Fragmente einer Sprache der Liebe - Barthes, Roland

Roland Barthes 

Fragmente einer Sprache der Liebe

Übersetzer: Henschen, Hans-Horst
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Fragmente einer Sprache der Liebe

Achtzig Stichworte greift Roland Barthes auf, deren sich das liebende Subjekt bedient - von "Abhängigkeit" bis "Zugrundegehen", von "Zärtlichkeit" bis "anbetungswürdig". Es entsteht eine Art Topik der Liebesbeziehung aus lauter kleinen, in sich geschlossenen Elementen, sogenannten Figuren, die einen belanglosen Zwischenfall wie zum Beispiel das Ausbleiben eines Telefonanrufs ebenso umfassen wie die verzückte Hingerissenheit der Liebe auf den ersten Blick.


Produktinformation

  • Verlag: Suhrkamp
  • 2012
  • 15. Aufl.
  • Ausstattung/Bilder: 278 S.
  • Seitenzahl: 279
  • Suhrkamp Taschenbücher Nr.1586
  • Best.Nr. des Verlages: 38086
  • Deutsch
  • Abmessung: 177mm x 108mm x 16mm
  • Gewicht: 175g
  • ISBN-13: 9783518380864
  • ISBN-10: 3518380869
  • Best.Nr.: 03448237
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 25.06.2008

Die Lust am Ex
Der Liebesessay von Roland Barthes als Hörbuch
Dreißig Jahre ist es her, dass Roland Barthes' „Fragmente einer Sprache der Liebe” zum ersten Mal erschienen ist, und bis heute hat es keinen Versuch über die Liebe gegeben, der es an Kühnheit und Leidenschaft mit diesem Werk aufnehmen könnte. Barthes’ Analyse ist wahrhaft einzigartig – ganz anders als sein Gegenstand: „Keine Liebe ist originell”, heißt es unter dem Stichwort „Induktion” (und Niklas Luhmann mag an diesen Satz gedacht haben, als er seine weitaus nüchternere Prosa der „Liebe als Passion” widmete).
Anders als bei „Induktion”, weiß der Leser bei den übrigen 79 alphabetisch verhandelten Stichwörtern in der Regel sofort, worum es geht: „Eifersucht”, „Szene”, „Körper”, „Sehnen”, „Weinen”. Wie Barthes nun aber altbekannte Topoi des Liebesdiskurses verhandelt, überrascht immer wieder. „Induktion” ist vielleicht nicht die schlechteste Beschreibung seines Verfahrens: Vom Speziellen zum Allgemeinen. Seine Überlegungen sind subjektiv und gehen vom eigenen, konkreten Erleben aus. Diesem Erleben gleichwohl ist zugleich etwas …

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Perlentaucher-Notiz zur Sueddeutsche Zeitung-Rezension

Tobias Lehmkuhl schwelgt in Roland Barthes' bereits vor dreißig Jahren publiziertem Buch über den Liebesdiskurs, der jetzt als von Christian Berkel eingelesenes Hörbuch vorliegt. Kühn und leidenschaftlich verhandelt Barthes unter 79 alphabetisch geordneten Stickwörtern die "altbekannten Topoi" der Liebe, wobei er von individuellen und subjektiven Erfahrungen ausgehend nicht selten zu erstaunlichen allgemeingültigen Erkenntnissen gelangt, schwärmt der Rezensent. Dabei gehe es dem französischen Philosophen stets um die "überwältigende und gewaltige" Liebe, so dass das Liebesleid naturgemäß auch nicht fern sei, so Lehmkuhl, der eine gewisse "Lust an diesen Leiden" herausspürt. Schade findet er , dass es sich bei dem Hörbuch lediglich um eine Auswahl des Buches handelt, aber ansonsten ist er auch von der kraftvollen Vortragskunst Berkels, der nicht zuletzt den musikalischen Qualitäten der Barthschen Schreibweise gerecht wird, wie er preist, hellauf begeistert.

© Perlentaucher Medien GmbH
Roland Barthes (1915-80), einer der bedeutendsten Kritiker der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, ist als einer der Initiatoren und Vorkämpfer der semiologischen Revolution bekannt geworden und für ein Werk, in dem sich biographisches Material und wissenschaftlicher Ansatz miteinander verflechten. Einen heute relativ unbekannten Teil seines Werkes verfasste er in den fünfziger Jahren. Zu dieser Zeit war Roland Barthes aktiv beteiligt an der Gründung und dem Erscheinen der Zeitschrift 'Teatre populaire', eines ebenso ästhetischen wie politischen Phänomens. Anfang der sechziger Jahre gibt Barthes das Theater auf, er besucht es nicht mehr, er schreibt so gut wie keinen Artikel mehr über Aufführungen. Aber er ist langfristig von seiner Erfahrung geprägt 'Im Herzen meines Werks, das Theater'. Er starb am 26. März 1980 an den Folgen eines Verkehrsunfalls. Zuletzt hatte er am Collège de France einen Lehrstuhl für Semiologie.

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