 | Besprechung von 22.12.2001 |
Alte Freunde
Politisches Denken der Antike
Moderne demokratische Gesellschaften bewegen sich im
Spannungsgefüge von Freiheit und Gleichheit, von Gemeinwohl und
Eigeninteresse. Zunehmend schnelle Veränderungen der
Produktionstechniken und der Kommunikation erfordern eine
umfassende Identifikation mit den Voraussetzungen und Grundlagen
unserer Kultur. Henning Ottmanns Werk über das politische Denken
der Griechen ist eine elementare Übung in dieser
Selbstvergewisserungspraxis. Beispielsweise lehrt uns das
griechische Denken, das Gleichheit und Partizipation einerseits,
Könnerschaft und Leistung andererseits in der Demokratie zu einer
inneren Einheit kommen können. Ottmanns grandioses Unternehmen
einer Bestandsaufnahme des für den Westen bedeutsamen politischen
Denkens dient der Erkundung und Vergewisserung unserer
Herkunft.
Anders als bisherige Standardwerke, wie die von George H. Sabine,
Strauss/Cropsey oder die Cambridge History of Greek and Roman
Political Thought, hat Ottmann die ganze Breite politisch
bedeutsamer Institutionen im Blick. Er schreibt eine Geschichte der
politischen Ideen und Kulturen. Selbstverständlich geht es in
dieser Geschichte auch um …
 | Besprechung von 04.12.2001 |
Tragödien, Tragödien, wir wollen TragödienHenning Ottmann durchleuchtet die Geschichte des politischen Denkens bei den Griechen / Von Wolfgang SchullerWas sonst in Sammelbänden mit zahlreichen Autoren stattzufinden pflegt, hier ist es durch einen einzelnen - Professor für Politische Wissenschaft in München - geschehen: eine einheitliche Geschichte des politischen Denkens zu schreiben. Das gesamte westliche politische Denken, von den Griechen bis zum zwanzigsten Jahrhundert, soll in vier Bänden behandelt werden. Die beiden bisher erschienenen Hälften des ersten Bandes betreffen die Epoche von Homer bis zum Hellenismus. Bemerkenswert ist, daß unter politischem Denken nicht nur die Vorstellungen verstanden werden, die von philosophischer Seite ausgeformt worden waren, sondern mit Recht auch die, die sich in Teilen der Dichtung finden, besonders in der attischen Tragödie, ja sogar diejenigen, die sich aus den konkreten Verfassungen erschließen lassen, vor allem aus der athenischen Demokratie, von der der Verfasser mit deutlicher und durchaus berechtigter Bewunderung spricht.
All das ist in einem schwungvollen, persönlichen Stil …
Perlentaucher-Notiz zur Sueddeutsche Zeitung-Rezension
Dies sind die ersten Bände eines, wie Karl-Heinz Nusser findet, "grandiosen Unternehmens": Henning Ottmann plant eine "Bestandsaufnahme" des westlichen politischen Denkens. Erstmals geraten bei ihm, lobt Nusser, sämtliche wichtigen Institutionen, Ideen und Kulturen in den Blick. Die Klassiker - von den Vorsokratikern bis Aristoteles - haben dabei einen wichtigen Platz, gleichzeitig geht es aber auch um die Darstellung der "politischen und sozialen Krisen". Der Rezensent kapituliert vor der Aufgabe, die "Fülle des enzyklopädischen Wissens" des Autors auch nur andeutungsweise zu vermitteln. Er kann nur feststellen, dass die antiken Denker in "einen umfassenden Diskurs" gestellt werden. Und eines steht für Nusser außer Zweifel: "Man darf auf die Fortsetzung dieser Bände gespannt sein."
© Perlentaucher Medien GmbH
"Die herkulische Leistung, als einzelner das westliche politische Denken darzustellen, ist gelungen, und wenn die Griechen schon quantitativ dabei die Führung übernommen haben, so ist es wohl im Sinn des Autors wenn man als Ursache dafür ihre Qualität benennt." - FAZ
"Auch wer den systematischen Ansatz Ottmanns nicht teilt, wird zugestehen müssen, dass der Autor ihn mit bestechender Stringenz in den vorliegenden Bänden entwickelt und durchhält. Dem Leser öffnen sich so - auch durch stete Quer-, Vor- und Rückverweise - ganz neue Perspektiven auf die Geschichte des politischen Denkens der Antike, gewiss auch auf die des Mittelalters und der Neuzeit, wenn die entsprechenden Bücher erst einmal vorliegen. Noch nie zuvor sind so viele unterschiedliche Quellen zusammengetragen und systematisch erschlossen worden - und das stets in einem klaren und diskursiven Stil, der seinesgleichen sucht. Deshalb werden nicht nur Politikwissenschaftler und Philosophen, sondern auch Historiker, Literaturwissenschaftler, Altphilologen und Theologen ihre Freude an diesem Werk haben." - Zeitschrift für Philosophie
"Ottmanns Projekt beeindruckt nicht nur durch seine Ausmaße, seine stupende Gelehrsamkeit und die Geduld, mit der er Verästelungen und Nebenströme des Geistes erforscht und bei den heute kaum noch gelesenen Autoren auf den Abstellgleisen der Rezeptionsgeschichte manch wichtige, erinnerungswürdige Einsicht erschließt, die sich bei den großen Klassikern des politischen Denkens so nicht findet." - DZPhil
Die herkulische Leistung, als einzelner das westliche politische Denken darzustellen, ist gelungen, und wenn die Griechen schon quantitativ dabei die Führung übernommen haben, so ist es wohl im Sinn des Autors wenn man als Ursache dafür ihre Qualität benennt. FAZ Auch wer den systematischen Ansatz Ottmanns nicht teilt, wird zugestehen müssen, dass der Autor ihn mit bestechender Stringenz in den vorliegenden Bänden entwickelt und durchhält. Dem Leser öffnen sich so - auch durch stete Quer-, Vor- und Rückverweise - ganz neue Perspektiven auf die Geschichte des politischen Denkens der Antike, gewiss auch auf die des Mittelalters und der Neuzeit, wenn die entsprechenden Bücher erst einmal vorliegen. Noch nie zuvor sind so viele unterschiedliche Quellen zusammengetragen und systematisch erschlossen worden - und das stets in einem klaren und diskursiven Stil, der seinesgleichen sucht. Deshalb werden nicht nur Politikwissenschaftler und Philosophen, sondern auch Historiker, Literaturwissenschaftler, Altphilologen und Theologen ihre Freude an diesem Werk haben. Zeitschrift für Philosophie Ottmanns Projekt beeindruckt nicht nur durch seine Ausmaße, seine stupende Gelehrsamkeit und die Geduld, mit der er Verästelungen und Nebenströme des Geistes erforscht und bei den heute kaum noch gelesenen Autoren auf den Abstellgleisen der Rezeptionsgeschichte manch wichtige, erinnerungswürdige Einsicht erschließt, die sich bei den großen Klassikern des politischen Denkens so nicht findet. DZPhil
"Auch wer den systematischen Ansatz Ottmanns nicht teilt, wird zugestehen müssen, dass der Autor ihn mit bestechender Stringenz in den vorliegenden Bänden entwickelt und durchhält. Dem Leser öffnen sich so - auch durch stete Quer-, Vor- und Rückverweise - ganz neue Perspektiven auf die Geschichte des politischen Denkens der Antike, gewiss auch auf die des Mittelalters und der Neuzeit, wenn die entsprechenden Bücher erst einmal vorliegen. Noch nie zuvor sind so viele unterschiedliche Quellen zusammengetragen und systematisch erschlossen worden - und das stets in einem klaren und diskursiven Stil, der seinesgleichen sucht. Deshalb werden nicht nur Politikwissenschaftler und Philosophen, sondern auch Historiker, Literaturwissenschaftler, Altphilologen und Theologen ihre Freude an diesem Werk haben." (Zeitschrift für Philosophie)"Ottmanns Projekt beeindruckt nicht nur durch seine Ausmaße, seine stupende Gelehrsamkeit und die Geduld, mit der er Verästelungen und Nebenströme des Geistes erforscht und bei den heute kaum noch gelesenen Autoren auf den Abstellgleisen der Rezeptionsgeschichte manch wichtige, erinnerungswürdige Einsicht erschließt, die sich bei den großen Klassikern des politischen Denkens so nicht findet." (DZPhil)
Professor für Philosophie und Politische Theorie an den Universitäten Augsburg und Basel, seit 1996 Professor für Politische Wissenschaft an der Universität München. Mitherausgeber des Jahrbuchs "Politisches Denken", der "Zeitschrift für Politik" und des "Philosophischen Jahrbuchs".