Dieter Kunzelmann - Reimann, Aribert

Aribert Reimann 

Dieter Kunzelmann

Avantgardist, Protestler, Radikaler

Gebundenes Buch
 
Sofort lieferbar
versandkostenfrei
innerhalb Deutschlands
30 ebmiles sammeln
EUR 29,95
Alle Preise inkl. MwSt.


Produktbeschreibung zu Dieter Kunzelmann

A biography that offers a fresh perspective on the development of a subversive counter-culture in Germany after the Second World War from avant-garde art and ironic provocation to international terrorism.

Die Biographie des Kommune I-Gründers Dieter Kunzelmann verbindet die Erfahrungen einer Jugend in der fränkischen Provinz mit der Geschichte der subversiven Avantgarde um 1960, der so genannten »Kulturrevolution« der sechziger Jahre und der zunehmenden Radikalisierung und Militanz des beginnenden deutschen Terrorismus seit 1969. In jeder Phase dieser Entwicklung war Kunzelmann an zentraler Stelle an den Aktivitäten der meist sehr kleinen aber einflussreichen Gruppierungen beteiligt, die in den oppositionellen Aufbrüchen der alten Bundesrepublik kreative, anarchische und schließlich gewalttätige Akzente setzten. Sein weiterer Weg durch die orthodoxe K-Gruppen-Szene der siebziger Jahre bis in die Berliner AL und das West-Berliner Abgeordnetenhaus komplettieren eine Biographie, die niemals für die Protestbewegung repräsentativ war oder generationentypisch verlaufen ist, dafür aber zahlreiche symptomatische Einblicke in die Geschichte der Subversion nach 1945 ermöglicht.

In der Formeiner biographisch orientierten Mikrogeschichte entsteht so ein Panorama der Gegenkultur der Nachkriegszeit, das die bundesdeutsche Geschichte in die zeitgenössischen Erfahrungskontexte der europäischen Neo-Avantgarde, der weltweiten Studentenproteste und die internationalen Strukturen der Radikalisierung und Militarisierung einer kleinen Minderheit der Protestbewegung einbettet. An zahlreichen Konfliktsituationen in Kunzelmanns Leben lassen sich Phänomene kulturhistorischer Ungleichzeitigkeiten innerhalb der Geschichte der Bundesrepublik ebenso ablesen, wie sich die Effekte des Medienaktionismus der Kommune I, des militanten Internationalismus oder des revolutionären Machismo des "roten Jahrzehnts" studieren lassen. Diese Vita eines radikalen Außenseiters ist der ideale Fremdenführer durch die unruhigen Jahre der bundesdeutschen Kulturrevolution.

Produktinformation


  • Verlag: Vandenhoeck & Ruprecht
  • 2009
  • Ausstattung/Bilder: 2009. 392 S.
  • Seitenzahl: 392
  • Kritische Studien zur Geschichtswissenschaft Bd.188
  • Deutsch
  • Abmessung: 236mm x 166mm x 25mm
  • Gewicht: 770g
  • ISBN-13: 9783525370100
  • ISBN-10: 3525370105
  • Best.Nr.: 26354917
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 02.12.2009

Der Großkasperl
Eine wissenschaftliche Biographie versucht sich dem ewigen Bohemien Dieter Kunzelmann zu nähern
Am 3. April 1998 erschien in der Berliner Zeitung eine grabsteinknappe Todesanzeige: „nicht nur über sein Leben,/ auch über seinen Tod / hat er frei bestimmt / Dieter Kunzelmann / 1939 –1998”. In der Wochenzeitung Jungle World folgte sogleich ein Nachruf von Ulrich Enzensberger, der mit einem Satz von Hans Arp schloss: „Seine Büste wird die Kamine aller wahrhaft edlen Menschen zieren.”
Doch war Dieter Kunzelmann längst nicht büstenreif, sondern nur wieder einmal verschwunden, ehe ihn die Gefährten, die Polizei, die Zeitungen hätten fassen konnten. Statt seiner erschienen unter dem Titel „Leisten Sie keinen Widerstand!” Lebenserinnerungen, denen der Vielbelesene einen sehr literarischen Satz als vorläufige Deutung vorangestellt hatte. „Der Verstorbene hatte, wie ich gestehen muss, das Unglück, während seines Lebens alles anders anzufangen als andere Leute, weshalb ihm auch wenig gelang.”
Das Motto aus „Briefen eines Verstorbenen” des Lebemanns Hermann von Pückler-Muskau zeigte eine keineswegs überraschende …

Weiter lesen

Perlentaucher-Notiz zur Sueddeutsche Zeitung-Rezension

Mit merklicher Faszination und trotz allem auch Sympathie zeichnet Willi Winkler den Lebensweg des Dieter Kunzelmann nach, dem Aribert Reimann die erste wissenschaftliche Biografie gewidmet hat. Was Winkler an Kunzelmann so bewundert, ist sein "Gauditum", seine Kunst, zu verschwinden und jeder Verantwortung auszuweichen, so scheint es. Dass Kunzelmann Antisemit ist, stört ihn nicht weiter. Natürlich verurteilt Winkler das für den 9. November 1969 vorbereitete Attentat auf das Berliner jüdische Gemeindehaus, aber er sieht es auch als eine Art surrealistische Aktion. Es klingt eine Spur Verständnis mit für einen, der "jede Art von Autorität" bekämpft. Reimanns Biografie, über deren Inhalt wir nicht viel erfahren, hat Winkler in seinem intellektuellen Abenteurertum jedenfalls zufrieden gestellt, auch wenn er ein nachlässiges Lektorat und zahlreiche Fehler im Detail bemängelt. Winkler kann sie viel eher empfehlen als Wolfgang Kraushaars Buch über "Die Bombe im jüdischen Gemeindehaus", das die nur zufällig gescheiterte Terroraktion gegen die jüdische Gemeinde erstmals wieder in ein breiteres Bewusstsein rückte. Kraushaar, so Winkler in seiner humorvollen Prosa, habe Kunzelmann "als den allerschlimmsten Finger" denunziert.

© Perlentaucher Medien GmbH

Leseprobe zu "Dieter Kunzelmann"

Bitte klicken Sie auf die Navigation oder das Artikelbild, um in Dieter Kunzelmann zu blättern!

Andere Kunden interessierten sich auch für

Ein Marktplatz-Angebot für "Dieter Kunzelmann" für EUR 24,40

Zustand Preis Porto Zahlung Verkäufer Rating
wie neu 24,40 1,50 Banküberweisung Versandhandel Pannier 97,5% ansehen

Mehr von

Mehr zum Thema