Der vermisste Leviathan - Möllers, Christoph

Christoph Möllers 

Der vermisste Leviathan

Staatstheorie in der Bundesrepublik

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Der vermisste Leviathan

Wenn Juristen wie Hermann Heller oder Carl Schmitt über den Staat nachdachten, entwarfen sie dabei auch Modelle der Gesellschaft. Die Protagonisten dieser "heroischen" Phase der Staatstheorie bestimmen bis heute die Debatte, ausgerechnet Schmitt inspiriert nun Vertreter der radikalen Linken. In seinem Essay zeichnet Christoph Möllers die Geschichte dieser Disziplin in der Bundesrepublik nach. Er zeigt, daß man die Entwicklung dieser Disziplin nur verstehen kann, wenn man gesellschaftliche Prozesse im Blick behält. Dies gilt insbesondere in einer Zeit, in der sich unsere Vorstellungen von Souveränität angesichts von Globalisierung und Europäisierung radikal verändern.


Produktinformation

  • Verlag: Suhrkamp
  • 2008
  • Neuauflage.
  • Ausstattung/Bilder: 2008. 153 S.
  • Seitenzahl: 153
  • Edition Suhrkamp Nr.2545
  • Best.Nr. des Verlages: 12545
  • Deutsch
  • Abmessung: 176mm x 107mm x 11mm
  • Gewicht: 98g
  • ISBN-13: 9783518125458
  • ISBN-10: 3518125451
  • Best.Nr.: 23304739

Perlentaucher-Notiz zur Sueddeutsche Zeitung-Rezension

Nicht so ganz zufrieden ist Dirk Lüddecke mit diesem Buch über die Staatstheorie in der Bundesrepublik Deutschland von Christoph Möllers. Zwar schätzt er die Darstellung einerseits durchaus als "kompakt", "informativ" und "gut geschrieben. Aber Möllers' Abriss des Gedankens des Staats in Staatstheorie und Verfassungsrecht samt Abstecher in die Weimarer Zeit und in den Nationalsozialismus findet er ein wenig dünn. So stellt sich Lüddecke eher eine "Überblicksvorlesung in einem möglichen BA-Studiengang Öffentliches Recht" vor. Die anspruchsvollen Debatten deutscher Staatstheoretiker lassen sich in seinen Augen damit nicht wirklich verstehen. Er rät dem Leser, besser zu Möllers' Dissertation "Staat als Argument" zu greifen.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 23.10.2008

Kein Wille zum Staat?
Das wäre nicht das Schlimmste, meint Christoph Möllers. „Der vermisste Leviathan” befasst sich mit der Staatstheorie der Bundesrepublik Deutschland
Erleben wir das Ende des Staates, die Auflösung seiner Souveränität? Die Phänomene sind vertraut. Von außen drängen Probleme wie der weltweite Klimawandel und ein internationaler Terrorismus, die sich von einem Staat allein nicht bewältigen lassen. Die Bedingungen einer globalen Ökonomie bringen Staaten untereinander in ein Konkurrenzverhältnis, von dem nur marktliberale Hardliner glauben können, es sei dem Gemeinwohl förderlich. Und ohnehin ist ein Staat wie die Bundesrepublik inzwischen in so viele internationale Beziehungen eingespannt, dass er nur mehr weniges im klassischen Sinne souverän entscheidet. Im Inneren hat sich der mächtige Leviathan in einen korporatistischen Kokon eingesponnen und als zahmes Tierchen entpuppt. In seiner Verflechtung mit gesellschaftlichen Organisationen zeigt insbesondere der soziale Wohlfahrtsstaat Ermüdungserscheinungen. Wohin ist jene Gewalt, der auf Erden keine gleichkommt? Doch man sollte auch nicht untertreiben. Der Terrorismus hat …

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Christoph Möllers, geboren 1969, hat an der Universität Göttingen den Lehrstuhl für Staatsrecht und Verfassungstheorie inne. Er studierte Rechtswissenschaften, Philosophie und Komparatistik in Tübingen, München, Berlin, Madrid und Chicago, forschte in Dresden, Heidelberg und New York, lehrte in Hamburg und Münster. 2006/2007 war er Fellow am Wissenschaftskolleg zu Berlin. Er schreibt regelmäßig für das Feuilleton der FAZ über aktuelle Rechtsfragen.

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