Sportgeschichte unter pädagogischer Perspektive, das ist die
Leitidee der ¿Einführung in die Geschichte der Leibeserziehung und
des Sports¿. Band 9 handelt von der Turn- und
Leibeserziehungsgeschichte des 19. Jahrhunderts. ¿Turnen¿ war
damals der Überbegriff für die Gesamtheit der Leibesübungen in
Schule und Verein. Was ¿Turnen¿ bedeutete, welche Formen und
Inhalte körperlicher Übungen darunter gefasst, welche Idee von
Erziehung damit verbunden und welche Zusammenhänge mit Politik,
Kultur und Gesellschaft bestanden, solche und andere Fragen stehen
im Mittelpunkt des Buches. Darüber hinaus werden die Probleme
dieser herrschenden turnerischen Körper- und Bewegungskultur
herausgearbeitet: Wie aus freien Übungen und Spielen steife
Ordnungsübungen und aus einer revolutionären gesellschaftlichen
Bewegung ein nationalistischer Verband werden konnten, und welche
Rolle das institutionalisierte Schulturnen dabei spielte. Am Ende
des 19. Jahrhunderts löste sich das ¿Monopol¿ des Turnens auf; der
Sport trat an seine Stelle. Er prägt das Bild der Körper- und
Bewegungskultur im 20. Jahrhundert.
Aus dem Inhalt:
1. Wozu Sportgeschichte
2. Rousseau, GutsMuths und die 'Arbeit im Gewande jugendlicher
Freude'
3. Friedrich Ludwig Jahn und das deutsche Turnen
4. Die Einführung des Schulturnens
5. Männerturnvereine im Vormärz und in der Revolution
6. Turnmodelle des 19. Jahrhunderts
7. Freies Vereinsturnen und staatliches Schulturnen - in
Württemberg
8. Ansätze zur Reform des Turnens
9. Leibesübungen im 19. Jahrhundert: Resümee und Ausblick
Produktinformation
Einführung in die Geschichte der Leibeserziehung und des Sports
Michael Krüger ist in Berlin aufgewachsen. Nach dem Abitur machte er eine Lehre als Verlagsbuchhändler und war nebenher Gasthörer in Philosophie an der Freien Universität bei Peter Szondi. Von 1962 bis 1965 arbeitete er als Buchhändler in London, seit 1968 als Verlagslektor im Carl Hanser Verlag, dessen literarischer Leiter er seit 1986 ist. Es folgten zahlreiche Gedichtbände, Erzählungen und bisher drei Romane, für die er u.a. 1986 den Peter-Huchel-Preis erhielt, 1994 den Ernst-Meister-Preis, 1996 den Prix Medicis Etranger, 2000 den Kulturellen Ehrenpreis der Landeshauptstadt München, 2004 den Großen Literaturpreis der Bayerischen Akademie der Schönen Künste, 2006 den Mörike-Preis. 2010 wurde ihm der Joseph-Breitbach-Preis für sein Gesamtwerk verliehen und 2013 der Kythera-Kulturpreis sowie der "Lifetime Achievement Award". Michael Krüger lebt in München.