Alles außer Hochdeutsch - Göttert, Karl-Heinz

Karl-Heinz Göttert 

Alles außer Hochdeutsch

Ein Streifzug durch unsere Dialekte

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Alles außer Hochdeutsch

Dialekte sind in! Warum Bairisch, Berlinerisch, Wienerisch und Co. in Zeiten der Globalisierung unsere emotionale Heimat sind.

Schwäbelnde Tagesschau-Sprecher, Bairisch redende Tatort-Kommissare, berlinernde Comedians - Dialekt ist in. Karl-Heinz Göttert nimmt uns mit auf eine Reise durch die deutschen Mundarten. Er erklärt, wo die Grenze zwischen Stulle und Bemme verläuft, woher das Sächsische seinen (zu Unrecht) schlechten Ruf hat und warum das Schweizerdeutsch die Sprache des Herzens ist. Und er stellt die Frage, wie es um die Zukunft der Dialekte bestellt ist. Denn während sich Hochdeutsch ständig weiterentwickelt, sind die Dialekte eine Art Museum der Sprache. In einer globalisierten Welt, so Göttert, wächst die Sehnsucht nach Heimat und Zugehörigkeit. Die Mundarten werden uns also erhalten bleiben und damit alle Klischees und Witze über Schwaben, Ostfriesen und Rheinländer.


Produktinformation

  • Verlag: Ullstein Hc
  • 2011
  • Ausstattung/Bilder: 2011. 384 S.
  • Seitenzahl: 384
  • Deutsch
  • Abmessung: 210mm x 139mm x 37mm
  • Gewicht: 559g
  • ISBN-13: 9783550088773
  • ISBN-10: 3550088779
  • Best.Nr.: 33378172
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 29.11.2011

Vom Trünneln un Snappeln

Wider den Siegeszug des Englischen: Zwei neue Bände erkunden die Sprachräume jenseits des Hochdeutschen und sagen den Dialekten eine rosige Zukunft voraus.

Zumindest eine interessante These findet sich in dem Band "Alles außer Hochdeutsch. Ein Streifzug durch unsere Dialekte", der sich mit populärwissenschaftlichem Anspruch die Geschichte und Verfasstheit der Dialekte des Deutschen vornimmt. Sehr wahrscheinlich, so lautet sie, werden die Dialekte zum letzten Refugium des Deutschen, wenn das Englische als Weltsprache alles andere geschluckt hat. Leider findet sich diese Überlegung auf Seite 346 (zwei Seiten vor der Danksagung) und stammt auch nicht vom Verfasser des Buches, dem emeritierten Kölner Germanistikprofessor und Rhetorik-Experten Karl-Heinz Göttert, sondern von dem Sprachwissenschaftler Jürgen Trabant. Erhellend weitergedacht oder aber pointiert widerlegt wird Trabants Annahme von Göttert nicht, lediglich kommentiert mit einem nonchalanten: Kann sein, muss aber nicht.

Auch was Göttert auf den mehr als dreihundert Seiten zuvor betreibt, wirkt reichlich unentschieden. Geht es ihm einerseits um die …

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Perlentaucher-Notiz zur Sueddeutsche Zeitung-Rezension

Rezensent Burkhard Müller weiß Karl-Heinz Götterts Buch über deutsche Dialekte zu schätzen, auch wenn der Titel "Alles außer Hochdeutsch" ein wenig in Richtung "Schmunzel-Ecke" zu weisen scheint. Der Inhalt des Werks hat ihn indes überzeugt, bietet der Autor, emeritierter Germanistik-Professor, doch ein umfassendes Bild der deutschen Dialekte, ihrer Lebendigkeit, Entwicklung und Verwandlung. Besonders lobt Müller die fundierte, gut lesbare Darstellung, die Wissen gekonnt mit Anekdoten auflockert und damit "so belehrend wie unterhaltend" erscheint. Müllers Fazit: ein Sachbuch im besten Sinn.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 14.01.2012

Im Reich der Rumsada Dausch
Karl-Heinz Göttert und Joachim Kalka unternehmen Streifzüge durch den deutschen Dialekt – der hat es nicht nötig, unter Artenschutz gestellt zu werden
Wer in Deutschland das Thema des Dialekts anschlägt, kann eines breiten und intensiven Interesses gewiss sein. Denn fast jeder, ausgenommen vielleicht die Bewohner mancher norddeutschen Großstädte, hängt mit dessen Wurzeln oder Würzelchen am heimischen Boden fest, schämt sich deswegen oder ist stolz darauf (nicht selten eine Mischung aus beidem). Zugleich aber herrscht, seit es die Reflexion über den Dialekt gibt (also etwa seit 1800) der Eindruck vor, als ginge es mit der Mundart zu Ende und als hörte man soeben ihre letzten Töne, ehe sie ganz von der normierten Hochsprache verschlungen wird. Der Dialekt gleicht darin dem schiefen Turm zu Pisa: In jedem Augenblick beängstigend geneigt, fällt er doch seit Jahrhunderten nicht um.
Wie lässt sich dieser paradoxe Befund erklären? Karl-Heinz Göttert unternimmt es in seinem Buch „Alles außer Hochdeutsch“. Der Titel scheint der Schmunzel-Ecke gefährlich nahe zu kommen. Dort landen Diskurse über den Dialekt nicht selten, …

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Karl-Heinz Göttert, geboren 1943 in Koblenz, studierte Geschichte und Germanistik und ist Professor für Ältere deutsche Sprache und Literatur an der Universität zu Köln. Zu seinen Forschungsgebieten gehören die Themenfelder Rhetorik, Magie und Alltag im Mittelalter, zu denen er bereits verschiedene Bücher veröffentlichte. Er hat zuletzt 14 Jahre an der historischen Orgel einer kleinen romanischen Kirche den Dienst versehen.

Blick ins Buch "Alles außer Hochdeutsch"

Kundenbewertungen zu "Alles außer Hochdeutsch" von "Karl-Heinz Göttert"

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Bewertung von narnia aus Alt Ruppin am 13.11.2011 ***** ausgezeichnet
Es gab Zeiten, da war es verpönt Dialekt zu sprechen, ja es war sogar ein Zeichen für ungebildet sein und den niederen Volksschichten angehörend. Glücklicherweise ist die Zeit längst wieder vorbei.

Je globaler unsere Welt wird, je mehr sind unsere Dialekte wieder im Kommen. Professor Göttert arbeitet in seinem Buch sehr akribisch all unsere Dialekte ab. Er ist dem friesischen, niederdeutschen, berliner, rheinischen, hessischen, thüringer, sächsischen, fränkischen, alemannischen, schwäbischen und bairischen Diaklekt dicht auf der Spur. Sehr genau beschreibt er die Entstehung, den Niedergang und die Wiederbelebung unserer Dialekte.

Unterhaltsam und lehrreich sind seine häufigen Ausflüge in die Literatur. Diese gehen manchmal Jahrhunderte zurück und der aufmerksame Leser wird so manch ein Wort erklärt bekommen von dem er vielleicht schon immer wissen wollte woher es eigentlich stammt und er wird verwundert feststellen, dass es oft mehr als nur eine Bedeutung hat.

Hatten viele Sprachforscher und Germanisten vor Jahren noch Angst vor dem immer schlimmeren Vergessen den Dialekten gegenüber, schreibt Göttert dieses: "Statt Ende also Wende? Einiges spricht dafür." Er sagt aber auch weiter, dass Dialekte nichts starres oder fertiges sind, so wie hochdeutsch, entwickelt sich auch der Dialekt ständig weiter. Dies ist spannend zu beobachten. Denken wir daran wieviele neue Worte ständig in unser Leben dazukommen. Diese finden natürlich bei den Dialekt sprechenden Menschen auch ein Echo und werden in den jeweiligen Dialekt integriert.

Sehr dankbar bin ich dem Autor, dass er zum Schluß sich auch der Jugendsprache, Szenesprache und der sogenannten Kiezsprache animmt. Nach der Lektüre dieses Buches muss niemandem mehr bange um das Überleben unserer Dialekte sein. Solange wir reden, werden sie überleben und erweitert.

Sehr interessant!

Christian Döring, www.buecherveraendernleben.npage.eu

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