Seelenwanderer / Chronik der dunklen Wälder Bd.2 - Paver, Michelle

Michelle Paver 

Seelenwanderer / Chronik der dunklen Wälder Bd.2

Übersetzer: Orgaß, Katharina; Jung, Gerald
Broschiertes Buch
 
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Seelenwanderer / Chronik der dunklen Wälder Bd.2

Eine Welt voller Gefahren und Magie

Eine seltsame Krankheit hat die Waldbewohner befallen, bei denen Torak lebt, seitdem er den dämonischen Bären getötet hat. In der Hoffnung ein Heilmittel zu finden, macht Torak sich auf an die Küste, in eine Welt, die er nicht kennt und deren Wurzeln er doch in sich trägt. Nicht alles ist, wie es scheint - ein Verrat wird sein Leben für immer verändern.

Packend recherchiert - die dunkle Welt der Steinzeit wird lebendig.

"Sehr spannende Mischung aus Abenteuer und Fantasy, alten Mythen, archäologischen Fakten und Tolkien-Anleihen." Stiftung Lesen

"Toraks Abenteuer fesseln von der ersten bis zur letzten Seite!" Westfälische Nachrichten


Produktinformation

  • Verlag: Cbj
  • 2008
  • Ausstattung/Bilder: 2009. 317 S. m Kte.
  • Seitenzahl: 320
  • cbj Taschenbücher Bd.21990
  • Altersempfehlung: ab 10 Jahren
  • Deutsch
  • Abmessung: 185mm x 200mm x 32mm
  • Gewicht: 350g
  • ISBN-13: 9783570219904
  • ISBN-10: 3570219909
  • Best.Nr.: 23824698
Toraks Abenteuer fesseln von der ersten bis zur letzten Seite!
Michelle Paver als Tochter eines Südafrikaners und einer Belgierin 1960 im heutigen Malawi geboren. Später zog die Familie nach England, wo Michelle Paver in Oxford zuerst Biochemie studierte, sich dann aber für eine Karriere als Patentanwältin entschied. Sie arbeitete mehrere Jahre in einer Londoner Anwaltskanzlei, bevor sie sich ein Sabbat-Jahr nahm, um die Welt zu bereisen und ihr erstes Buch zu schreiben. Seitdem lebt und arbeitet sie als freie Schriftstellerin in London. Ihre Kinderbuch-Serie Die Chronik der dunklen Wälder war in Großbritannien ein großer Erfolg, wurde in 36 Länder verkauft und mehrfach mit Preisen ausgezeichnet.

Leseprobe zu "Seelenwanderer / Chronik der dunklen Wälder Bd.2"

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Leseprobe zu "Seelenwanderer / Chronik der dunklen Wälder Bd.2"

Die Auerochsenkuh tauchte ganz plötzlich zwischen den Bäumen am anderen Flussufer auf.

Eben noch hatte Torak dort nur sonnengesprenkelte Weidenbäume gesehen, nun stand sie auf einmal da. Sie war größer als ein erwachsener Mann und mit den mächtigen geschwungenen Hörnern hätte sie einen Bären aufspießen können. Falls sie zum Angriff überging, sah es nicht gut für ihn aus.

Unglücklicherweise stand er auch noch in Windrichtung. Mit angehaltenem Atem beobachtete er, wie ihre stumpfe schwarze Schnauze zuckend seine Witterung aufnahm. Das Tier schnaubte und scharrte mit dem schweren Vorderhuf.

Dann erspähte Torak das Kalb, das aus dem Farn lugte, und ihm wurde ganz flau. Auerochsen sind gutmütige Geschöpfe - nur dann nicht, wenn sie Junge haben.

Torak zog sich geräuschlos zurück. Wenn er sie nicht erschreckte, ließ sie ihn vielleicht in Frieden.

Die Kuh schnaubte noch einmal und fuhr mit den Hörnern durchs Farnkraut. Dann schien sie einzusehen, dass Torak ihr nichts tun wollte, und ließ sich im Schlamm nieder, um sich zu suhlen. Torak atmete erleichtert aus.

Das Kalb stakste zu seiner Mutter hinüber, rutschte aus, blökte und fiel hin. Die Kuh hob den Kopf, stupste ihr Junges so lange mit der Nase an, bis es wieder auf den Beinen war, und ließ sich dann genüsslich zurücksinken.

Torak kauerte sich hinter einen Wacholderbusch und überlegte. Fin-Kedinn, der Anführer des Clans, hatte ihn losgeschickt, um ein Bündel Weidenrinde zu holen, das man zum Einweichen in den Fluss gelegt hatte, und ohne das Verlangte wollte er nicht ins Lager zurückkehren. Ebenso wenig wollte er von einem Auerochsen niedergetrampelt werden.

Er beschloss abzuwarten, bis sich die Tiere getrollt hatten.

Der Mond des Nie-Dunkel war eben angebrochen und die Hitze machte ihn ganz dösig. Vögel zwitscherten in den Baumkronen, von Südosten trug ein warmer, sanfter Wind den Duft von Lindenblüten heran. Nach einer Weile ging Toraks Herzschlag wieder ruhiger. Er lauschte den jungen Grünfinken, die in ihrem Nest im Haselgestrüpp nach Futter schrien. Er beobachtete eine Natter, die sich auf einem großen Stein sonnte. Er wollte sich nicht ablenken lassen, aber immer wieder kam ihm Wolf in den Sinn.

Damals, als Toraks Gefährte, war er noch ein tapsiger Welpe gewesen, der den Jungen hartnäckig um Preiselbeeren angebettelt hatte, aber inzwischen musste er fast ausgewachsen sein.

Du sollst doch nicht an Wolf denken!, schalt sich Torak ärgerlich. Er ist fort. Er kommt nicht zurück, nie mehr. Konzentrier dich gefälligst auf die Auerochsen, auf die Natter und...

Da sah er den Jäger.

Der Mann befand sich am selben Ufer wie Torak, etwa zwanzig Schritt flussabwärts. Die Auerochsenkuh konnte ihn nicht wittern. Er stand zu weit im Schatten, um sein Gesicht zu erkennen, aber er trug wie Torak ein ärmelloses Wams und knielange Beinleder, dazu leichte Rohlederstiefel. Im Gegensatz zu Torak hatte er einen Lederriemen mit einem Eberhauer um den Hals. Demnach gehörte er zum Eberclan.

Das hätte Torak eigentlich beruhigen müssen. Der Eberclan war mit dem Rabenclan, bei dem Torak die letzten sechs Monde verbracht hatte, gut befreundet. Aber der Mann benahm sich sehr sonderbar. Er bewegte sich schwankend und schwerfällig voran, sein Kopf schlenkerte hin und her und er pirschte sich an die Auerochsenkuh an! Im Gürtel trug er zwei Wurfäxte mit Schieferklingen, und Torak beobachtete ungläubig, wie er eine davon zückte.

War der Kerl verrückt geworden? Man ging nicht allein auf Auerochsenjagd! Auerochsen waren das größte und stärkste Wild im ganzen Wald. Wer es allein mit ihnen aufnahm, war so gut wie tot!

Das nichts ahnende Muttertier grunzte wohlig und grub sich, froh darüber, die lästigen Mücken los zu sein, noch tiefer in den Schlamm. Das Junge schnüffelte an einem Büschel Weidenröschen und wartete, dass seine Mutter die Lust an ihrem Schlammbad verlor.

Torak stand auf und warnte den Jäger mit eindringlichen Gesten: Gefahr! Kehr um!

Der Mann sah ihn nicht. Er holte mit dem muskulösen Arm aus, zielte und schleuderte die Axt.

Die Waffe zischte durch die Luft und grub sich eine Handbreit vor dem Kalb in den Boden.

Das Jungtier ergriff die Flucht. Die Mutter stieß ein zorniges Gebrüll aus, rappelte sich hoch und hob suchend die Schnauze, aber der Angreifer stand immer noch gegen die Windrichtung, weshalb sie ihn nicht wittern konnte.

Jetzt griff der Mann doch tatsächlich nach der anderen Axt!

"Nein!", flüsterte Torak heiser. "Wenn du sie verwundest, bringt sie uns beide um!"

Der Jäger löste die Waffe vom Gürtel.

Torak überlegte fieberhaft. Wenn der andere traf, würde das mächtige Tier sie in seiner Raserei beide töten. Schreckte er die Kuh dagegen nur auf, würde sie es vielleicht bei einem Scheinangriff belassen und sich mit ihrem Kalb davonmachen. Das hieß, er musste sie rasch aufscheuchen, damit sie nicht getroffen wurde.

Torak holte tief Luft, sprang in die Höhe, wedelte mit den Armen und brüllte: "Hierher! Hierher!"

Er hatte Erfolg - zumindest, was das Aufscheuchen betraf. Die Kuh ging unter wütendem Gebrüll auf ihn los. Dort, wo sie eben noch gestanden hatte, bohrte sich die Axt in den Schlamm. Das Vieh platschte durch den Fluss auf Torak zu, der schleunigst hinter einer Eiche Deckung suchte.

Er schaffte es nicht mehr, auf den Baum zu klettern, denn schon hörte er das Tier grunzend die Uferböschung hochstampfen, spürte schon seinen heißen Atem...

Im letzten Augenblick machte die Kuh mit zuckendem Schwanz kehrt und preschte in den Wald. Das Kalb galoppierte hinterdrein.

Die Stille war betäubend.

Torak lehnte sich Halt suchend an den Baum. Der Schweiß rann ihm übers Gesicht.

Der fremde Jäger stand schwankend und mit gesenktem Kopf da.

"Warum hast du das getan?", keuchte Torak. "Wolltest du uns umbringen?"

Keine Antwort. Der Mann torkelte zum Fluss hinunter, sammelte seine Äxte auf, schob sie wieder in den Gürtel und kam zurückgewankt. Sein Gesicht konnte Torak immer noch nicht erkennen, doch das Messer mit der gezackten Schieferklinge und die kräftige Statur des anderen entgingen ihm nicht. Wenn es zum Kampf käme, würde er unterliegen. Schließlich war er noch ein Kind, nicht mal dreizehn Sommer alt.

Auf einmal suchte der Fremde an einer Buche Halt und übergab sich.

Torak vergaß alle Vorsicht und lief hin, um ihm beizustehen.

Der Mann kniete auf allen vieren und spie gelben Schleim. Dann machte er einen Buckel, ein krampfhafter Schauder überlief ihn und er würgte etwas Schwarzes, Glitschiges von der Größe einer Kinderfaust aus. Es sah aus wie . wie ein Knäuel Haare.

Ein Windstoß fuhr in das Geäst, ein Sonnenstrahl fiel auf das Gesicht des Fremden und Torak konnte ihn zum ersten Mal richtig sehen.

Dort, wo sich der Kranke ganze Büschel Kopf- und Barthaar ausgerissen hatte, waren wunde, nässende Stellen zurückgeblieben. Sein Gesicht war mit dicken Schorfkrusten übersät, die an die Wucherungen auf kranken Birken erinnerten. Als er die letzten Haarbüschel auswürgte, hörte man in seiner Kehle den Schleim rasseln.

Kundenbewertungen zu "Seelenwanderer / Chronik der dunklen Wälder Bd.2"

3 Kundenbewertungen (Durchschnitt 5 von 5 Sterne bei 3 Bewertungen ***** ausgezeichnet)
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Bewertung von paul aus Bad Berka am 22.07.2011 ***** ausgezeichnet
Wer dachte, dass sich über die Stenzeit nicht auch gute Romane schreiben lassen, dem sei mit dieser Buchreihe das Gegenteil bewiesen.
Michelle Paver entführt uns auch in ihrem zweiten Band über den jungen Torak und sein düsteres Schicksal in eine für uns völlig fremde und längst vergangene Welt, viele tausend Jahre vor unserer Zeit.
Toraks erstes Abenteuer ist vorbei, der dämonische Bär ist besiegt und er lebt jetzt bei seinen Freunden vom Rabenclan. Eines Tages ereignet sich ein merkwürdiger Vorfall und die Clans im Wald leiden auf einmal an einer mysteriösen Krankheit, deren Ursprung sich nicht ergründen lässt. Gemeinsam mit seiner Freundin Renn macht sich Torak auf in Richtung Meer und das, obwohl sich Meer- und Waldclans nicht gerade freundlich gegenüberstehen. Allen Widrigkeiten zum Trotz will Torak ein Heilmittel finden und freundet sich bald mit dem Robbenclan an. Deren Schamane scheint des Rätsels Lösung, doch zum Schluss treten Dinge zu Tage, die sich Torak nicht einmal in seinen dunkelsten Träumen auszumalen wagte.
Doch scheint er gerade mal an der Spitze des Eisbergs zu kratzen. Die dunklen ereignisse in Toraks Welt scheinen gerade erst so richtig in Fahrt zu kommen, denn der abtrünnige Schamanenorden der "Seelenesser" ist zurück.
Die spannende Fortsetzung der Steinzeit-Reihe von Michelle Paver bringt überraschende Wendungen, selten auch Witz aber vor allem Momente zum Fingernägelkauen. Also: Empfehlenswert.

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Bewertung von Bücherwolf99x aus Köln am 08.05.2011 ***** ausgezeichnet
Seit Torak im Wald einem kanken Mann vom Rabenclan begegnet ist, wütet eine seltsame Krankheit unter den Leuten der Waldclänen, es heißt, nur der Robbenclan weiß ein Heilmittel, also macht sich Torak mit seinem Wolf auf die Reise zum Meer, doch hinterlistige kleine Dämonen in Kindergestalt verfolgen ihn und versuchen ihn mermals umzubringen. Als er am Meer angekommen ist erlebt er, dass die Meercläne den Waldclänen gar nicht freundlich gesinnt sind doch er braucht dringent das Heilmittel. Der freundliche Schamane des Robbenclans setzt sich für ihn ein als er beschuldigt wird, das Meer mit seinen Waldsachen zu verschmutzen, er entgeht der Strafe. Doch schnell merkt er, dass ein Verräter unter ihnen ist... Nur Wolf kann ihn noch retten, doch der ist im Wald...
Eine sehr gute Fortsetzung von Wolfsbruder . Mir gefällt das Buch sehr gut, denn auch hier erfährt man viel über das Leben in der Steinzeit

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Bewertung von Pfotentrainer aus Wuppertal am 03.05.2009 ***** ausgezeichnet
Dies ist nun das zweite Abenteuer von Torak und seinem Wolf. Eine schreckliche Krankheit hat die Clans auf dem Festland befallen und Torak, Renn und Wolf müssn zu den vorgelagerten Inseln, um ein Gegenmittel zu finden.

Diesmal ist Torak eindeutig der Hauptakteur in diesem Band. Wir erfahren mehr von seinen Fähikeiten und auch von seinenFeinden. Das ist wichtig für das Verständnis der nächsten Abentuer.

Leider kommt die Beziehung zwischen Torak und Wolf zu kurz. Wolf ist schon fast ein Nebendarsteller in dieser Geschichte, was ich persönlich schade fand.

Trotzdem ist auch dieses Abenteuer wieder spannend und detailreich beschrieben und hat einfach Spaß gemacht. Ich freue mich schon auf die nächsten Abenteuer.
Wer die beiden ersten Abenteuer noch nicht kennt, sollte sich den Doppelband besorgen!

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