer: Sedlaczek, Markus
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Produktinformation

  • Verlag: Merve
  • 2007
  • Seitenzahl: 208
  • Internationaler Merve Diskurs (IMD)
  • Deutsch
  • Abmessung: 170mm x 124mm x 18mm
  • Gewicht: 185g
  • ISBN-13: 9783883961613
  • ISBN-10: 3883961612
  • Best.Nr.: 08900627
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 18.10.2000

Das andere Teilchen ist immer dasselbe
Jean Baudrillard auf dem Schwarzmarkt des Denkens: Ist der moderne Mensch noch zu retten?
Verführung, sagt Jean Baudrillard in seinem Buch Von der Verführung, ist das, was den Diskurs von seiner Wahrheit ablenkt und ihm seinen Sinn raubt. Der Verführer schwindelt. Aber dieser Schwindel steht für Baudrillard nicht in Opposition zur Wahrheit, sondern (ver)führt, ganz im Gegenteil, zu einer subtileren, wahreren Wahrheit. Und diese wahrere Wahrheit findet sich bei Baudrillard immer in einem Paradox. In dem, was sowohl real als auch virtuell ist, was sowohl sinnlos als auch sinnhaftig ist. Das Paradox ist eine zentrale Grundfigur in Baudrillards Denken. Gerade dieses Denken des Sowohl-als-auch macht es so schwer, seine Bücher auf Thesen zu reduzieren – zu jeder These findet sich leicht eine Gegenthese, die genauso gültig ist.
Die Dekonstruktivisten sind sich bewusst, dass sie immer nur im Innen des Systems denken können, und sie versuchen auf verschiedenste Weise, diesem logischen Hindernis zu entkommen, dem Innen, das keine Außenperspektive zulässt: Bataille hat sich für das Denken der Übertretung …

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Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Das neue Buch des einundsiebzigjährigen Soziologen Jean Baudrillard liest man am besten rückwärts, meint der Rezensent Andreas Platthaus. Erst auf der letzten Seite finde der Leser die drei Theoreme, die Baudrillards Philosophie zugrunde lägen. "Der unmögliche Tausch", eine Abhandlung über die gegenseitige Abhängigkeit, nicht Austauschbarkeit, von Ökonomie, Gesellschaft und Denken, sei eine grundlegende Verabschiedung vom Austauschprinzip. Platthaus empfiehlt, Baudrillard zusammen mit Jeremy Rifkins "Access" zu lesen, um den Unterschied zwischen delirierender Philosophie und dem Delirium eines Trendforschers zu erfassen. Baudrillard setze auf Dualität. Er betone die gegenseitige Abhängigkeit der Dinge und der Existenzen. Neu ist das nicht, meint Platthaus, der Wissenschaftstheoretiker Bruno Latour hat das bereits vor Baudrillard ausgeführt. Baudrillard koche im eigenen Sud. Trotzdem hält der Rezensent das Buch für unbedingt lesenswert. Allein schon, weil Baudrillard ein philosophisches System auseinandernehme und auf ungewöhnlichen Wegen anregende neue Erkenntnisse liefere.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 12.12.2000

Ich bin gewissermaßen Kolumbus
Und ihr seid gezwungenermaßen entdeckt: Baudrillard macht abhängig / Von Andreas Platthaus

Dieses Buch liest man am besten rückwärts. Denn erst auf der letzten Seite nennt Jean Baudrillard die drei Theoreme, die seiner Philosophie zugrunde liegen. Das erste lautet: "Die Welt ist uns als rätselhaft und unerkennbar gegeben; es ist Aufgabe des Denkens, sie, wenn möglich, noch rätselhafter und unerkennbarer wiederzugeben." Wenn möglich? Durchaus, durchaus, wie "Der unmögliche Tausch", das neue Buch des einundsiebzigjährigen Soziologen, beweist. Wobei der enigmatische und verbergende Charakter sich nicht dem bekannt assoziativen Argumentationsstil Baudrillards verdankt - daran hat man sich nach einem Dutzend Büchern gewöhnt und schätzt es -, sondern der Verstörung, die das Buch auslöst, wenn es vor dem Hintergrund der klassischen Philosophie gelesen wird. Freiheit? Führt ins Unglück. Menschenrechte? Eine diktatorische Privilegierung unserer Art. Evolution? Alles war vom Urknall an da. Kritik? Relikt einer früheren Geschichte. Neu denken heißt nichts denken. Allerdings "nichts" in Anführungszeichen. "Man kann …

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Jean Baudrillard, geboren 1929 in Reims, war von 1968 bis 1987 Professor für Soziologie an der Universität Paris-Nanterre. Auszeichnung: 1995 mit dem Siemens-Medienkunstpreis. Derzeit Inhaber des Lehrstuhls für Philosophie der Kultur- und Medienkritik an der European Graduate School in Saas Fee. Buchveröffentlichungen. Der Autor lebt in Paris.

Leseprobe zu "Der unmögliche Tausch"

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