Über die zeitgenössische Wahrnehmung Kaiserin Elisabeths in Wien um
1900 ist bis in die Gegenwart wenig bekannt. Zum Zeitpunkt ihres
Todes hatte sich Elisabeth 30 Jahre lang weder portraitieren noch
fotografieren lassen. Erst der Tod durch die Feile des jungen
Anarchisten Luigi Lucheni im Spätsommer 1898 katapultierte die
Öffentlichkeitsscheue in den Mittelpunkt medialer Aufmerksamkeit.
Der Text rekonstruiert erstmals frühe Blicke auf
"Körper", "Psyche" und "Funktion"
Elisabeths, welche am Beginn des Mythos jener Frau standen, die
durch Ernst Marischkas "Sissi-Filmtrilogie" der 1950er
Jahre zum klar definierten Fixpunkt im "kulturellen
Gedächtnis" Österreichs werden sollte.