Die Stärkung des Sozialen - Castel, Robert

Robert Castel 

Die Stärkung des Sozialen

Leben im neuen Wohlfahrtsstaat

Übersetzer: Tillmann, Michael
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Produktbeschreibung zu Die Stärkung des Sozialen

Die soziale Unsicherheit kehrt zurück. In Zeiten des Wirtschaftswachstums allenfalls eine Randerscheinung, gefährdet sie heute den Fortbestand der "Gesellschaft der Ähnlichen", die ihren Mitgliedern zwar keine absolute Gleichheit, wohl aber neben dem Schutz der Grundrechte auch soziale Absicherung garantierte. Was bedeutet es unter diesen Umständen, "geschützt" zu sein? Wie entsteht gesellschaftlicher Zusammenhalt, und wodurch wird er bedroht? Wie begegnet man der neuen sozialen Unsicherheit? Diesen Fragen geht der französische Soziologe Robert Castel nach. Zunächst skizziert er die politisch-historische Entwicklung der Rechts- und Sozialstaatlichkeit, bevor er sich der Gegenwart zuwendet. Das Gefühl von Angst und Unsicherheit in modernen Gesellschaften ist für ihn mehr als "eine Wahnvorstellung der Bessergestellten". Er verweist auf das neue, prekär gewordene Arbeitsleben, den Zerfall der einst von Familie, Nachbarschaft und anderen Gemeinschaften gebildeten Netzwerke, auf die Erosion staatlicher Institutionen und die Demontage des Arbeits- und Sozialrechts. Mit der Dekollektivierung der Arbeitsbeziehungen und der Re-Individualisierung der rechtlichen Konstitution des Arbeitsverhältnisses gehen Strukturen verloren, die für viele Menschen existentiell waren und sind.

Castel bereichert die aktuelle Debatte um eine politische Theorie sozialer Ungleichheit und gibt neue Anstöße zu einer soziologisch fundierten und juristisch informierten Auseinandersetzung mit der Neuordnung des Sozialstaats.

Produktinformation


  • Verlag: Hamburger Edition
  • 2005
  • Ausstattung/Bilder: 2005. 135 S.
  • Seitenzahl: 135
  • Deutsch
  • Abmessung: 180mm x 118mm x 15mm
  • Gewicht: 160g
  • ISBN-13: 9783936096514
  • ISBN-10: 3936096511
  • Best.Nr.: 14186197
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 19.08.2005

Die Verwilderung des Sozialen
Robert Castel fertigt den Bauplan für einen neuen Wohlfahrtsstaat

Alle politische Geschichte kennt eine Voraussetzung: Allein und auf sich gestellt, sind die Menschen schutzlos den Wechselfällen des Lebens ausgeliefert. Daher haben sie stets Beistand gesucht. In früheren Zeiten vertrauten sie sich dem Schutz Gottes an. In der Moderne liefert ihnen der Staat Sicherheit. Der Staat ist eine menschengemachte Schutzvorrichtung. Sein Bauplan findet sich im Leviathan. Das Sicherheitsbedürfnis der Menschen ist beträchtlich. Die politischen Erwartungen, die sie an Hobbes' deus mortalis und seine rechts- und sozialstaatliche Nachfolger herantragen, stehen kaum hinter den religiösen Erwartungen zurück, denen sich der unsterbliche Gott gegenübersah. Gegen alle Ungewißheiten des Lebens wollen sie geschützt sein. Und der Staat hat sich ihrer protektiven Bedürfnisse stets wohlwollend angenommen. Er dehnte seine Zuständigkeit immer weiter aus, seine Garantien bürgerlicher und sozialer Sicherheit wurden immer zuverlässiger. In sicheren Verhältnissen zu leben, versorgt zu sein, die eigene Zukunft planen zu können ist den …

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Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 08.07.2005

Eine Gesellschaft der Ähnlichen
Vom Leben im neuen Wohlfahrtsstaat: Robert Castel fordert gesellschaftliche Verantwortung für die Lebensrisiken des Einzelnen
Die Suche nach immer mehr sozialer Sicherheit erzeugt automatisch auch neue Unsicherheit, erklärt der französische Sozialwissenschaftler Robert Castel einleitend in seinem schmalen Buch „Die Stärkung des Sozialen”, denn je mehr Absicherung erreicht werde, desto mehr zusätzliche Sicherheiten würden denkbar und wünschenswert. So würden stets neue Anforderungen gestellt, gerade weil die entwickelten Staaten in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts ein einmaliges Niveau an Risiko-Minimierung verwirklicht haben, gerade weil sie zu „Sozialversicherungsstaaten” geworden seien und ein Recht auf Sicherheit garantieren möchten.
Wer Castels umfangreiche Monografie über die „Metamorphosen der sozialen Frage” (1995, deutsch 2000) kennt, wird von diesem kurz und knapp skizzierten Befund nicht überrascht sein. Sein aktuelles Buch ist in Teilen vor allem ein Kondensat dieses früheren Werkes - dadurch aber besonders geeignet, die floskelhaften Debatten um den Sozialstaat, an die wir uns gewöhnt …

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Robert Castel ist einer der einflussreichsten Soziologen Frankreichs mit hohem internationalen Renommee. In den 1960er Jahren arbeitete er mit Pierre Bourdieu und orientierte sich an der Schule Michel Foucaults. Er ist Forschungsdirektor der École des hautes études en sciences sociales und Mitgründer von Grass - Group d analyse du social et de la sociabilité.

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