Die Neuerfindung des Sozialen - Lessenich, Stephan

Stephan Lessenich 

Die Neuerfindung des Sozialen

Der Sozialstaat im flexiblen Kapitalismus

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Die Neuerfindung des Sozialen

Der Sozialstaat befindet sich in einer Phase nachhaltiger Umbrüche. Globaler Wettbewerb und knappe Kassen , Emanzipation und demographischer Wandel sind nur einige Elemente eines komplexen Bedingungszusammenhangs, der den Sozialstaat seit geraumer Zeit massiv unter Druck setzt. Der in diesem Kontext sich vollziehende Wandel vom (ver-)sorgenden zum aktivierenden und investiven Sozialstaat steht im Mittelpunkt dieses Buches.Es deutet den aktuellen Umbau des Sozialstaats als eine Neuerfindung des Sozialen - im Sinne einer (re-formierten) »Aktivgesellschaft«, in der Mobilität, Flexibilität und Produktivität zu politischen Steuerungsformeln individuellen Selbstzwangs verkommen.


Produktinformation

  • Verlag: Transcript
  • 2008
  • 2. Aufl.
  • Ausstattung/Bilder: 169 S.
  • Seitenzahl: 172
  • X-texte zu Kultur und Gesellschaft
  • Deutsch
  • Abmessung: 226mm x 136mm x 15mm
  • Gewicht: 276g
  • ISBN-13: 9783899427462
  • ISBN-10: 3899427467
  • Best.Nr.: 23344070
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 30.10.2009

Aktivgesellschaft

Wie wandelt sich die Sozialstaatsidee in ökonomisch harten Zeiten? Der Jenaer Soziologe Stephan Lessenich steuert zu dieser oft nur abstrakt diskutierten Frage reichhaltiges Anschauungsmaterial bei. Anhand von konkreten Politikfeldern untersucht er das Konzept eines "nicht mehr versorgenden, sondern befähigenden, nicht mehr kompensierenden, sondern investierenden, nicht mehr alimentierenden, sondern aktivierenden Sozialstaats". Lessenich bemerkt eine aktivgesellschaftliche Umschulung der Subjekte und beschreibt, wie Frauen, Kinder und Alte als soziale Investitionsgüter gefordert und gefördert werden. Sie sollen nicht sich selbst überlassen bleiben, sondern sozialpolitisch in die Lage versetzt werden, sich und ihr Humankapital in gesellschaftlich produktiver Weise einzusetzen. Lessenich macht eine in immer mehr Lebensbereiche hineinregierende "Aktivierungseuphorie" aus. Der aktivierende Sozialstaat behaupte eine beinahe grenzenlose bürgerliche Aktivierungsfähigkeit, wo er zugleich eine strukturelle Passivitätsdiagnose stelle. Erfrischend polemisch, verfolgt Lessenich dieses Muster bis hinein in die regierungsamtlichen Appelle, körperlich …

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Stephan Lessenich (Dr. rer. pol.) ist Professor für Soziologie mit dem Schwerpunkt Vergleichende Gesellschafts- und Kulturanalyse an der Friedrich-Schiller-Universität Jena.

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